Schnitzelbänggler und Telebasel:
Der Gordische Knoten scheint durchschlagen

22. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Im schon seit Jahren immer wieder auflebenden Konflikt zwischen der Schnitzelbangg-Szene und Telebasel scheint der Gordische Knoten nun durchschlagen. Beide Seiten einigten sich auf eine Lösung für die Übertragung der „Bängg“ – und auch die Comité-Schnitzelbängge sind wieder an Bord. Leidtragende dürften die „Freye und Wilde“ sein.

Seit Jahren geben sie immer wieder zu reden: die Schnitzelbangg-Übertragungen von Telebasel am Montag- und Mittwoch-Abend. Das Publikum bemängelte die Qualität und Auswahl der Auftretenden, verschiedene Versuche mit Kommentatoren und Moderatoren wurden von der Kritik zerrissen und auch zwischen den Schnitzelbängglern und den Telebasel-Verantwortlichen war die Luft des öfteren dick.

Ob im damaligen „Mövenpick“, danach im Saal der Safran-Zunft und dann wieder zurück ins mittlerweile „Brasserie Baselstab“ genannte Lokal am Marktplatz – die Aktiven und die Vorstände der Schnitzelbangg-Gesellschaften machten Probleme geltend. Schlechte Sichtbarkeit der Formationen, durch von draussen eindringendem Lärm verminderte Hörbarkeit, zu lange Wartezeiten der Aktiven in ungeeigneten Räumlichkeiten etc. – jahrelang wurde gestritten, diverse Einigungssitzungen brachten nichts oder nur vorübergehend Besserung. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte der Konflikt damit, dass sich die Comité-Bängg an der letzten Fasnacht weigerten, im „Baselstab“ aufzutreten.

Nun scheint alles besser zu werden, wie Telebasel-Chef Dominik Prétôt gegenüber Basler Fasnacht Online mit befreitem Lachen verkündet. Mit dem „Kohlmanns“ im Stadtcasino habe man zum einen das geeignete Lokal gefunden. Dort werde sehr grosszügig gestuhlt, so dass eine heimelige Atmosphäre mit einem fach- und sachkundigen Publikum entstehe, meint Prétôt: „Die Betreiber haben angekündigt, lokale Gäste bevorzugen zu wollen, die sich wirklich für Schnitzelbänke interessieren.“ Praktisch ist ausserdem, dass die organisierten Formationen ohnehin im Festsaal des Casinos auftreten. Damit ergibt sich die Möglichkeit, zu koordinieren, und nur eine Wartezeit ermöglicht zwei Auftritte.

Weiter soll das Programm verschlankt werden und nicht jede Formation auftreten. „Wir werden den Gesellschaften selbstverständlich nicht vorschreiben, wen sie zu schicken haben, aber im Sinne von Empfehlungen gewisse Angaben machen und zahlenmässige Vorgaben“, erläutert der Telebasel-Chef. Dafür sind alle Organisationen, also Comité, BSG, Comité 2000, Bebbi-Bängg, Bängg fir Basel und VSG vertreten.

Die „Organisierten“ sind denn auch mit der nun gefundenen Lösung recht glücklich, so etwa BSG-Obfrau Bettina Carpanetti: „Es wird noch das eine oder andere klärende Gespräch mit Telebasel brauchen, aber generell ist man auf gutem Weg.“ Bei der BSG will man selbst eine gewisse Vorauswahl treffen, vor allem neue Formationen sollen nicht „verheizt“ werden.

Leidtragende sind die nicht organisierten Schnitzelbänggler. Diese werden im „Kohlmanns“ nicht zugelassen, nachdem Telebasel im 2013 wegen der von den Comité-Bänggen hinterlassenen Lücken noch froh war, mit Nicht-Organisierten „auffüllen“ zu können. „Es ist uns bewusst, dass es auch bei den ‚Wilden’ gute Bänggler gibt – und die hätten wir auch gerne dabei“, bedauert Prétôt, aber der Abend habe eben nur eine gewisse Anzahl Sendeminuten, die mit den jetzigen Vertragspartnern längstens abgedeckt werden. Den „Freyen“, die sich gerne im Telebasel präsentieren möchten, kann er nur empfehlen, in irgendeiner Form Anschluss an eine der Gesellschaften zu finden.

Mit der besseren Atmosphäre und einer gewissen Vorauswahl der Auftretenden hoffen nun alle Beteiligten, dass der jahrelange Konflikt beendet ist und es auch für das TV-Publikum wieder ein ungetrübtes Vergnügen wird, sich die Schnitzelbängge vor der Mattscheibe zu Gemüte zu führen.