Ein „Celtic Intermezzo“ gönnten sich die Macher des „Ufftaggt“ in diesem Jahr und nannten dies selbst „eine Art keltische Capuccino-Pause“. Das Getränk mundete bestens, war heiss, sehr geschmackvoll und von diversen hochkarätigen Süssigkeiten begleitet. Bernhard „Berry“ Batschelet und Xenia Fünfschilling gelang einmal mehr ein Meisterstück, das tatsächlich und im wörtlichen Sinne einmalig ist.
Es ist eigentlich ein Verhältnisblödsinn, für lediglich eine Vorstellung einen solchen Aufwand zu betreiben und ein derart hochkarätiges Programm zusammenzustellen. Gottseidank wird es aber gemacht – und alle, die sich am Sonntagmorgen für den „Ufftaggt“ aus den Federn schälten und sich auf den Weg in Theater-Foyer machten, wurden für die Mühe fürstlich belohnt.
Wobei: Bis es an dieser Kult-Vorfasnachtsveranstaltung fasnächtlich zuging, war sie eigentlich auch schon fast zu Ende. Das war dem Publikum aber egal. In der guten Stunde zuvor wurde nämlich zuerst das zu erwartende Skurrile geboten mit Videoeinspielungen von Hunden in Verkleidung oder einem Schäferhund, der „I love you“ bellen konnte, und vieles mehr. Und dann gab es vor allem die angekündigte keltische Musik mit einer Kathleen Deneen, die als irische Sängerin und Harfenistin schlicht fantastisch war, begleitet von Uillean Piper Brednan Wade, dem Saphhire-Keyboardisten Christian Freiburghaus, dem Multi-Trommler Martin Bammerlin und dem sensationellen Piccolo-Ensemble mit Dorothée Anderegg, Xenia Fünfschilling, Kevin Klapka, Sandra Mesmer-Preiswerk, Judith Rickenbacher und Regine Steinauer unter Leitung von Berry Batschelet. Nicht zu vergessen die in Basel zu Recht bewunderten (wenn auch am Bryysdrummle nicht immer geliebten) «Chriesibuebe».
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Das Konzert mit sehr unterschiedlichen Stücken aus keltischer Volksmusik war gut gemischt und mit Erklärungen in gälisch ab Video (zum Glück Englisch untertitelt) auch äusserst konsumentenfreundlich begleitet. Wobei man vielleicht nicht alles an Erklärungen glauben musste, was da geboten wurde. Etwa den „Fakt“, dass keltische Krieger Anfang des 17. Jahrhunderts nach einer Niederlage gegen die Engländer just am Fasnachtsmontag – und notabene in chinesischer Verkleidung – über die Mittlere Rheinbrücke zogen und so den Cortege erfanden. Belegt wurde mit den Stücken aber sehr fein, dass die Basler Fasnachtsmusik keltische Wurzeln hat.
Der „keltische Capuccino“ war von vielen Leckereien begleitet, luftig-leichten wie dem „Hector the Hero“ bis zur eher etwas schwerer verdaulichen „BB´s Celtic Suite“ von „Berry“ himself. Da atmeten im Publikum doch auch einige auf, als der ostschweizerische Slampoet Gabriel Vetter auf die Bühne stürmte und lauthals „Fasnächtliches“ einforderte. Dies kam dann auch, allerdings in bester „Ufftaggt“-Manier schräg von Florian Silbereisen bis Street Parade.
Den Schusspunkt setzte eine Basler Welturaufführung mit dem zu Ehren der verstorbenen „Bötschli“ komponierten Marsch „Sodeli“ (Berry Batschelet und Ivan Kym). Mit dieser besinnlichen Note wurden die Besucher in die Fasnacht entlassen – froh, dass es Leute gibt, die für nur eine Vorstellung diesen bewundernswerten Verhältnisblödsinn betreiben.



