Von Kirchen-, Hochzeitsglocken und einem verwirrten Hobi

15. Februar 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Eine Kettenreaktion der besonderen Art soll sich am Morgenstraich im Raum Claraplatz abgespielt haben. Die Glocken der Clarakirche begannen ihr Geläut nämlich schon um 3:58 Uhr – die «Rätz-Clique» zeigte sich der Kirche hörig und begann ihr Spiel. Und weil die «Rätz» ja nicht falsch liegen konnte, zogen die umstehenden Cliquen nach. Dem Vernehmen nach will der Küster der Clarakirche seinen Lapus am Donnerstag-Morgen korrigieren und auch den «Aendstraich» 120 Sekunden zu früh einläuten.

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Wer den diesjährigen Morgenstraich verschlief, dem standen wohl gleich zweimal die Haare zu Berg. Zum ersten Mal beim Blick auf den Wecker und zum zweiten, wenn der Arme dann auch noch Radio Basilisk einstellte. Dort moderierte doch tatsächlich von 7 bis 10 Uhr eine waschechte «Ziirischnuure» namens Meier. Es sei ein Beschluss der Geschäftsleitung gewesen, war vom Fischmarkt zu vernehmen – und zumindest der (Luzerner) Chefredaktor sei begeistert. Weniger begeistert zeigte sich die Hörerschaft, welche den «Tagilisk» mit bösen Mails betreffen «Limmat-Chinesisch» nur so eindeckte.

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Ein Wunder war es im übrigen beinahe zu nennen, dass überhaupt fasnächtliches über die Wellen von 107,6 MHz schwappte. Die von Fasnachts-Koordinator Marco Studer bestellte ISDN-Leitung ins Stadt-Casino wurde nämlich von Swisscom schlicht vergessen. In einer Nachtübung konnte die notwendige Technik doch noch bereitgestellt werden. Keine Pannen wird es dafür beim Querschnitt des Radio Basilisk geben. Der fällt nämlich dieses Jahr schlicht aus. Auch dies ein Beschluss der Geschäftsleitung…

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Ein eher ausgewöhnliches «Ständeli» dürfte die «Spale-Clique» am Dienstag-Morgen gebracht haben. Ihre beiden Tambouren (Wie heisst dies eigentlich bei Frauen? Taboureusen? Tambouretten?), Fränzi Humair und Fabian Kuhn, gaben sich zwischen Retraite und «Mätzli» auf dem Standesamt noch schnell das Ja-Wort. Dass die beiden Hand in Hand schaffen können, haben sie mit der Kreation des Trommeltextes für den Drummeli-Marsch «Opus 4051» bereits bewiesen. Fraglich bleibt, wer in Zukunft wem den Marsch bläst.

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Die Finanzverwaltung kann doch nicht ein so kompliziertes Departement sein. Die Neo-Vorsteherin Eva Herzog sah nämlich keinen Bedarf, die von Amtes wegen eher ruhige Fasnachtszeit zum Einarbeiten zu nutzen; stattdessen kehrte sie Basel den Rücken und geniesst nun andernorts ihre Ferien. Ein Gerücht sei, dass sie bei Jörg Schild im Tessin weilt, um sich in die Geheimnisse des Regierens in Basel einweihen zu lassen.

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Fasnächtliche Freuden genossen dafür die Polizeikommandanten des Konkordates Nordwestschweiz. Sie verstärkten am Morgenstraich und am Montags-Cortège den Vortrab der «Verschnuufer». Dem Vernehmen nach mussten die wackeren Neo-Vorträbler mehrfach daran gehindert werden, andere Teilnehmer der fasnächtlichen Demo einzukesseln. Nicht bestätigt ist, dass BL-Commander Stucki seinem BS-Kollegen Zalunardo geflüstert habe, welches Tier jenseits der Hülftenschanz als Spitzname für den Basler Polizeichef herhalten muss (Tip: Es hat einen gaaaanz langen Hals).

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Medien-Hansdampf-in-allen-Gassen Urs Hobi erlitt am Fasnachts-Montag eine regelrechte Panikattacke. Nach seinem stimmlich (Räusper, Hust und Krächz) wie inhaltlich (Isch daas e Clique? Nai, y glaub e Gugge – oder doch e Waggis-Waage?) gehaltvollen Auftritt bei Telebasel wollte er für die BaZ noch die Spalte mit den Schnitzelbänggen schreiben. Doch, oh Schreck, die Datei mit den Versen der Basler Schitzelbangg Gsellschaft war nicht mehr vorhanden. Gewitzt wie der alte Profi nun mal ist, verlangte er die Verse per Mail an den BSG-Vorstand nochmals ein. Obfrau Bettina Carpanetti, wegen Kinderfreuden am Stillen statt am Singen, mailte das Gewünschte sofort, bekam es aber ebenso unverzüglich wieder zurück mit der Meldung «Mailbox des Empfängers voll». Solange es nur die Mailbox ist…

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BSG und Hobi hatten im übrigen schon im vergangenen Jahr so ihre Schwierigkeiten. Da vertrat der Altmeister nämlich -minu im Abfassen der «Tante Elsa»-Spalte – mit dem Ergebnis, dass die erstaunten Bänggler schon am Freitag lesen konnten, wie gut es der Prominenz am BSG-Schlussoobe gefallen habe. Allerdings war der dann erst am Samstag.