Zwei Basler Trommelbauer «fusionieren»

30. September 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Seit über dreissig Jahren baut Harry Bühlmann schon Trommeln. Der gebürtige Basler fand schon früh Gefallen an diesem Instrument. Mit acht Jahren lernte er im «Dupf Club Basel» (DCB) unter der Leitung seines damaligen Trommelinstruktors Hans Panaseti das Wirbeln und die Grundlagen. Dies kam ihm dann vor allem als Militärtambour zu Gute. Auch heute noch ist Bühlmann ein aktiver Fasnächtler und seit über 60 Jahren in der selben Clique. Die Faszination des Trommelns fesselte ihn so, dass er beschloss, seine eigenen Trommeln zu bauen. Er richtete sich im Untergeschoss der Drogerie seiner Frau am Brausebad ein kleines Atelier ein. «Einen Laden hatte ich nie. Einzig ein Schaufenster wies auf meine kleine Firma hin», erzählt Bühlmann im Interview mit «Basler Fasnacht Online» (BFO). Er spezialisierte sich auf den Bau von Holz- und Messingtrommeln, denn das Arbeiten mit Holz war dem gelernten Zimmermann nicht fremd. Den Trommelbau betrieb Bühlmann, der während 37 Jahren beim Gerichtsmedizinischen Institut in Basel tätig war, nebenbei als Hobby. Erst nach seiner Pensionierung widmete er sich «vollamtlich» diesem Handwerk.

Ist Basel eine Hochburg für den Trommelbau? «Nein, das kann man so nicht sagen. In der ganzen Schweiz werden qualitativ sehr gute Trommeln gebaut», antwortet Bühlmann fast bescheiden. Einzig der schwarz-weisse Reifen unterscheidet «unsere» Trommeln von den restlichen. Aber auch hier gibt es Unterschiede in Basel. Mal nach links, mal nach rechts, oder sogar das Seil durch den schwarzen statt durch den weissen Teil. Die Schweizer Militärtrommel hat einen rot-weissen Reifen, wie sie auch im Oberbaselbiet anzutreffen ist. Die «Bühlmann-Trommel» ist reine Handarbeit. Für die Holztrommel werden feuchte Sperrholzplatten in die runde Form gebogen und verleimt. Einzig die Zargen (Trommelkörper) für die Messing- und die Alutrommel werden extern gefertigt.

Anfangs September feierte Bühlmann seinen 71. Geburtstag und beschloss ein bisschen kürzer zu treten. Mit dem Trommelbau ganz aufhören wollte er nicht und so entschied er sich, seine Firma «Harry Bühlmann Trommelbau» an die «Schlebach AG» zu verkaufen. Es war nicht nur ein Verkauf, sondern eine richtige Fusion. Bühlmann arbeitet seither bei Rolf Schlebach und stockt mit seiner «Spezialität», der Messingtrommel, die im Fachjargon auch «gääli Drummle» genannt wird, das Verkaufsangebot auf.