Wagenausstellung / Immer mehr Kiebitze in der Wagenburg

12. Februar 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

Erster Blickfang auf dem Kasernenareal ist ein riesiges weisses Schaf – das Dach des Wagens der Pischtefäger. Und vorne drauf, an der Verkleidung des Zugfahrzeuges, steht das Sujet:
Innere Härde schwarze Schoof
isch s wysse Schoof s schwarze Schoof.
Von den sieben schwarzen und dem einen weissen Schaf, die zum Wagen gehören, keine Spur – sie könnten aber beim zentralen Würstlistand oder in einem der improvisierten Beizlein sein, die auf dem Areal installiert worden sind, zumeist mit ein paar Festgarnituren neben einem Wagen. Zwei Binggis unterbrechen diese Gedanken, indem sie eine heftige Räppli-Attacke starten. Der Zivilist mit dem Kugelschreiber gibt da ein dankbares Opfer ab.

Ein Blick in die Runde zeigt, dass hier nicht einfach Wääge und Reggwisyte abgestellt sind. Der Platz lebt. Kinder tummeln sich da, mit und ohne Goschdym, und die eine oder andere Gugge marschiert über den Platz. «Hier ist es gut», sagt denn auch ein Wäägeler der Wartebärg-Rueche. Dieser Wagen ist belebt, er hat Beleuchtung, er symbolisiert das Tram-Museum, das immer noch gesucht wird. Man hat Gäste und bewirtet diese auch. «Wir sind zum vierten Mal hier und werden wieder kommen, das ist klar, sagt der Wäägeler noch.

Voll des Lobes ist auch Bruno von den Klybegg-Chnulleri. Sie feiern ein grosses Jubiläum, das Sujet lautet entsprechend «Fuffzig Joor im Glaibasel dehaim». Der Wagen stellt einen alten Bus dar, einen Oldtimer, und beherbergt zwei Schuugger, zwei Stroossewischer, zwei Chnulleri, zwei 3E-Brieder und zwei Zuhälter (im Rädäbäng steht dafür vornehm: Stenzer). «Wir werden den Dreijahresvertrag erneuern, wir kommen garantiert wieder», meint unser Freund noch.

Ein paar Positionen weiter steht der Lälli-Wagen. Auch da Zufriedenheit. «Nur ein bisschen mehr Leute dürfte es haben, der Platz verdient es!» Recht hat er.

Aber das kann noch werden. Das eine oder andere Schyss-dräggziigli dreht eine Runde durch das Geschehen. In der Mitte spielt eine Gugge auf, die Funatiker (mit Larve würde das Ständeli allerdings viel schöner klingen), beobachtet von ein paar Schränz-Gritte, die in der Nähe, beim Klingental, eine eigene Fasnachtsbeiz betreiben.

Echte Trouvaillen sind die Reggwisyte, die hier parkiert sind. Zum Beispiel eines der Spale-Clique, welche sich ja mit der Blutarmut in Basel beschäftigt (Sujet: «Me git nyt»). Auf dem kleinen Wagen ist ein Sarg montiert, der Deckel ist verrutscht und darum kommt der Inhalt zum Vorschein: Blutkonserven in Plastikbeuteln – wääh.

Beeindruckend auch das Reggwisyt der Olympia: In einem Vogelkäfig-Bett liegt der Pheenix-Fyyrvogel, wohl kurz vor der Auferstehung.

Tolle Stimmung herrschte dann auch am Abend in der Reithalle am Schnitzelbank-Abend, der erstmals durchgeführt und von Werner F. Vögelin (ex Kaffimihli) moderiert wurde.