Schnabelbryys 2004: Warmer Regen für die «Verschiffte»

21. März 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Für einmal hatten es die «Verschiffte» am besten: Aus dem Ospelschen Füllhorn der «Schnabelbryys»-Jury ergiesst sich ein warmer Regen in Form von 6000 Franken auf die Formation des Schnitzelbangg-Comités. Wer diesen «Bangg» im Querschnitt oder sogar live gesehen hat, kann die Wahl wohl nachvollziehen, überzeugen die Sänger doch nicht nur mit ausgefeilten Pointen, sondern vor allem mit äusserst abwechslungsreicher Musik und einem Auftritt, bei dem jedes Element perfekt mit dem Ganzen harmoniert.

Dahinter räumte die Vereinigung Bängg fir Basel nicht schlecht ab, belegten deren Formationen doch mit «Max und Moritz» den zweiten und mit dem «Spitzig Ryssbley» den dritten Rang. Begünstigt wurde dies zweifellos dadurch, dass von den Comité-Formationen (mit Ausnahme des diesjährigen Preisträgers) sowie von der Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (BSG), Verainigty Schnitzelbangg Gsellschaft (VSG) und den Bebbi-Bängg keine Anmeldungen vorlagen.

Den dritten Rang hat die Jury allerdings zweigeteilt, was Jury-Mitglied Christoph Stutz am dritten Bummelsonntag im «Schnabel» mit sichtlich leichtem Unbehagen verkündete. Ebenfalls mit dieser Rangierung geehrt wird nämlich die Formation «Striggede» vom Comité 2000. Im Vorfeld hatten Spötter geunkt, der Sieger stünde ohnehin fest, ist der «Striggede»-Chef doch ein hoher Kader in Ospels UBS.

Der Wirbel, den der erste «Schnabelbryys» im Vorfeld verursacht hatte, war auch an der Präsentation der Sieger spürbar. Stutz erwähnte den Gegenwind in Form eines fast gänzlich eingehaltenen Boykotts der Veranstaltung durch die organisierten Bänggler. Beirren lassen wolle man sich – so Stutz – aber nicht: «Laut einem Walliser Sprichwort verhilft starker Gegenwind zu einem aufrechten Gang.» Man habe viel gelernt, wolle nun den Jahrgang 2004 analysieren und für das nächste Jahr die Lehren ziehen. Trotz des Widerstandes der organisierten Schnitzelbänggler habe man so viele Anmeldungen gehabt, dass man mittels Los die 17 Teilnehmer habe bestimmen müssen, meinte Stutz. Die Qualität habe sich recht unterschiedlich präsentiert, von wirklichen Spitzenkönnern bis zu Formationen, denen man angemerkt habe, dass sie «am Anschlag waren».

Auch wenn der «Schnabelbryys» im Vorfeld von vielen als «unfasnächtlich» gebrandmarkt worden war; an der Veranstaltung selbst bewies die Jury, dass sie ein Prinzip der Basler Fasnacht verinnerlicht hat: über sich selbst lachen zu können. Den «Grienschnabelbryys» liess sie nämlich einem Auftritt zukommen, der kein einziges Wort vorgetragen hatte. Die «Saggstargge» kamen mit einer Gartenbank herein, fingen ein musikalisches Intro an, währenddessen dahinter ein Transparent mit dem Text «Sing Sitzstraigg – UBS = Uns Bänggler schtinggts» enthüllt wurde. Man hoffe jetzt – so Stutz – dass die Gruppe nächstes Jahr wiederkommen würde, dieses Mal aber mit Text.

Den «Schnabelbryys» wird es also aller Voraussicht nach auch 2005 geben. Bis dann dürfte geklärt sein, wie man den Namen der Veranstaltung korrekt schreibt. In der Einladung für die Siegerkür stand als Briefkopf «Schnaaabelbryys», im Text «Schnaabelbryys» und als Einladungsort «Reschtorant Schnabel».