Spott auf Schrott, da lachen die Falschen

2. März 2009 | Von | Kategorie: Nachrichten

Fast 100 Schnitzelbangg-Sänger und -Chöre sind wieder unterwegs, um ihren Spott über die Häupter der Verursacher fasnächtlichen Unmuts auszuleeren.

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage – so scheint mir nach der Trockenlese – hat mancher Bangg seinen Spott mit einer tüchtigen Prise Nachdenklichkeit gewürzt. So auch der Comité-Bangg «Schoofsuuri», der in seinem abschliessenden Marathon-Vers das ganze Elend der Welt so zusammenfasst:

I froog nit, worum goht der Chef vo der Schmiir.
Ka do nit der Gass ächt no vyyl mee drfir?
I froog nit, worum stäärbe z China die Kind
worum heersch do nyt mee, s goht alles so gschwind?
I froog nit, worum au sin d Staate bangrott,
worum mache d Bängger numme no Schrott?
I froog nit, worum gits dä Grach wäg em Gas,
s friert alles an Ranze, wo isch do no s Maas?
I froog nit, worum leggt me Gaza in Schutt,
worum bombt me Fraue und Kinder kabutt?

Jetzt geht es aber definitiv bissiger und non-stop weiter. Wie immer mit einer nicht ganz dem Zufallsprinzip folgenden Auslese von Versen, die Themen aufgreifen, die ohne weitere Erklärungen zu den ausgespielten Themen auskommen.

D Calmy Rey duet e Kopfduech draage.
Vo allne sytte heersch es glaage.
Ych find die Kopfbedeggig guet,
no besser wäär sii nääm dr Huet.
(Käller-Assle, Bebbi Bängg)

D Baselbieter Jäger jaage Keiler;
Frischling, Bache,
will die gaile Kailer
ständig frischi Frischling mache:
‘s ökologisch Glychgwicht blybt
dangg Bley esoo im Loot –
s isch numme schaad, ass das mit Schroot
nit au bi Raaser goht.
(Die Blauäugige, Comité)

Wie dr Berlusconi liege,
wie dr Goebbels styyre
wie der Dölfi schreye,
wie dr Blocher gyyre –
numme ains ka dr Mörgeli nit – laider —
Auti fahre wie der Haider!
(Glettyse, Comité)

Orangsche doo, Orangsche deert
nit dass uns das an dr Fasnacht steert,
aber me kennt scho s Gfyyl bikoo
d Holländer sinn scho wieder doo
(Dipflischysser, Bebbi Bängg)

Oh Barbara – oh my Hunger-Tüürmli,
Du fählsch mr wie in der Wurmbüggse s Würmli.
und duesch wyter hungere – do hesch my Kritig:
bisch gly so dünn wie d’Basler Zytig!
(Hanslimaa, Comité)

Der Marco Streller het geschtert z Nacht
sy Ruggtritt vom Ruggtritt rugggängig gmacht
und het hüt am Moorge um Verständnis bätte,
will är vom vorletschte Ruggtritt zrugg wott drätte.
(Fäärimaa, Comité)

S wär guet me haizt dä City Beach uff sächzig Grad genau!
Und diend dr Barfi bodehaize und dr Märtplatz au!
Mir bitten Eych, versaued Strom, denn längts vylicht fir meh,
firs bschaide Aadrittsfescht, wirsch gseh vom neye Chef vom IWB
(d Striggede, Comité 2000)

Grad geschtert hän ys d Kinder gfroggt
«Spiilsch au ,verkehrti Wält’»?
Das Spiil got soo: «s Wort Fisch haisst Hoor
und Hoor die heisse Zält.
Saisch aber Zält, denn maint me Huus
und Huus bedyttet Disch.
Mit Disch isch gmaint e Delifoon
und Delifoon haisst Fisch.»
Im Kopf bikunnsch e Wirlete, wo drait und ummekraisst.
Jä s Ainzig, won ys bliibe isch: ass Chrischtoph – Ueli haisst.
(Schnabelwetzer, Comité)

Dr Bruuni Mutz, dä goot gli yy,
es kunnt e Imbiss-Buude dry.
Es git dr Storche nimm und d Börse, die isch zue
s Rääbhuus hets ganz bsunders schwäär
dr Rhyfälderhof isch immer läär.
Und in der Glogge isch nit nur am Sunntig Rueh.
D Basler Baize mache dicht.
Wäge däm begryyfe mir das nit,
fir was e Rauchverbot in Basel,
wenns bald eh kai Baiz me git!
(d Gwäägi, Comité 2000)

An der Euro isch es sauguet gloffe,
gege d Türke isch ys kain versoffe.
Fascht jede het e Balle gseh –
nur ain het weh am Bai. denn sin sii wiider hai.
(Peperoni, Comité)

Sodeli, das wäre der Appetithappen und nun folgt der Bänggler Bankkritik.

Eine Bank ist eine Bank und kein Schnitzelbangg

Die Schnitzelbänggler verleugnen zwar ihre Namensverwandtschaft nicht,aber Gnade für die Banker kennen sie deswegen nicht

Bangg trifft auf Bank und macht sich Gedank warum die so krank und fürchterlich schwank.

Um d UBS z Stitze, ass dert wiider ebbis lauft
han y s eerscht Mool im Lääbe Aggzie kauft.
Jetz wo sie futsch sin han is yygseh – hohls dr Hängger:
y bii kai Invescht- – nai – nur e Schnitzelbängger!
(Hanslimaa, Comité)

Ych bi e Spiiler, e Gambler,
ych lieb s Risiko
Wohl isch s mir,
duet s Härz mit 150 schlo
Ych bruch s Adrenalin und au dr Stress
Drum bhalt ych mi Konto bi dr UBS
(Aigebreetler, BSG)

Bluffer mit Aazug und Grawatte
Nit grad die hällschte uff dr Blatte
Unverschämti Gäldversängger
Dä Värs befasst sich mit de Bängger
66 Milliarde Frangge
Derfir duet d UBS brav dangge
Doch dr Kurer maint: «S längt noni
Fir d Uuszaalig vo de Boni!»
(Die Gsalzene, BSG)

«Hände hoch, an Boode liige, mache si kai Gschyss»
Das rieft e Typ ins Stubezimmer – d Frau wird kryydewyss.
Der Sparstrumpf, dä isch jetzt ewägg, do hilft kai Hund wo bällt.
S isch druurig, aber nur e so kunnt d UBS zue Gäld.
(Schnaabelwetzer, Comité)

Im Wald, im dunggle Wald
het der Santiglaus uns gsait:
die greeschti Ruete han ych das Johr
in d UBS drait.
Als Stroof han y derno nur d Manderinli deerte gloo
und s Seggli voll mit Bo-Nüssli zrugg in Schwarzwald gnoo.
(Rätschbääse, BSG)

Wenn ringsumme alli Bangge zämme grache,
mien sii trotz Banggekryyse sich kaini Sorge mache.
Mir sin Expärte drin: Noo jeder Kryyse foosch wiider ney aa
e Bangg-Kryyse hän mir no jeedi Fasnacht gha.
(Dootebainli, Comité)

Mir zwai sin finanziell am Änd
und bitte um e glaini Spänd.
E baar Milliarde, vyyle Dangg,
schliesslig sin mir jo au e Bangg.
(Alperöösli, VSG)

Boni, Boni, Millioni,
Boni, ass es lohni.
Schonigslosi Boni,
Boni, Boni, gnueg isch nooni.
Doch sin nit alli Bängger – gottseidangg –
so Boni-grangg:
Mir Sänger do vom Schnitzelbangg,
sin morn am Morge blangg!
(Streifer, Comité 2000)

Orange isch d Farb vo de Holländer-Fuessball-Fän.
Orange isch ney au der Hammering-Män
Eb schwarz oder orange, es sehns jetzt au d Kälber:
Die Bangg demoliert sich symbolisch jo sälber.
(Anggewegglimaitli, Comité)

Der Oschpel gitt sym Härz e Rugg
und fimfezwanzig Kischte vo sym Bonus zrugg:
«Es duet mer laid, ich has nit verdient,
Ich stand seelisch unter Drugg,
und ych sag euch: au d Striggedde git iire Schnabelbryys glyy zrugg.»
(Stächmugge, Comité)

E baar Milliarde het der Bundesroot spändiert.
Do hämmer au sone Finanzpakeet denn gschniert
und hänn unsri Wäärtpapyyr – do bruchts e glüggligs Händli
als Bündel gnoo und uusegstellt an s Strooserändli.
(Stroossewischer, Comité)

S isch nid lang häär, doo sin die Bänggler wirglig ebber gsii.
Mit däre Gäldvernichterey isch das jetzt verby.
Drum haue s d Bänggler haimlig ab, geil nach neue Tate
und flichte uff der Ozean und schaffe als Pirate.
(Doolesuuger, VSG)

Bim Thema «Bangge-Bisness sin mir Vier vom Fach
drumm hän mir Eych jetzt doo e Tipp in aigener Sach:
Wenn Ihr dr suur verdienti Stutz nid wänd verliere,
denn miend Ihr jetzt in UBS-Aggzie inveschtiere.
Mir sin ys sicher, ass Ihr so nid dient ins Gläbbergässli laufe,
denn Ihr händ bis hyt no nie so ginschtig Tapete kenne kaufe!
(Bangg-Ghaimnis, Comité 2000)

«Heschst tscheggt», würde nun der Junior fragen, wir aber sagen: Die Bankenkrise hat sich – zum Glück &ndash noch nicht auf alle Bänggler übertragen!