Zoobe dien alli glänze – d Gugge bi ihrem Schränze

23. Februar 1999 | Von | Kategorie: Nachrichten

Eine fast unübersehbare Marschkolonne von 26 Guggen mit an die 800 Schränzern pa radiert vom Messeplatz her über die Mittlere Brücke ins Grossbasel zu den tradit ionellen Konzertorten auf dem Märt (FG-Gugge) und dem Seibi (IG-Gugge). Kenner d er Guggenszene machen dabei für die erste Gugge des Corsos ein Novum aus: Die 50 -jährigen Pumperniggel, die den Schränz-Marathon auf dem Seibi kurz vor 20 Uhr e röffnen, werden wegen des Jubiläumsjahres angeführt von acht trommelnden (olympi schen) Galliern (oder besser gallischen Olympern). Nach ihnen wäre eigentlich di e Reihe an den Orginal-Chnulleri, doch weil diese mit den Dalbaneese fusioniert haben, bringt ihnen die Schotte-Clique ­ sie gehört keiner der beiden Vereinigun gen an ­ unter dem Jubel des vieltausendköpfigen Publikums zuerst ein «Hochzeits ständchen».

Dann ein erster Zwischenspurt auf den Märt, wo die 20-jährigen Uelischränzer das FG-Konzert eröffnet und nach ihrer Schlussnummer grosse Ballone in den Himmel geschickt haben. Unter dem Dirigat einer kessen Blondine mit wallender Mähne brin gen dann die Rhyschwalbe die Guggefans in Wallung. Auch hier schunkeln sie zu Ta usenden mit. Die IG-Gugge Messing-Käfer ­ ihre Köpfe kommen im Licht der Scheinw erfer besonders zur Geltung ­ ist Gast auf dem Märt-Podium. Die FG-Gugge Krachsc hnygge hält dafür zur praktisch selben Zeit Gegenrecht auf dem Seibi, wo wir bei unserer Rückkehr gerade den Applaus für den BSG-Bangg Rätschbääse mitbekommen.

Zuvor waren schon die Värslibrinzler der Näschthogger an der Reihe. Die IG Gugge und BSG haben dieses Jahr nämlich «fusioniert». In den Pausen zwischen den Guggen-Auftritten sind drum Bängg angesagt. Offensichtlich zum Gefallen des Publikums, es goutiert jedenfalls die Verse der Schuggi Family, der Bäddler, Wegglibueb e und wie sie alle noch heissen. Nach der Negro-Rhygass, die mit einer ganzen Sc har Dreikäsehochs als Kiebitze und ebenfalls mit «Öllümpe» auf die Bühne kommt, feiert auch die Sumpf ihren 50. Geburtstag; der dritte 50er Jubilar sind später schliesslich die Seibi-Schränzer. Doch zuvor gehört die Bühne den 33 Rätsch-Beeri, die als einzige Frauen-Gugge ­ wen wundert’s ­ äusserst romantische Melodien im Repertoire haben. Die Baggemugge, die Schränz-Gritte in ihrem traditionell or angen Outfit und die Stachelbeeri heizen den Guggeliebhabern ebenfalls gehörig e in, was auch angebracht ist, verlieren sich doch die Schränztöne immer wieder in gelegentlichem Schneegestöber.

Auch auf dem Märt kocht derweil die Guggenseele. Die Ventilatore, die Schänzli-F äger, die Gaschtro-Noome, dann die Räpplischpalter (welch herrlicher Sound), die Stenzer Gugge (mit zum Namen passenden Kostüm) und die gemeinsam auftretenden Altstadt-Schränzer/Basler Strizzi haben ihr Publikum nicht in der Gugge, dafür im Sack. Vornehm wie immer die Guggemysli, wie ein Gewitter die Grachsymphoniker, geschliffen schränzend die Sonate-Schlyffer. Nach ihnen sind die Schränzharmonik er und die Fasadeschränzer die letzten, die auf dem Märt die Fassaden erzittern lassen.

Auf dem Seibi bestreiten weit nach 22 Uhr die Messing-Käfer mit «über den Wolken…» den zweiten Bühnen-Auftritt an diesem Abend, und die grosse Guggen-Familie schwebt tatsächlich auf Wolke 7. Das kakophonische Dessert schränzt die «Schokoladen-Süss-Speise», «Tête du nègre» oder «negro head band» (für fremdsprachige Konzertbesucher), also die Gugge Mohrekopf.