Wir trauern um unser Team-Mitglied Dennis L. Rhein

15. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Er war ein Berufsbasler, ein Fasnächtler, ein leidenschaftlicher Fotograf, ein Kämpfer für seine Ideen und letztlich gegen seine Lungenkrankheit. Das Mitglied der „Fasnacht.ch“-Familie Dennis L. Rhein hat diesen letzten Kampf allerdings verloren. Er starb gestern Mittwoch zweiundsiebzigjährig.

Keine zwei Wochen ist es her, als die Redaktionsgruppe des Basler Fasnachtsservers im Restaurant Rebhaus zusammensass, um die Einsätze während der Vorfasnachtszeit und an der Fasnacht selbst zu koordinieren. Dennis sass auch dabei – im Rollstuhl. Unterstützt von seiner Frau hatte er noch immer mitgedacht und sich für den einen oder andern Fotoauftrag gemeldet. „Dennis ist so froh, dass er Euch noch hat. Es ist wichtig für seine Genesung“, hatte seine Frau Ursi uns in der Rauchpause gesagt. Wir alle hofften, dass wir mit den kleinen Fotoaufträgen, die wir für ihn reserviert hatten, zur Besserung beitragen konnten.

Dennis L. Rhein war ein Berufsbasler. Über die Hotellerie und Gastronomie kam er zum Verkehrsbüro Basel, wo er als Vize-Direktor die Basler Fahne hochhielt, wo immer es möglich war. Als Organisator der unvergessenen Vereinsreisen pflanzte er Bäume in Israel, liess Basler Flaggen auf dem Loreley-Felsen wehen (was bis heute eine Exklusivität blieb), besichtigte Ratshäuser und Regierungssitze von diversen Städten, die er mit einer grossen Schar Vereinsmitglieder besuchte. Mit Leidenschaft organisierte er die Bundesfeiern am Rhein und liess es sich nicht nehmen, dem Feuermeister aus Luzern mit einem kräftigen „Fuego“ den Abschussbefehl für „sein“ Feuerwerk zu geben. Im Verkehrsverein setzte er sich auch dafür ein, dass die jüdischen Touristen ihre Prospekte in Hebräisch erhielten und alle wussten, dass Theodor Herzl im Hotel Drei König logierte, bevor er im Basler Stadtcasino den israelischen Staat gründete. Dennis Rheins ehemaliger Chef, der Basler Verkehrsdirektor H.P. Ryhiner, bezeichnet seinen Vize heute noch als „Chrampfer zu Gunsten der Stadt, die er liebte!“.

Politisch tanzte er jahrelang im Grossen Rat auf der Bühne der FDP. Seine Vision war ein „verkehrsfreier Aeschenplatz“ (schade, dass er da nicht durchgedrungen ist…), deshalb favorisierte er bei der Wettsteinbrücken-Abstimmung jenes Modell, welches sich senken liess, damit der Aeschenplatz unterfahren werden konnte. Er war enttäuscht, als die Basler den biedersten aller Vorschläge annahmen und sogar den „Calatrava“ links liegen liessen.

Seine Meinung und sein Wissen über Basel brachte er in den verschiedensten Gremien ein. Eine Liste wäre nicht vollständig. Aber klar ist, dass Dennis L. Rhein zünftig war und auch bei der Fasnacht kräftig mittat. Zuerst als Pfyffer bei der Gundeli-Clique, dann im „Rheinschen Familienzyygli“, welches durch sehr schmerzhafte Schicksalsschläge plötzlich nicht mehr existent war. Auch im Bänggler-Fach war Dennis L. Rhein tätig. Als „Dräggfänger“ sang er Schnitzelbängg.

Dennis Rhein stand immer wieder auf. Nach politischen Rückschlägen, nach Schicksalsschlägen in der Familie oder auch nur nach Kritiken aus dem Publikum (unvergessen jener Basler Wutbürger, der dem Dennis L. Rhein am 2. August eine Gugge voller Feuerwerksresten aus seinem Garten auf das Pult knallte!), schüttelte er den Staub von den Kleidern und marschierte weiter.

An Ostern 2015 aber holte ihn eine Lungenkrankheit ein, die er vehement bekämpfte. Trotz Sauerstoffflasche fotografierte er für uns die Fasnacht 2016, und wir waren eigentlich alle zuversichtlich, dass er auch 2017 für uns Bilder schiessen würde. Eigentlich war er für die Blaggedde-Vernissage kurz vor Jahresende vorgesehen. Wir werden die Fotos einem andern Fotografen anvertrauen müssen. Dennis hinterlässt seine Frau Ursula (Foto rechts), die ihn bis in die letzten Momente stark und unerschütterlich begleitet hat. Ihr und ihrem verstorbenen Mann sind unsere Gedanken gewidmet.

Dennis L. Rhein wird am kommenden Freitag, 16. Dezember 2016 um 11 Uhr 30 auf dem israelitischen Friedhof an der Theodor-Herzl-Strasse 90 (nahe Burgfeldergrenze)in einer öffentlichen Feier beigesetzt. Gemäss jüdischem Brauch sind Blumen- und Kranzbeigaben nicht erwünscht. Männliche Trauergäste tragen als Respekt vor dem jüdischen Glauben eine Kopfbedeckung oder eine Kippa.