Das 127. Offizielle Brysdrummlen und -pfyffe ist Vergangenheit. Nach
einem Wettstreit mit beachtlichem Niveau wurden kurz nach Mitternacht die
Sieger verkündet. Cathrin Cattelan von den Naarebaschi schaffte das, was
vorher noch niemand gelang. Sie holte sich zum sechsten Mal die begehrte
Königskrone. (Sie hatte früher bereits zweimal bei den Jungen gesiegt und
wurde 1997 sogar Doppelkönigin!)
Nach 1997, 1999, 2000, 2003 und 2004 begeisterte sie am Samstag mit einem
wunderschönen «z¹Basel an mym Rhy». Den dreifachen Triumph der Naarebaschi
vervollständigten
Nicole Stohler mit dem «Ryslaifer» und René Staufenegger mit dem
«Rhysprung».
Trommelkönig trug das passende Kostüm
Gut zur goldenen Tambouren-Krone passte das Kostüm von Alain Martin
(Plauschbrieder). Wie eine Statue stand er regungslos als goldener «Oscar»
während der Siegerehrung auf der Bühne. Doch als er zum König ausgerufen
wurde, da jubelte auch er. Mit den «Celanese» holte er sich nach 1997 und
1999 den dritten Titel. Sämi Meyer (Naarebaschi) mit dem «Drummler» und
Markus König (Alti Stainlemer) mit dem «Windschdi» belegten die Plätze zwei
und drei.
Die Schönheit der Märsche kommt in den Gruppenkonkurrenzen so richtig zur
Geltung. Die Präzision bei den Tambouren und die Unterstimmen bei den
Pfeifern lassen die Darbietungen immer wieder zu einem Genuss werden. Hier
trumpfte die Seibi gross auf. Bei den Tambouren wurden sie mit den «Mätzli»
Sieger vor den Chriesibuebe («Pumperniggel») und einer Wilden Gruppe
(«Winschdi»). Zwar schwangen bei den Pfeifern die Basler Bebbi mit einem
herrlichen «Festival» obenaus, doch dahinter folgten Seibi-Mysli
(«Rossignol») und Seibi («Lumpesammler»). Bei den Gemischten Gruppen
triumphierten Seibi und Seibi-Mysli erneut mit dem «Rossignol». Zweite wurden die
Basler Bebbi (sie zogen erneut den «Festival») vor den Basler Rolli
(«Naarebaschi»).
Obwohl die Jungen Könige nicht mehr bei den «Alten» starten dürfen, wurde
ernsthaft um die Kronen gekämpft. Bei den Tambouren holte sich Pascal
Labhardt von der Seibi nach 2003 mit den «Celanese» seine zweite
Königskrone. Dahinter folgten Fabian Stalder (VKB) mit den «Mätzli» und
Moreno Abert (Antygge) mit dem «Pumperniggel». Ihren Aufstieg setzte Ariane
Schwaiger (Spale) erfolgreich fort. 2003 Dritte und letztes Jahr Zweite,
erpfiff sie sich diesmal mit dem «Pinocchio» die Krone. Dichtauf folgten
Stefanie Bossard (Basler Rolli) mit dem «Syydelärvli» und Fabienne Müller
(Barbara) mit den «Alte». In der Gruppenkonkurrenz siegten bei den Tambouren
die VKB («Mätzli») vor Seibi («Walliser») und einer Wilden Gruppe
(«Pumperniggel»). Bei den Pfeifern lautete die Reihenfolge Naarebaschi
(«Route Symphonie»), Spale («Dudelsagg») und Seibi («Arabi»), bei den
Gemischten Gruppen VKB («Arabi»), Seibi («Ryslaifer») und Naarebaschi
(«Läggerli»).
Das neue Bühnenbild passte ebenfalls
Manchem Akteur spielten die Nerven einen Streich. Doch bewundernswert war,
dass keiner aufgab. Das Bühnenbild stammte von Fredy Prack: Ein
Fasnachts-Olymp mit griechischen Säulen und Frau Fasnacht als «Venus von
Milo». Der schwarze Hintergrund liess die farbenfrohen Kostüme der Aktiven
wunderschön zu Geltung kommen.
Ein besonderes Lob verdienen die organisierenden Stammcliquen AGB, Olympia,
Rätz und Sans Gêne. Noch nie wurde der Fahrplan so exakt eingehalten. Neue
Wege ging das OK bei der Siegerehrung. Die beiden Erstplatzierten mussten
gemeinsam vortreten. Dann wurde nach dem Motto «The winner is» ein Couvert
geöffnet und der Sieger bekanntgegeben. Lediglich der Versuch, das
«Mätzli-Pumperniggel-Syndrom» bei den Tambouren auszuschalten, glückte nicht
ganz. Diese mussten fünf statt bisher drei Märsche angeben. Doch, oh
Schreck, daraus entwickelte sich nun ein «Celanese-Syndrom». Denn sechs der
sechzehn Finalisten zogen diesen Marsch.
Auffallend waren am Abend die vielen freien Plätze. Grund dafür dürften die
zahlreichen Vorfasnachts-Veranstaltungen sein, welche viele Aktive
«absorbieren». Daher gab es weniger Teilnehmer, und demzufolge auch weniger
mitfiebernde «Fans».
Abschliessend dankte OK-Chef Serge Kirchhofer den Akteuren, der Jury, den
beiden Präsentatoren Andres Pardey und Andreas Augsburger und seinem Team.
Sein besonderer Dank galt Rämschgi Rupp (AGB). Nach rund zehn Jahren als
Jurymitglied tritt er in den «Ruhestand».
Weitere Informationen:
NEU Foto-Galerie von der Vorfasnacht 2005



