Der Basler Comitébangg „Die Penetrante“ laden seit zehn Jahren zu ihrer Stuubede in den Formonterhof ein. Ein feiner Abend mit viel Wortwitz und hochstehender Fasnachtsmusik macht Lust auf eine unterhaltsame Fasnachtszeit.
Die OffenBar an der St. Johannsvorstadt ist ein heimeliges, kleines Gemeindekaffee der christkatholischen Kirche Basel-Stadt, welches sich ein Mal pro Jahr in ein kleines Epizentrum der Fasnachtskunst verwandelt. Nur gerade 62 Menschen finden in den verwinkelten Räumen Platz. Und die Bühne für die Akteure hat die Ausmasse einer Massageliege. Auf kleinstem Raum bitten die „Penetrante“ seit zehn Jahren zu ihrer Stuubede, welche sich mit viel Wortwitz und hochstehender Fasnachtsmusik präsentiert. Im Jubiläumsjahr an sieben Abenden!
Die Türen öffnen sich rund zwei Stunden vor Beginn des Programmes und die OffenBar serviert ein kleines Menu für 15 Franken. Bei Wein und Bier oder Mineral vergeht die Zeit bis zum Programmbeginn und schlag halb acht sind die 62 Zuschauer angekommen und erleben fein gedrechselte Sätze im Prolog von Bernhard Affolter. Danach geben sich die hauseigene Pfyffergrubbe und die Banggformationen ein Stelldichein.
S Anggewegglimaitli (am Premièrenabend extra aus Andermatt angereist), dr Fäärimaa und natürlich die Gastgeber zeigen auf, was für Bängglerthemen in 2017 obenauf schwimmen werden: Sicher ist, dass die in 2016 meistbesungene Martullo-Blocher von Donald Trump abgelöst werden wird und dass der Baschi Dürr mit seinen Schugger-Wägen ein dankbares Sujet für d Bängglerszene bietet.
Zusätzlich singt „dr Furzknote“ ein paar Verse. Er (ode sie?) räumt allerdings mit dem besten Trumpvers des Abends ab. Der Vergleich der Ämter und Frisuren von Trump und Dürr ist grossartig. Über den Rest des Programmes zu schreiben ist obsolet. Grossartige Pfyfferkunst, ein Tambour, der toll trommelt (aber – auf Anforderung der Regie – leider viel zu leise…), immer unterbrochen von den „Källnervärs“. Die kommen von Ruedi Messerli, der als Kellner mit scharfen Reimen seinen Kommentar abgibt: „Em Wessel, Morin und em Dürr – fählt mängisch aifach s neetig Gschpürr…“.
Ein Höhepunkt des Abends sicherlich dr Ueli, gepfyffen, getrommelt und virtuos auf dem Klavier begleitet. Die Penetrante treten neben der Original-Penetranten-Ausgabe auch als äusserst witzige Nebenformationen auf und singen ihre Coverlieder auf die neue Regierung und auf Frau Pegoraro (hoffentlich hört die das irgendwo…). Abgeschlossen wird der Abend durch einen fein gedrechselten, etwas langfädigen Epilog, der von einem bekennenden „Schwööbli“ (Michael Bangert) vorgetragen wird.
Wir haben einen sehr unterhaltsamen, familiären Abend erlebt. Zwei Stunden erstklassige Unterhaltung mit perfektem Fasnachtssound. Und – die grosse, angenehme Nebenerscheinung – eigentlich gratis. Eintritt wird nicht verlangt, aber die Austrittskollekte wird gut gefüllt. Wenn ich könnte, würde ich hier von einem „Geheimtipp“ schreiben. Aber das tut man ja nicht, weil es dann sofort keiner mehr ist…
D Penetrante-Stuubede ist ausgebucht. Wer für 2018 eine Reservation tätigen will, meldet sich bei einem Mitglied des Bankes oder schickt eine e-mail an offenbar@ckk-bs.ch.



