«Bitte, liebe Frau Fasnacht, lass es nur einen Aprilscherz sein», schreibt eine Leserin als Feedback auf den Artikel «Eine Zensur der aufwendigen Art» von Basler Fasnacht Online (BFO). Und sie hat bei Frau Fasnacht Gehör gefunden: Selbstverständlich handelte es sich dabei um einen Aprilscherz. Auch inskünftig wird es an den «drey scheenschte Dääg» keine Zensur geben – weder am Cortège, noch bei den Schnitzelbängglern.
Das ausgearbeitete Sujet vorgängig dem Comité vorführen müssen? – Die Reaktionen auf den provokativen Artikel liessen nicht lange auf sich warten. Und das Abstimmungs-Ergebnis spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: 90 Prozent halten eine Zensur an der Fasnacht für deplatziert; immerhin 25 Personen waren der Meinung, dass das Comité eine Vorkontrolle durchführen dürfe. Diese Voten dürften die Rache für den BFO-Aprilscherz darstellen.
«Der Aprilscherz ist so gut, dass dieser fast noch geglaubt werden kann, wenn man an die Sujetdiskussionen der Fasnacht 2003 denkt», schrieb ein weiterer Leser. Und im Tagesverlauf erreichten uns zahlreiche Zuschriften, die die BFO-Redaktion zum Schmunzeln brachten: «Diese Form der Kontrolle ist unbedingt nötig», schrieb etwa eine Leserin, «zudem soll an den Bummelsonntagen auch eingangs Freie Strasse eine Gesichts- und vorallem Geruchskontrolle durchgeführt werden.» Auch der ehemalige Obmann und aktuelle Zeedeldichter der Güete Bonjour Clique meldete sich pointiert zu Wort: «Die älteste, 1939 gegründete Wagenclique ist als einfache Gesellschaft in Michelbach-le-Bas, Haut Rhin, immatrikuliert und unterliegt der französischen Rechtssprechung.» Und weiter: «Jetzt hän-mer fyr e süwere Zeddel z’schriwe bis am 15 février Zyt – salutations vum Zeddelschriwer vu dr Güet Bonjour Cliq‘.»
Doch bei weitem nicht alle haben den Artikel im ersten Moment als Aprilscherz einordnen können. «Als ich das Mail gelesen hatte, hat es mir wirklich den Nuggi rausgehauen», gibt ein Leser zu. «Schnell habe ich die Abstimmung mit Nein beantwortet und mir vorgenommen, die schweigende Mehrheit endlich zu verlassen. Jetzt muss ich schauen, wie ich den Adrenalinspiegel wieder auf Normalmass bringe.» Dennoch richtete er einen Dank an die Redaktion: «Guten Morgen, jetzt bin ich wach. Danke.» Aus Neuseeland wurde Kritik an die Adresse des Comités gerichtet: «Habt Ihr kalte Füsse bekommen? Shame on you, Comité, for considering censorship; I thought you were made of sterner stuff!» – Aufregung glücklicherweise umsonst…
Abschliessend die Meinung eines aktiven Schnitzelbängglers: «Es wäre vorallem bei einigen Bangg-Formationen tatsächlich nicht die schlechteste Idee zu zensurieren.»



