Endlich ist es wieder so weit: Vom 20. Januar bis 13. Februar geht die dritte Ausgabe der «Wirrlete» über die Bühne des Tabourettli. Daher luden Daniel Buser, Walo Niedermann und Roland Suter zur Medienorientierung. Ihnen zur Seite sassen Florian Volkmann (musikalischer Leiter) und Caroline Rösslein. Die Begüssung übernahm Hausherr Claude Rasser.
«Wir vom Theater Fauteuil haben die drei Protagonisten 2005 angefragt, ob sie nicht bei uns eine neue Vorfasnachts-Veranstaltung machen könnten», erklärte Rasser. Heute ist er stolz darauf, «dass wir es sind, welche sie zu ihrem Glück gezwungen haben». Denn die Nachfrage war erfreulich. Waren es 2006 noch 15 Vorstellungen, so stieg die Zahl 2008 auf 19 – und dieses Jahr sind es bereits 22.
Walo Niedermann entgegnete, dass sie nie die Idee hatten, noch eine zusätzliche Vorfasnachts-Veranstaltung zu machen. «Davon gibt es schon genug», fügte er an. Ihre Idee war es, ein Programm auf die Bühne zu bringen, welches weder ein festes Programm mit Rahmenstücken noch Cliquen- oder Guggenauftritte brauche. Etwas mit viel schrägem Schabernack. Also ein «Vorfasnachts-Dings mit Schnitz, Pfiff, Tam und Tüt (aber ohne Tabu). «Zum Glück haben wir keine Sponsoren. So müssen die 2000 Vereinsmitglieder auch nicht zittern, dass ihr Verein aufgelöst werden muss, wenn ein wichtiger abspringt» meinte Niedermann augenzwinkernd.
So wurde in der ersten Ausgabe 2006 der Verein «Pro Carnevalis» – eine Fasnachts-Selbsthilfeorganisation – gegründet. 2008 sollte dann an der ersten ordentlichen Generalversammlung durch die Mitglieder ein Präsident gewählt werden, was aber nicht gelang. Für 2010 einigte man sich darauf, an der 2. Generalversammlung ein gleichberechtigtes Triumvirat mit Caesar (Walo Niedermann), Mäni (Roland Suter) und Leo (Daniel Buser) vorzuschlagen. Ob die Wahl diesmal gelingt oder ob das im Zusammenhang mit dem neuen Programm zufällig gefallene Wort «Trilogie» («Ich bin darüber selber erschrocken», so Niedermann zu Basler Fasnacht Online) bedeutet, dass das Ende des Vereins bevorsteht?
Jedenfalls versprechen die Macher eine Mischung aus Klassik und Moderne, Ernst und Satire, viel Musik, einem Mix aus verschiedenen Kulturen und noch weltumspannender als bisher. So sind logischerweise alle wichtigen (Neben-)Posten mit Ausländern besetzt. Also ein Wohlfühlprogramm, in dem das Publikum von Anfang an (es beginnt schon in der Garderobe) miteinbezogen wird, Leo mit seinem Handicap (er ist Landschäftler!) leben muss, Caesar nur die «3F» (Fasnacht, Frauen, Fussball) im Kopf hat und in welchem nicht gejammert wird, obwohl sich sehr bald tiefe Abgründe auftun werden. Ein Abend, an dem mit minimalsten Mitteln das Maximum geboten wird. Alles unklar?
Nebst dem erwähnten Triumvirat wirken an der Wirrlete 2010 auf der Bühne Renate Hürner, Christian Hürner, Florian Volkmann, Caroline Rösslein, Pascal Kottmann und Martin Bammerlin mit. Tickets sind noch für alle Vorstellungen erhältlich, doch der Vorverkauf laufe sehr gut – ohne Wirrlete, quasi.



