Heute Abend wird emsiges Treiben im Breo am Nadelberg herrschen. Als Vorbereitung auf die traditionelle Mordnacht werden Studenten der Zofingia Basel (sie nennen sich Fagunzen) im Zimmer der Altherren rote und weisse Ballone aufblasen. Dies werden dann morgen – zu Ehren des Vogel Gryff vor allem im Kleinbasel – das winterliche Weiss überstrahlen und auf das bevorstehende «Zofingerconzärtli» hinweisen. Da die nächtliche Plakataktion der Mordnacht an Hauswänden, Schaufenstern und Strassenschildern immer wieder für Ärger mit der Polizei sorgte, kamen letztes Jahr, neben den rot-weiss-roten Plakaten erstmals die bunten Luftballons zum Einsatz. Und da das Echo sehr positiv war wird die Aktion fortgestzt. «Die erste Mordnacht fand übrigens bereits im Jahre 1942 statt», wie Conzärtliquestor Michael Wieser v/o Dobbel-Dee nicht ohne Stolz berichtete.
Über das Conzärtli selbst orientierte der Conzärtlipräsident 2007 Marco Orsini v/o Kübel-Bligg. Die älteste Vorfasnachts-Veranstaltung wurde im Jahre 1889 erstmals aufgeführt. Die Ausarbeitung des Programms erfolgt gänzlich durch Studenten, also ohne professionelle Hilfe. Allerdings besteht ein enger Kontakt zu de AZs (Altzofinger), welche aus ihrer Conzärtlierfahrung immer wieder Tipps geben. «Da es sich um ein Laientheater handelt hat es den Vorteil, dass wir absolute Narrenfreiheit besitzen», erklärte Orsini. Die Hauptarbeit wird zwei Wochen vor der Premiere geleistet, und dies, obwohl zu dieser Zeit auch noch Prüfungen anstehen.
Immer wieder gespannt ist man, wer die «Dramatis personae», vulgo die drei «Lyyche» sind. Diesmal handelt es sich um Erich von Däniken v/o Myst-Erich von Dämligen, Ueli Maurer v/o Chueli Buur und Barbara Schneider v/o Bobsi Bauarbeite. Im Programmheft werden sie wie folgt vorgestellt:
Myst-Erich von Dämligen
Är het vyli dausig Biecher gschriibe,
Do hätti sich Georges Lucas no d’ Auge griibe.
’s isch en Usserirdische in sy Ufo ghockt,
Vom Myst-Erich nach Interlake glockt.Doch der Ytritt isch ihm z’astronomisch gsi,
Drum isch es mit däm Park jetz au vorby.
Statt Architekte duet är lieber Aliens vertraue,
Villicht kenne die uns ´s ney Stadtcasino baue.Chueli Buur
Us em tiefe Oschte isch uf Wiehnachtstour,
kai Russe-Spion, nai, der Chueli Buur.
Vom Sohn het är e Greesli boschtet, rauchig im Gout,
het’s gsäit, doch gärntet mit ere Milliarde Gwinn het’s denn d’EU.
Trotzdäm het ’s ihn aber heftig kalt gloh,
dass d’ Asylante dank ihm mien das Land verloh.
Und e Quittig het är au nit unterschrybe miesse,
drum het men ihn grad gar nit kenne biesse.Bobsi Bauarbeite
Vo dr Rittergass zem Minschterblatz
Schlycht e hagri, magri Katz.
’s isch d’ SP-Frau im glaine Root,
wo nochdängglig im Büro stoht.Zollfreistroos, Baustelle sin ihri Sorge,
Protäscht ums Polarium blybt nid verborge.
Zmindescht ai Kummerbueb isch si jetzt los:
dr Vosseler zaigt de Amis sy Öko-Flooss.
Das Zofingerconzärtli 2007 findet vom Donnerstag, 8. Februar bis Samstag, 10. Februar um 20 Uhr im Stadtcasino Basel statt. Auch wenn bereits etwa 80 Prozent der Billetts verkauft sind hat es noch für alle drei Vorstellungen Plätze frei, wie Eric Flückiger v/o Déjà-vu, Präsident der Zofingia Basel betonte. Neben Conzärtlicantus, Prolog und den Rahmenstücken bestreiten der Pianist Christian Brunner v/o Q-Dur mit dem Scherzo in g-moll op.31 von Frédéric Chopin und die Rootsheere Clique den musikalischen Teil.



