Ohne Worte
28. Februar 2020 | Von André Auderset
Weil am Rhein lässt sich von der Panik nicht anstecken: Der Buurefasnachtsumzug der Weiler Strassenfasnacht am kommenden Sonntag, 1. März, das Guggenmonsterkonstert am morgigen Samstag, 29. Februar, und alle weiteren Veranstaltungen können wie geplant stattfinden. Dies hat die Stadtverwaltung nach eingehender Beratung zur neuen Situation um das Coronavirus und vor dem Hintergrund der abgesagten Basler Fasnacht am heutigen Freitagmittag beschlossen. Vielleicht ein Alternativangebot für deprimierte Basler Fasnächtler?
Aufgrund der bundesrätlichen Notverordnung sind Morgestraich, Cortège oder die Guggenkonzerte ohnehin verboten. Ebenfalls nicht gestattet ist etwa das Gässle oder das Abhalten von Schnitzelbangg-Veranstaltungen. Das gab der Regierungsrat heute bekannt.
Wegen des Corona-Virus werden in der Schweiz alle Veranstaltungen mit mehr als 1’000 Besuchern verboten. Dies gab der Bundesrat heute an einer Medienkonferenz bekannt. Damit wird auch die Basler Fasnacht verboten.
Auch im 2020 wird das Comité Anstrengungen unternehmen, damit die Verdunklung am Fasnachts-Montag um 4 Uhr eingehalten wird. Die Bemühungen in den letzten Jahren zeigten Wirkung – es gibt aber noch Luft nach oben. Das Fasnachts-Comité weist darauf hin, dass beleuchtete Schaufenster und Reklamen nicht nur die fasnächtliche Stimmung stören, sondern auch eine Übertretung darstellen, die gebüsst werden kann.
Auch im 2020 findet am Sonntag nach der Fasnacht wieder die traditionelle Zeedel-Lääsede in der Baseldytsche Bihni im Kellertheater im Lohnhof statt. Ab 17 Uhr lesen Felix Rudolf von Rohr, Edith Schweizer-Völker, Heidi Dederding und Beat Trachsler. Der Eintritt ist frei; es gibt eine Kollekte.
Ganz spezielle „Leichte Mädchen“ sah man nach der Drummeli-Derniere in der Weber- und Ochsengasse. Die Olymper, die am „Monstre“ das Rotlichtviertel ausspielten, nahmen nach der letzten Vorstellung folgerichtig eine Ortsbegehung vor – und dies im korrekten Tenue. Das Beweis-Video gibt es hier – Merci Silvia Fuchs
Vor über 100 Jahren wurde er geboren: Der Schriftsteller, (Fasnachts-)Dichter und (Fasnachts-)Journalist Rudolph Bolo Mäglin. Der Schöpfer der berühmten Gilberte de Courgenay schrieb über 50 Fasnachtszeedel und war ein akribischer und bekannt-gefürchteter Beschreiber der Basler Fasnacht in der damaligen National-Zeitung. Dank seines neugierigen Enkels sind viele seiner schriftlichen Schätze nun für die Nachwelt zugänglich.
Beim Organisatorischen der Fasnacht 2020 ändert sich gegenüber den letzten Jahren nicht viel. Noch immer ist der Cortège durch Baustellen behindert. Speziell umgeleitet werden die Schääse. Mehr oder weniger alles beim Alten bleibt auch Bei Guggen und Schnitzelbänken, wobei hier das 100-Jahre-Jubiläum der BSG hervorsticht.
Mit herrlich dargestellten „Lyyche“, vor allem aber mit hoher Aktualität und zum Teil bitterbösen Pointen begeistert das Zofingerconzärtli 2020. Stars sind das Double der Basler Nationalrätin Sibel Arslan und einige „Nääbe-Lyyche“ wie diejenigen von Joel Thüring und Mustafa Atici. Da das „Conzärtli“ seinen Namen zu Recht hat, erfreuen Nick Bersinger (Klavier) und Christian Schmid (Gesang) das Publikum mit klassischen Darbietungen. Für die Fasnachtsmusik zeichnen die Alte Stainlemer.