…und wider warte mr im Tabourettli uff d’Fasnacht

6. Februar 2015 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Die zweite Auflage, dieser im vergangenen Jahr erfolgreich uraufgeführten Vorfasnachtsveranstaltung im Tabourettli, hat Charme, ist gespickt mit viel Poesie, überzeugt mit musikalischen Glanzlichtern und versetzt den Besucher in den Zustand der Glückseeligkeit. Ein kleiner, feiner Anlass in angenehmer Umgebung, den sich Kenner der hohen Fasnachtsschreiberkunst und Freunde von gediegenen Klängen nicht entgehen lassen sollten.

Es ist keineswegs eine Wiederholung des letztjährigen Programms, wie Peter Richner eingangs erwähnt. Sie haben noch tiefer in die Fasnachtskiste gegriffen und so sind weitere Nummern zum Vorschein gekommen, welche von beliebten Autoren geschrieben und zum Teil auf die aktuellen Begebenheiten angepasst, vorgetragen werden.

Auch ältere Nummern, haben indes nichts an ihrer Aktualität verloren oder passen besser denn je in die heutige Zeit. Es wurden aber auch neue Sketches eingebunden und so darf man sich auf ein abwechslungsreiches Programm freuen.

Die Musik stammt, bis auf eine Nummer, vom Hofkomponisten des Theater Fauteuil, dem „Basler Wienerli“ Arth Paul. An seiner Seite und die musikalischen Stücke am Akkordeon begleitend sitzt Andrei Ichtchenko. Der gebürtige Ukrainer ist ein absoluter Könner an seinem Instrument und darf sein grosses Talent auch mit einem Solostück „Suprise Musicale“ unter Beweis stellen.

Auf eine grosse Kulisseninszenierung hat man bewusst verzichtet. Den Rahmen bilden der grosse Flügel auf der linken Bühnenseite und eine eingefasste Videoleinwand auf der Rechten. Im Mittelpunkt stehen aber Colette Greder und Peter Richner, welche abwechslungsweise oder zusammen die einzelnen Geschichten erzählen. Beide in ihrer eigenen, unnachahmlichen Art.

Gelungen sind auch die Portraits der Autoren welche auf die Leinwand projiziert werden. Auf diese Weise sieht der Gast einmal den kreativen Kopf, welcher hinter den gelungenen Texten steckt. So wird in diesem Jahr René Glaser, Walo Niedermann, Bernhard Baumgartner, Blasius, Megge Afflerbach, Dieter Moor, Paul Roniger, Lorenz Keiser und Christian Hürner portraitiert.

Regelmässigen „Pfyfferligänger“ sind die einzelnen Chansons oder Reimgeschichten bekannt, so stand Colette Greder als „D’Goschdym Naaiere“ im Jahr 2009 auf der Pfyfferibühne oder mit „E Butzfrau vom Basler Roothuus“, „die lätzi Raaie“, „S Privileeg“ oder „Me sott meh Wääge haa“ sind ebenfalls ältere Nummern, die aber durchaus auch aus diesem Jahr hätte stammen können. Unvergesslich auch „Baseldytsch – Quo Vadis“ Peter Richner alias „Hieronymus von der Mill“. Eine Paraderolle, in welcher sein ausgeprägtes „Baseldytsch“ so richtig zum Tragen kommt.

Die einzige Wiederholung des letztjährigen Programms bildet das Chanson „Ändlig wider Morgestraich“, dies auf Wunsch von Regisseur Rolf Lansky, welcher sich auch heuer für die Rundungen des Programms verantwortlich zeigt.

Die einzige Nummer, die an diesem Abend nicht aus der kreativen Feder von Arth Paul stammt, ist der „Arabi 2015“. Der Text von Dieter Moor stammt aus dem Jahr 2007 ist aber aktueller den je, geht es doch um die Religionsvielfalt und deren negativen Auswüchse.

Für zünftige Lacher sorgt „s Basler Wienerli“. Er fügt zeitgemässe Geschehnisse mit bekannten Melodien zusammen und zieht die Basler Regierung und den Schweizer Bundesrat so richtig durch den Kakao, beschwert sich über den „TEuro“ und dass sich sowieso alles ums Liebe Geld dreht. Seine musikalische Kanonaden beschliesst er mit: „wir sind alles kleine Sünderlein“ ab. Herrlich!

„…und wider warte mr im Tabourettli uff d’Fasnacht“. Eine Liebeserklärung an Basel und seine Fasnacht, einfühlsam umgesetzt von Colette Greder und Peter Richner und unter wunderbarer Begleitung von Arth Paul und Andrei Ichtchenko.

Die intime Vorfasnachtsveranstaltung verkürzt das Warten auf den Morgenstreich vorzüglich und verstärkt die Vorfreude „uff die drey scheenschte Daag“!

 … und wider warte mr im Tabourettli uff d’Fasnacht

5. – 8. und 12. – 15. Februar 2015
Do. – Sa. 20:00 Uhr, So. 17:00 Uhr

Vorverkauf täglich am Spalenberg 12, ab 15:00 Uhr
Tel. 061 261 26 10
www.Fauteuil.ch