Waggisverkleidung 2007: Eine lange Tradition kann wieder fortgesetzt werden

22. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Selbst Petrus zeigte sich erfreut, dass die Königsfiguren an der Fassade des «Trois Rois» endlich wieder eingekleidet werden konnten. Strahlender Sonnenschein und milde Temperaturen sorgten für ein grosses Publikum, dass staunend der Berufsfeuerwehr Basel zuschaute, als diese, bewaffnet mit den üblichen Waggis-Utensilien, per Drehleiter zum Umkleiden der Figuren schritt.

29 Jahre lang wurden am Donnerstag vor dem Morgestraich die Figuren, welche seit dem Jahre 1754 über dem Portal des Hotels am Blumenrain stehen in Waggis verkleidet. Doch in den letzten beiden Jahren fehlten die Majestäten. Der Grund: Das Hotel wurde total umgebaut. Doch seit dem Frühling letzten Jahres stehen sie, frisch renoviert und in voller Pracht zum Glück wieder auf ihrem Podest. Und so kann eine liebgewordene Tradition fortgesetzt werden.

Wie in früheren Jahren pünktlich um10 Uhr biegen die «Lufthyler-Waggis» in ihren traditionellen schwarz-weissen Kostümen auf dem offenen Saurer, einem alten Polizei-Überfallwagen in den Blumenrain ein. Neu ist aber die Larve: Zur Feier des Tages in Gold gehalten. Goldig auch das Strahlen des Ober-«Lufthyler» Pitt Buchmüller, der die ganze Sache damals initiiert hatte. Er selbst lässt sich allerdings nicht mehr mit der Drehleiter nach oben hieven. Laut bösen Zungen wäre sonst die maximale Traglast des Geräts massiv überschritten.

Dass die Feuerwehr ihren Job trotz der Pause nicht verlernt hatte, zeigte sich bald. In ruhigen Schritten mutierten Kaspar, Melchior und Balthasar zu Waggis Kaschper, Melchi und Balz. Die Zuschauer mussten dies nicht «trocken» begleiten: Zur fetzigen Musik der «Krach-Schnygge» wurden Weisswein, Orangensaft sowie heisse Kääskiechli serviert.

Bis nach der Fasnacht bleiben die Figuren nun in bleu-blanc-rouge. Das Abziehen wird dann (weil das Ende der Fasnacht eher als trauriges Ereignis zu werten ist) ohne Brimborium erledigt.