Ungerechte Medienschelte für Bänggler

20. März 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

Eine Tradition ist sie ohne Zweifel, die CD mit dem Querschnitt durch die Basler Fasnacht, die jeweils nach den «drey scheenschte Dääg» in Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer Radio DRS und Musik Wyler erscheint. Und doch ist das Produkt heuer im ersten Moment optisch gewöhnungsbedürftig. Das beginnt bei der Hülle, neudeutsch dem Cover, für das zwar auch in diesem Jahr der Basler Grafiker Peter Affolter die Illustration beisteuerte – doch diese bricht aus dem bis anhin gekannten und liebgewonnenen Konzept aus. Kommt hinzu, dass die Produzenten auf jenem Cover erstmals untergebracht werden mussten – und hier fällt natürlich auf, dass Musik Wyler nicht mehr eigenständig, sondern seit vergangenem Jahr unter dem Dach von Bider & Tanner firmiert. Damit hat es sich dann aber auch schon punkto Neuland – der Rest ist eben doch Tradition.

Und eine solche ist es auch jeweilen, dass Produzent Raymond Wyler gegenüber Basler Fasnacht Online die Arbeit für den Querschnitt in Worte zu fassen versucht. «Es war insgesamt ein guter Jahrgang», resümiert er denn, bremst aber sogleich: «Es war aber kein überdurchschnittlicher.» Schwer getan haben sich die Verantwortlichen, zu denen DRS-Redaktor und Drummeli-Regisseur Michael Luisier (Co-Produzent) sowie Lucien Suter, Stephan Schneider und Hanspeter Mäglin (Aufnahmen) gehören, mit den Rahmenstücken: «Obwohl dieses Jahr die Wirrlete herrliche Beiträge zum herzhaften Mitlachen dargeboten hat, war es für uns als Audio-Verwerter eher schwierig, eine Auswahl zu treffen», so Wyler. Trotzdem haben es zwei absolute Höhepunkte aus dem Programm im Tabourettli auf den Silberling geschafft: «dr Guggegwäggi» (Kommentar Wyler: «Da sieht das berndeutsche Gschichtli fast schon alt aus daneben…») und das genialkomische Gesangsstück «S Füür vo dr Fasnacht».

Etwas grösser ist die Qual der Wahl jeweils bei den Schnitzelbängg, die das Gros eines jeweiligen Querschnitts bilden. «Auch wenn gewisse Medien leider den Eindruck vermitteln, dass es dieses Jahr praktisch nur Schnitzelbänke unter der Gürtellinie gegeben haben soll, fanden wir doch eine reichhaltige Auswahl an gesanglich wie inhaltlich guten Bänken», erwidert Wyler. Selbstverständlich habe er Bänggler vermisst, die 2010 aus verschiedenen Gründen nicht am Start waren – wie etwa «d Zahnstocher», den «Schwoobekäfer» oder «d Stächmugge». Bei Letzterer helfe es auch kaum, dass diese immerhin in neuer Formation mit neuer Melodie und unter neuem Namen unterwegs gewesen sei: «Das markante, für die Aufnahmen von DRS meist viel zu laute Örgeli als Markenzeichen für die Stächmugge haben wir vermisst», sagt Wyler augenzwinkernd.

Abgerundet wird die Querschnitts-CD wie gewohnt mit musikalischen Leckerbissen, wobei hier ausnahmslos das Drummeli zum Handkuss kam: Angefangen bei der Uraufführung des «Iredulpf» (dem Pfluderi-Jubiläumsmarsch), über den «Rhysprung» der Naarebaschi (mit Trommeltext) und den schmissigen «Alten Kameraden 94», der Seibi, die auf Grund des überarbeiteten Trommeltextes im Vorfeld für viel Wirbel gesorgt hatten. «Diesen Marsch haben wir quasi in Anlehnung ans Comité-Jubiläum übernommen», lacht Wyler. Ein Muss sei die Auswahl der Guggemusig gewesen: «Es war für uns ausser Frage, die jazzigen Jeisi Migger zu wählen – sie sind und bleiben speziell, so etwas wollten wir gerne verewigen.»

Weitere Informationen:

Online-Bestellung bei Bider & Tanner, Ihr Kulturhaus mit Musik Wyler