Zofingerconzärtli 2009: Die «Mordnacht» bildet den Auftakt

23. Januar 2009 | Von | Kategorie: Nachrichten

Heute Nacht ist «Mordnacht». Dann schwärmen sie wieder aus, die «Fagunzen» (wie sich die Studenten der Zofingia Basel nennen), um in der Innerstadt ihre rot-weiss-roten Plakate an allen möglichen und manchmal auch unmöglichen Orten anzukleben. «Dabei handelt es sich um die Weiterführung einer alten Tradition», erklärte Conzärtlipräsident Valentin Manetsch v/o Staibogg an der heutigen Medienorientierung. Denn die erste Mordnacht fand bereits im Jahre 1942 statt. Durch das Aufhängen der Plakate sollte der Ticketverkauf angekurbelt werden. Da die nächtliche Plakataktio an Hauswänden, Schaufenstern und Strassenschildern immer wieder für Ärger mit der Polizei sorgte, wurden in den letzten beiden Jahren neben den Plakaten auch rot-weisse Luftballons aufgehängt. Doch diese gingen rasch kaputt, so dass der Werbeeffekt sich «in Luft auflöste».

Auf Tradition wird beim Zofingerconzärtli bei den Fagunzen grosser Wert gelegt. Das beweist schon die Schreibweise mit «c». Beim Conzärtli handelt es sich um die älteste Basler Vorfasnachts-Veranstaltung, wurde es doch bereits 1889 zum ersten Mal aufgeführt. Und da das Drummeli «Die Mutter aller Vorfasnachts-Veranstaltungen» ist muss das Conzärtli wohl die «Grossmutter» sein. «Eigentlich wäre es das 121. Conzärtli, aber da im Kriegsjahr 1941 keines stattfand ist es erst die Nummer 120» berichtete Conzärtliregisseur Joel Eschmann v/o Wurzel. Erschwert werden die Vorbereitungen durch die Semesterumstellung, da das Concärtli nun in die Prüfungszeit fällt. Währen die «Lyyche» bereits Ende Dezember bestimmt sind wird die Hauptarbeit erst zwei Wochen vor der Premiere geleistet. Nur so könne aktuelle Themen wie etwa die Abstimmung am 8. Februar noch ins Programm einbezogen werden.

«Reschbäggdvoll simmer nit, ′s isch wohr», so beginnt die letzte Strophe vom Conzärtlicantus, welchen die Fagunzen jeweils zu Beginn des Programms singen. Und respektlos werden dann auch Themen wie Digitas, die Armee oder Roger Federer parodiert. Doch im Mittelpunkt stehen jeweils die drei traditionellen Lyyche. Die «dramatis personae sind dieses Jahr René Häfliger v/o Rednit Häfekäs, Samuel Schmid v/o Schäm-mi Niid und Francine Jordi v/o Frohsinn Jodeldidödeldu. Im Programmheft werden sie wie folgt vorgestellt:

Rednit Häfekäs

Är macht alles und isch wichtig,

Was aber macht dä Herr denn richtig?

Am Färnseh gheert är zu de Ständige,

Doch het är kaini guete Sändige.

Was blybt? Dr FCB, s Tattoo,

Und d Sändig «Müller’s Kuh macht muh».

Am Piccolo duet är guet gryffe

Und isch eso emool kai Pfyffe.

Schäm-mi Niid

Dr Seppli maint es sig ni rächt

Sy Tschobb miech är jo gar nid schlächt

Im Bundesbärn isch är jetzt nimm

Dr Muurer findet’s nid so schlimm.

Dr Bach derab gieng schients d’Armee

Und hindedryy schwimmt d’SVP.

Bi beesem Wind, do setzt me s’Reff,

E Sägler nähmt kei Roland NEF.

Frohsinn Jodeldidödeldu

Die Jodler-Buure-Senne-Brutt

Michti sich guet grad au no blutt.

E Kätzli ischs – e zarts, e fiins –

Mit Trachte-Huet und satte Tschiins.

Und au die scheene Schwizer Bärge

Verkerperet si nid als Zwärge.

Begehrt isch si bi mängem Schelm,

Doch stoh duet si uf Velohelm.

Das Zofingerconzärtli 2009 findet vom Donnerstag, 12. Februar bis Samstag, 14. Februar um 20 Uhr im Stadtcasino Basel statt. Obwohl der Interne Vorverkauf gut gelaufen ist hat es noch für alle drei Vorstellungen Plätze frei, wie Manetsch betonte. Neben Conzärtlicantus, Prolog und den Rahmenstücken bestreiten der Pianist Christian Brunner v/o Q-Dur mit der «Etüde in E-Dur» und der «Polonaise in cis-Moll» von Frédéric Chopin und die Lälli-Clique den musikalischen Teil.