WAGEN/GUGGEN-CORTÈGE: Die Sonne liess Vieles farbiger erscheinen

3. März 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Basel schwitzt»: Das Sujet der Zoggelischletzer in der Badi, die als einer der ersten Wagen den Steinenberg herunter kommen, trifft an diesem Traumnachmittag mit purem Sonnenschein voll ins Schwarze. Auf der Gegenseite ist «s’rollende Klassezimmer» der Schinebloser-Waggis unterwegs. Wie es sich für acht fleissige Schüler gehört – der Fahrer verkörpert die Lehrerin –, demonstrieren sie lehrbuchmässig, wie auch eine Wagen-Clique ein Sujet glänzend umsetzen kann. Das Schulheft der Klasse 1a, das sie statt Räppli oder Orangen unters Volk bringen, enthält ein Fasnachts-ABC, ein Gedicht über alte Schulzeiten, ein fasnächtliches Kreuzworträtsel, eine Rechnungsstunde, das Lied «z’ Basel an mym Rhy», sogenannte «Höschmögge» und Kinderfotos der Klasse 1a. Ein glänzender Einfall, der von uns die Bestnote erhält.

Bis die erste grössere Gugge am Comité vorbei paradiert, geht’s eine ganze Weile. Es sind die Rhy-Pirate mit dem Sujet «A.I.D.A. – Au Idiote derfe Abstimme». Der Major, pardon die Majorin, ist die Schweizer «Anggela», das Sklaventreiber-Häuptlings-Töchterchen, das sooo gerne in Bern mitreden möchte und heute die Sklaventreiber der SVP kommandiert. Auch mit der SVP haben es die Däfilutscher, die im Kämpfer und mit Schweizerfähnli durebloche. Würden sie dabei in einen Unfall verwickelt, könnten sie sich gleich in die Obhut der Vogese-Rueche begeben. Diese spielen die Krankenkassen aus, die das Volk auspressen, und sind als acht Hobbychirurgen mit eigener Klinik unterwegs.

Schon von weitem ist eine veritable Flotten-Parade auszumachen. Die Rauracher-Rueche spielen auf den Irak an, auf ihrem Drachenboot befinden sich acht amerikanisch/britische Wikinger auf Beutefang. Auch die Helvezia-Strizzi schwimmen als acht Piraten daher. Auf dem Schlafschiff, das letztes Jahr bei der Schifflände geankert hat, absolvieren D’Route-Bysser-Waggis den Cortège, und die Pischtefäger als acht Geschäftsleute im Pyjama, die ebenfalls auf dem Schlafschiff Erholung suchen, sehen zum Schreien komisch aus. Letztlich «pfuuse» auch die Ammedysli 1946, deren Vortrag die Rhygwäggi Alte Garde ist, «uff em Bach». Mit einem zugegebenermassen schönen Schiff beenden wir die Waggis-Flotte: Bei den Wartebärg-Rueche ist «alles ägyptisch», was dies auch immer heissen mag…

In ihrem Schlepptau führen die Schiffe zur Abwechslung wieder einmal ein paar Guggen. Im Vortrab «Syydebelle», der Major als «Dupfus Basiliensis» und im Spiel «Schmuusiboys»: So sehen die Krachschnygge den Dupf-Club, der nach Zürich auswandert. Die Barbarossa-Binggis haben als Sujet die Zollinacht gewählt, marschieren als «Schwoobe-Waggis-Bebbi» vorbei und sind Garant dafür, dass wir uns um Guggennachwuchs nicht sorgen müssen. Solche Sorgen kennt die Schotte-Clique seit eh und je nicht. Ihr riesiger Harst befindet sich «uff Virus-Jagd», auf dem Wagen wütet die jüngste Virus-Brut, der Guggemajor ist der hinterlistige Joker-Virus, und wir lassen uns einmal mehr vom sensationell schönen Schotte-Sound infizieren…

Keinen eingängigen Sound, sondern schlicht Lärm produzieren die Räre-Waggis mit ihrer überdimensionalen Räre. Vielleicht gar nicht so schlecht, übertönt sie doch ihr Intrigieren. Hoch zu und her geht es auch auf dem Wagen der Rhyhafe-Waggis, wo der «Sässelidanz im Bundeshuus» im Gang ist. Allerdings lassen sich die acht Weibel nicht aus ihrer Ruhe bringen. «Tatuu-Tatää», so spielen die Rhybord-Rueche Waggis auf die Top Secret an. Der schränzgewaltige Harst der Negro-Rhygass hat sich ebenfalls der in der schottischen Fremde erfolgreich gewesenen Basler Trommelvirtuosen angenommen. Und – last but not least – machen wir einen imposanten Schotten als Major der Märtfraueli aus, der ebenfalls Top Secret dirigiert. Und was nach ihnen kommt, ist selbstverständlich streng geheim…