«Soo e Brysdrummle hets in Basel noonig gää!» steht auf der geheimnisvollen Karte, die während des Eidgenössischen Trommel- und Pfeiferfests verteilt wurde. Darin kündigen die Ueli 1876 die Neuauflage des legendären «Ueli-Brysdrummle» an. Und tatsächlich klingen die ersten Informationen über den Anlass, der am 13. Jänner 2007 über die Bühne gehen soll, bombastisch: Hinter dem Begriff «Brysdrummle» verbirgt sich nämlich ein Trommelzirkus mit artistischen Einlagen. Mit dem eigens dafür aufgestellten Zelt soll das Programm an einen Wanderzirkus erinnern und mit schwarzem Humor gespickt sein.
«Uns würde freuen, wenn sich jemand selbst aus einer Kanone schiessen würde», klärt Mitorganisator Dominique Wegmann über die Erwartungen der Ueli auf. Die Zirkusnummern sollen derart bunt werden, dass das Trommeln schon fast zur Nebensache gerät. «Dreissig Prozent Trommeln, 70 Prozent Freiheit», erklärt Wegmann das Konzept.
Eingeladen sind Tambouren aus der ganzen Schweiz
Welche zirkusreifen Einlagen dabei zustande kommen, will Wegmann noch nicht verraten: «Wir stellen nur den Rahmen, die guten Ideen kommen von den Teilnehmern.» Etwa 15 Bewerbungen hat er bereits erhalten. Darunter sei auch ein Walliser, freut sich Wegmann – denn der Anlass richtet sich explizit nicht nur an Cliquen, sondern an Trommelfreunde in der ganzen Schweiz. Ob «Ainzelmasgge» oder Verein spielt dabei keine Rolle. Wenn alle Besucher nach dem Abend sich verwirrt an den Kopf fassen und dabei denken würden: «Diese Ueli sind einfach nicht ganz bache», dann sind die Organisatoren zufrieden.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Ueli 1876 – die laut eigenen Angaben älteste Tambourengruppe der Basler Fasnacht – mit einem ihrer «Brysdrummle» für Furore sorgen. Bereits 1990 hinterliessen sie mit ihrem «Revolutions-Brysdrummle», das sich fasnachtspolitisch gegen die Überreglementierung des Comité-Anlasses wandte, einen nachhaltigen Eindruck.
Damals wurden die Tambouren und Pfeifer noch per Taxi vom «Offiziellen» abgeholt und ins Hotel Hilton kutschiert, wo mit dem berühmten Jazz-Pianisten George Gruntz und dem Schlagzeuger Daniel Humair eine hochkarätige Jury die Teilnehmer erwartete. Als Preis verliehen die Ueli damals übrigens einen waschechten Muni!
Das «Kombinations-Brysdrummle» im Jahr 1998 bestand dagegen aus einem «Pflicht»-Teil mit Fasnachtsmarsch und der «Kür», die den Teilnehmern völlige Narrenfreiheit liess. Mit FCB-Legende Helmut Benthaus, Ex-Theaterchef Werner Düggelin und Ballettleiter Heinz Spoerli war auch die Jury der zweiten Ausgabe imposant besetzt. Gewonnen hat den Anlass übrigens eine nicht ganz unbekannte
Formation namens «Top Secret» . . .
«Ein aussergewönlicher Event für die ganze Fasnachtswelt»
Ob sie auch das fünfte «Ueli-Brysdrummle» mit einem Auftritt beehrt? Fest steht, dass dem Publikum wiederum ein Augen-, Ohren- und Gaumenschmaus mit prominenter Jury und «verrücktem» Preis geboten wird. Trotz des revolutionären Hintergrunds sieht Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr keine Konkurrenz zum «Offizielle», im Gegenteil: «Der Anlass ist klar eine Bereicherung», meint Rudolf von Rohr. Laut Wegmann ist der Anlass auch nicht mit der Vorfasnacht vergleichbar, sondern «ein aussergewöhnlicher Event für die Fasnachtswelt». Man darf also gespannt sein, was sich die schräge Truppe einfallen lässt. Ende August lüftet sich das Geheimnis: Dann werden die Ueli 1876 über das detaillierte Programm informieren und die offizielle Homepage (Ueli 1876) zum inoffiziellen «Brysdrummle» aufschalten.



