Zeedel-Lääsede (II) Hier kommt das Positive!

1. März 2023 | Von | Kategorie: Nachrichten

Nach einer eher düsteren ersten Zeedel-Runde am Montag versprach der Schreibende, am Mittwoch vermehrt das Schöne und Optimistische aufzunehmen. Dieses Versprechen soll nachfolgend eingelöst werden. Hier also positive Zeilen aus der zufälligen Zeedel-Auswahl.

«Wo bleibt das Positive?» fragte einst Erich Kästner. Wir beantworten dies mit einem klaren «Hier ist es!» und zitieren einige Passagen aus den Zeedeln, die wir in reicher Menge am Mittwochs-Cortège erhalten haben. Wobei dieselbe Einschränkung wie am Montag gilt: Die Auswahl ist naturgemäss ziemlich zufällig und erst noch hochgradig subjektiv.

Positive Schwingungen verbreiten schon mal die Vogese Rueche, die Schwingen und Fasnacht in Einklang bringen unter dem Sujet «Mir schwinge mit!». Allerdings appellieren sie auch an den gesunden Menschenverstand:

Nit bi jedem Saich uff Ärde
muess au mitgschwunge wärde

Die Alti Richtig nimmt sich der Welt akademischer an und vor allem auf (Küchen-)Latein mit «Ordino ergo sum», frei übersetzt, ich halte Ordnung, also bin ich. Sie zählen zwar das viele Chaos auf Erden an, empfehlen aber eine befreiende Schrei-Therapie dagegen:

Loset jetzt, was ihr mien mache
zum wider froh z sy und au lache
Schreiet uuse «Big Bäng bum»
Ordino ergo sum

Bei allem Aufruf zum Optimismus, so ganz kommt man um die aktuellen Probleme nicht herum. Beklemmend ironisch kommentieren die Ohmächtigi Brieder das Schicksal der in der Ukraine kämpfenden Soldaten:

Si kemme sänkrächt, iberwiigend
und kehre haim, vorwiigend liigend

Nun aber schnell wieder was zum Aufheitern. Die Grachsymphoniker haben da eine berauschende Lösung:

E Joint am Morge
verdryybt Kummer und Sorge

Die Alte Garde der Spale Clique findet, es sei hilfreich, nicht ganz normal zu sein, um den ganzen Mist um einen herum besser zu ertragen:

Mir sin nit ganz bache
Villicht, will mer drotz allem lache
Unbrämst gliggligg Fasnacht mache
Alles nit so ärnscht dien nää
Drotzdäm immer s`Beschte gää

Gegen eine «Schäär im Kopf» wehren sich die Bâloinese, die den Unsinn der kulturellen Aneignung sehr schön verurteilen:

Kultuure kennt me doch vermische?
S goot emänd um Akzeptanz
Vo doo und dert e bitzli fische
So leersch nit nur e Dail, leersch s Ganz…

Die Fasnacht ist ja auch ein Ort der sozialen Kontakte unter allen Volksschichten. Ganz besonders wichtig ist dies in Zeiten, wo alles mit «e» anfängt, wie E-Voting, E-Mails usw. Nicht aber die Fasnacht, meinen die Dissonänzler:

Vo Mensch zue Mensch Kontakt haa, e soziale
das isch fir unseri Gsellschaft no immer s Ideale

Besonders positiv gestimmt kommt die Güete Bonjour Clique aus der Corona-Zwangspause. Ihnen war auch noch der Wagen samt Ausrüstung abgebrannt – dank einem Crowdfunding kam das Geld für einen Neubau zusammen, so dass die Clique nun mit einem «Rebonjour» grüssen kann. Ihr Zeedel ist übrigens in Elsässisch gehalten:

Drei Taj Iwerstunde am Carneval vu Bâle
mit bloier Bluse und rotem Schal
E Teil vum Patromoine Mondial pflege
des mach i gärn, das isch doch e Säge!

Um den fasnächtlichen Nachwuchs machen sich die Kloschterräbe Sorgen und fragen sich, ob man diesen bald klonen müsse. Bei den Fröschen habe dies ja schon wunderbar geklappt, wobei:

Am Schluss kunnt dr Storch – dä git em Frosch dr Räscht
so machsch halt – statt kloone – dr Nochwuggs im Näscht

Zum Schluss zitieren wir gerne den VKB-Stamm, der sich für eine saisongerechte Ernährung stark macht und am liebsten alles in der Schweiz anbauen möchte. Danach soll es aber auch eine Belohnung geben:

Wenn mir fertig sin, denn könne
mir uns Ferie in dr Karibik gönne
am Strand uns erhoole vom Krampfe
unter  Palme Crevettecocktail mampfe
uns Ananassaft ins Gleesli giesse
und e Guayabasorbet gniesse
So könne mir alli Sorge vergässe
und ändligg wiider mol ganz normal ässe

Mir gniesse jetzt aber erscht noonemoll s Pfyffe, Ruesse und Schränze uf dr Gass. Also ab in d Stadt – mer gsehn is und nämme denn aine, gäll Digge!