Waggisverkleide 2020 – Melchior bringt Gold
27. Februar 2020 | Von Carmen Kolp
Das 45. Waggisverkleide findet aus der Sicht Melchiors statt.
Das 45. Waggisverkleide findet aus der Sicht Melchiors statt.
Ein Krimi, wie ihn Agatha Christie nicht besser hätte schreiben können. Sowohl fasnachtsmusikalisch, gesanglich, gourmet- als auch unterhaltungstechnisch ein Genuss.
Bei trockenem Wetter fand die dritte bsfidi (Basler Schulfasnacht in der Innenstadt) zur Freude aller Kinder und Lehrpersonen statt. Aber auch die Eltern der über 8’000 Kinder genossen es.
Nach der Pause startet ein Feuerwerk an Piccolo- und Trommelklängen und ein Angriff auf die Lachmuskeln. Die Cliquen zeigen nicht nur, dass sie ihr Instrument beherrschen, sondern schöpfen auch die Infrastruktur des Musicaltheaters voll aus. Sanfte Töne der Gugge und scharfe Schnitzelbanggpointen runden dieses Drummeli gourmetmässig ab.
Wenn man das Drummeli als Gesamtkunstwerk betrachtet (und das sollte man), und es nicht ausschliesslich an den Rähme aufhängt, dann darf man getrost von einem tollen und sehr kreativen Jahrgang sprechen. Super Cliquenvorträge, gute Rähme, Gugge und Schnitzelbängg folgen einem pfiffigen roten Faden!
Ich muss zugeben: In der vergangenen Jahren habe ich gelächelt über die KollegInnen, die sich darum gerissen haben, über den Källerstraich zu berichten. Heute sage ich: Entschuldigung, Källerstraich! Ich habe mich geirrt!
Die Hauptfarbe der diesjährigen Fasnacht ist grün. Dies war zu erwarten. Jedoch spielen die Farben rot-weiss, blau, gelb und rot auch eine nicht unerhebliche Rolle.
Beim Organisatorischen der Fasnacht 2020 ändert sich gegenüber den letzten Jahren nicht viel. Noch immer ist der Cortège durch Baustellen behindert. Speziell umgeleitet werden die Schääse. Mehr oder weniger alles beim Alten bleibt auch Bei Guggen und Schnitzelbänken, wobei hier das 100-Jahre-Jubiläum der BSG hervorsticht.
Mit herrlich dargestellten „Lyyche“, vor allem aber mit hoher Aktualität und zum Teil bitterbösen Pointen begeistert das Zofingerconzärtli 2020. Stars sind das Double der Basler Nationalrätin Sibel Arslan und einige „Nääbe-Lyyche“ wie diejenigen von Joel Thüring und Mustafa Atici. Da das „Conzärtli“ seinen Namen zu Recht hat, erfreuen Nick Bersinger (Klavier) und Christian Schmid (Gesang) das Publikum mit klassischen Darbietungen. Für die Fasnachtsmusik zeichnen die Alte Stainlemer.
Das Drummeli startet am Samschtig mit ihrer speziellen Tour de Bâle. Sie führt vom Rhein zum Münsterhügel, in tiefe Keller und ins Rotlichtviertel.