Zofingerconzärtli: Es lebt von Tradition und drei prominenten Leichen

16. Januar 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

Auf Tradition wird beim Zofingerconzärtli bei den Fagunzen (wie sich die Studenten der Verbindung Zofingia Basel nennen) grosser Wert gelegt. Das beweist schon die Schreibweise mit einem «c». Beim Conzärtli handelt es sich um die älteste Basler Vorfasnachts-Veranstaltung, wurde es doch bereits 1889 zum ersten Mal aufgeführt. Seit 1942 bildet die Mordnacht, in welcher in der Stadt die rot-weissen Plakate überall angeklebt werden den Auftakt zum Ticketverkauf.

«Reschbäggdvoll simmer nit, ′s isch wohr», so beginnt die letzte Strophe vom Conzärtlicantus, welchen die Fagunzen jeweils zu Beginn des Programms singen. Und respektlos werden dann auch Themen wie die SVP oder Polanski parodiert. Doch im Mittelpunkt stehen jeweils die drei traditionellen Lyyche. Die «dramatis personae» sind dieses Jahr Bundesrat Hans Rudolf Merz v/o Hans Mit-em_Herz, UNO Menschenrechtsrat Jean Ziegler v/o Schand Ziegel und CEO Novartis Daniel Vasella v/o Daniell Was-stellsch-ah!? Den fasnächtlich-musikalischen Part bestreitet der Stammverein Schnurebegge 1926.

Was oft vergessen wird: Beim Zofingerconzärti handelt sich um ein Laientheater. Die Ausarbeitung erfolgt gänzlich durch Studenten in engem Kontakt mit ihren Altzofingern. Die Hauptarbeit wird erst zwei Wochen vor der Première geleistet um möglichst aktuell zu sein. Dies ist umso schwieriger, als mit der Semesterumstellung das Conzärtli neu während der Prüfungszeit stattfindet. Conzärtlipräsident ist dieses Jahr Cyril Wiasmitinow v/o Rigoletto, die Regie hat Moritz Marti v/o Bürschte.