Der «Schlussoobe» ist buchstäblich das Schlussbouquet der Bänggler; die Formationen der jeweiligen Gesellschaften treten, umrahmt von einem fasnächtlichen Programm, noch ein letztes Mal vor Publikum auf, die Comité-Bängge ab 19 Uhr im Stadttheater (Grosse und Kleine Bühne) und die Basler Schnitzelbangg-Gsellschaft (BSG) ab 19.30 Uhr auf drei Schiffen an der Schifflände. Beide Veranstaltungen sind am sogenannten Kehraussamstag, dieses Jahr also am 15. März. Die Verainigty Schnitzelbangg-Gsellschaft (VSG) fährt da ein Sonderzüglein und bringt ihre Formationen erst eine Woche später auf die Bühne des Stadtcasinos.
Der Schlussoobe ist bei den Comité-Bängglern und bei der VSG ein eigentlicher Familienanlass; die grosse Mehrzahl der Eintrittskarten geht über die Mitglieder der einzelnen Bängge weg. Dies ist auch der Grund, warum jemand, der keinen privaten Kontakt zu einem Bänggler hat, kaum Chancen bekommt, sich eine der raren Eintrittskarten zu ergattern. Dafür sitzen Onkel, Tante, Grossmutter und die ganze Freundesschar im Parkett, wenn der jeweilige Bangg seinen letzten Auftritt dieser Fasnacht hat.
Einen etwas anderen Weg schlägt die BSG seit letztem Jahr ein. Früher in traditioneller Manier in einem grossen Festsaal – erst im Stadtcasino, später im Volkshaus – fand man diese Art des Schlussoobe nicht mehr zeitgemäss. Stattdessen treten die Formationen dieser Gesellschaft nun auf drei Schiffen der Basler Personenschiffahrtsgesellschaft (BPG) an, welche an der Schifflände vertäut sind. Insgesamt sechs Decks sind fasnächtlich geschmückt und sollen Baize-Atmosphäre vermitteln.
Für die BSG-Bängge hat dies drastische Konsequenzen: Statt einem Auftritt auf der Festbühne sind nun deren sechs auf den verschiedenen Decks zu absolvieren. Gleichzeitig ist dies aber auch ein Vorteil: Geriet früher der letzte Auftritt daneben, so bekam die Fasnacht einen negativen Schlusspunkt; jetzt hat der Bangg die Chance, den Patzer auf dem nächsten Deck sofort wieder gut zu machen. Für das Publikum ist diese Art des Schlussoobe insofern interessant, als die Bängge viel näher sind und die Stimmung viel intimer und «haimeliger» ist.
Der Konzeptwechsel brachte es auch mit sich, dass kurz vor Fasnachtsbeginn tatsächlich noch etwa 10 Tickets mit Essen (Fr. 75.-) und 50 Plätze ohne Essen (Fr. 40.-) in den freien Verkauf kommen. Zum einen liegt dies am grösseren Platzangebot auf den Schiffen, zum anderen daran, dass sich naturgemäss weniger Freunde, Bekannte und Verwandte anmelden, wenn der Bangg selbst nicht den ganzen Abend im Saal sitzt, sondern auf einer Miniroute durch die Decks rauscht.
Schnellentschlossene, die sich das Erlebnis eines «Schlussoobe» gönnen möchten, sollten umgehend den Weg an die Schfflände einschlagen. Am dortigen Schalter der BPG sind die letzten Eintrittskarten für den BSG-Schlussoobe zu haben. Nach dem «Schlussoobe» findet auf den drei Schiffen «Kehrus» mit Musik statt.



