Schottisches Ziel rückt näher

20. April 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

Noch 106 Mal schlafen, dann geht für die 25 Mitglieder des Top Secret Drum Corps der grosse Traum in Erfüllung. Am 1. August haben sie den ersten von 21 Auftritten am berühmten Edinburgh Military Tattoo.

1990 taten sich sieben Tambouren aus verschiedenen Fasnachts-Cliquen zusammen, um ein perfektes Showtrommeln einzustudieren. Nach dem ersten grossen Auftritt 1995 am Kinder-Charivari ging es steil aufwärts. Aber nach elf Jahren waren die Batterien leer. Die Teilnahme am Nova Scotia International Tattoo in Halifax (Kanada) im Sommer 2001 sollte der krönende Abschluss werden. Da kam das Angebot, als erste Schweizer Formation 2003 am berühmten «Tattoo» mitzumachen. Diese Herausforderung konnten sie sich nicht entgehen lassen.

Um optisch und soundmässig in der grossen Arena des Edinburgh Castles bestehen zu können, musste die Truppe vergrössert werden. Die angeworbenen Mitglieder stammten wiederum aus der Fasnachts-Szene. Heute umfasst das Corps zwölf Snaredrummer, sechs Bassdrummer und sieben Fahnenträger (Color Guard).

Den idealen Übungsort fand man bei der Fischer System-Technik auf dem Areal der Ziegelei in Allschwil. Das Training wurde in drei Phasen eingeteilt. Ab dem 1. März 2002 wurde einmal wöchentlich zweieinhalb Stunden geübt. Vom 1. November an gab es zwei Übungsstunden. Dabei stand ihnen der am Montag verstorbene Alfons «Fongs» Grieder als externer Berater zur Seite. Immer neue Verse wurden erarbeitet. «Besondere Beachtung wurde dabei den visuellen Effekten geschenkt, denn die Distanz zum Zuschauer spielt eine wichtige Rolle», erklärt Daniel Bommer. Die ursprüngliche Idee war amerikanisch zu trommel.

Da dies nicht gelang, entstand ein amerikanisch-baslerischer Mix, gespickt mit vielen Show-Elementen. «Die Umstellung beansprucht etwa ein Jahr. Man muss sich an ein anderes Instrument gewöhnen, auch ist die Schlegelhaltung ganz anders», so Bommer weiter.

Die dritte Phase begann am 17. März. Dafür konnte John Bosworth als «Musical Director» gewonnen werden. Er ist Leiter des berühmten American Original Fife and Drum Corps. Nun gilt es, aus den erarbeiteten Versen ein Bühnenprogramm von viereinhalb Minuten zusammenzustellen und einzuüben. «Wichtig ist nun die Dosierung der Übungsstunden, um nicht Gefahr zu laufen, im August ausgebrannt zu sein», warnt Bommer. Vorgesehen sind bis zum Abflug am 26. Juli zusätzlich zwei bis drei Übungsweekends und zehn bis fünfzehn Auftritte.

Die Kosten für die Reise nach Edinburgh wurden mit 206’000 Franken budgetiert. Etwa die Hälfte wurde durch Sponsoren gedeckt, der Rest musste durch Auftritte eingespielt werden. Zusätzlich fand letzten Samstag auf dem Sportplatz Hörnli ein Sponsorenlauf statt. 23 Mitglieder, aufgeteilt in zwei Gruppen, drehten mehr oder weniger schnell ihre Runden. Doch der Einsatz hatte sich gelohnt. Stolze 39’296 Franken und 29 Rappen flossen in die Reisekasse. Einen weiteren Zustupf erhofft man sich aus dem Fan-Artikel-Verkauf über www.fasnacht.ch. Hier warten diverse Fanartikel wie Baseballkappe, T-Shirt etc. auf Abnehmer.

Dass die Mitglieder das Basler Trommeln nicht verlernt haben, bewiesen sie am «Offiziellen». Alle erreichten den Final. Im Einzel belegten sie die Plätze 4, 5, 7, 9, 13 und 14. In der Gruppenkonkurrenz wurden sie Erste und Zweite.

Wer das Top Secret Drum Corps am Tattoo live erleben möchte, bucht eine der acht 4-Tage-Reisen nach Edinburgh: www.topsecretbasel.ch.