Mit einem Knall erschienen die Verschnuuffer1956 erstmals auf der Bildfläche der Basler Fasnacht: Auslöser für die Cliquengründung war nämlich eine folgenreiche Ohrfeige.
Die Geschichte der Verschnuuffer beginnt mit dem Aufbegehren einiger Schnuuffer der ARI (Alti Richtig) gegen den ehrwürdigen Trommelinstruktor Fritz Berger. Dieser hatte seine Junggardisten wohl etwas zu arg am Gängelband gehalten. So erinnert sich Hans-Peter Ryhiner als Gründungsmitglied und langjähriger Obmann noch heute lebhaft an Fritz Berger: «Er war ein hervorragender Trommler, zeigte aber hin und wieder despotische Züge.» Als die Schnuuffer sich nach längerem Gärungsprozess während der schicksalsträchtigen Trommelstunde anno 1956 über Bergers drakonisches Regime beschwerten, setzte es für die 16- bis 18-Jährigen «Gläbber» ab. Da platzte den Schnuuffer der Kragen: Sie seilten sich von der «Kunsthalle» in die «Alte Bayrische» ab und beschlossen, fortan eigenständig Fasnacht zu machen.
Als gemischte Clique geboren
Unterstützung fanden sie bei der späteren Cliquenkünstlerin Valery Heussler, die trotz ihrer Volljährigkeit als «Tambeuse» nicht im Spiel des Stamms mittun durfte. Von ihr stammt auch der legendäre Ausspruch: «Denn simmer halt ab jetzt nimm Schnuuffer, sondern Verschnuuffer.»
Als kleiner Racheakt darf ihre Steckenlaterne an der ersten Fasnacht 1957 gewertet werden, die Berger ironisch als «Kindlifresser» zeigte: Die Verschnuufferwaren – als gemischte Clique – geboren.
Dies begründete gleichzeitig auch die tolerante Tradition der Verschnuuffer, die viel Wert auf Geselligkeit und gegenseitige Akzeptanz legen. In der Clique sollen sich alle, von den Jungen Verschnuuffer Gnepf bis zur alten Garde mit dem sinnigen Namen AHV ( Alti Haimeligi Verschnuuffer) wohl fühlen. «Bei uns steht der ‹Plausch› im Vordergrund», betont Obfrau Monika Baumli.
Dass die Verschnuuffer diesen Worten Taten folgen lassen, beweist ihr imposanter Vortrab von über zwanzig Fasnachtsbegeisterten, die durch gemeinsame Übungen in die Clique integriert werden. So treffen sich jeweils am Sonntag vor dem Morgenstraich
drei Generationen zum stimmungsvollen «Ladärne-Aadringge» im «Ramsteinerhof» an der Rittergasse. Lange Jahre war ausserdem das «Morgedringge» nach dem Morgestraich, eine inoffizielle «Stubete» mit Gaggo und Zopf bei Ryhiners Mutter Rose, ein gesellschaftliches Highlight.
Im Jahr 1966 gab sich sogar der Zürcher «Stapi» Emil Landolt die Ehre, der passend zum Sujet einer Freundschaftswoche zwischen Zürich und Basel danach am Cortège würdevoll Arm in Arm mit seinem Tambourmajor-Ebenbild am Comitéstandort vorbeischritt.
Eine spezielle Tradition der Clique findet vor Weihnachten statt: Alljährlich treffen sich die Verschnuuffer nämlich auf Einladung der Alten Garde zum «Crambambuli», wo mit dem «Verschnuuffer-Lied» der Zusammenhalt der knapp 100 Aktiven im Stamm sowie der 40 Jung und 35 Altgardisten gesanglich beschworen wird. «Wir fördern die gute Stimmung innerhalb der Clique», meint Ryhiner mit Blick auf den Nachwuchs: «Die
Fasnacht kann schliesslich nur durch die Jungen weiterleben.» Seit 2001 sind ausserdem die Luuser-Waggis zum Partner geworden; sie unterstützen den Cliquenzug mit ihrem Wagen.
Mit einem Lied am Drummeli
Obwohl sowohl Baumli wie Ryhiner bescheiden meinen, dass die Verschnuuffer nicht gerne grosse Töne spucken, ist die Clique für eines bekannt: Nämlich für ihre ausgefallenen Drummeli-Auftritte. So etwa beim 25-Jahre-Jubiläum, als man das Kiechli mit einem getrommelten, gepfiffenen und gesungenen «Bänggler» verblüffte, der von keinem geringeren als dem späteren Bo Katzman einstudiert wurde. So darf man auch
in diesem Jahr gespannt auf den samstäglichen Monstre-Jubelauftritt warten. . .



