Nicht nur eine Nase voll Fasnacht gibt es im Ridicule 2006, sondern
in der siebten Ausgabe wird es neu auch eine Fasnacht respektive Vorfasnacht
mit Herz. Wie Regisseur Helmut Förnbacher ausführte, soll damit
unterstrichen werden, dass das Ridicule ein herzlicher Anlass auf hohem
Niveau sei – aber nicht zu anspruchsvoll, wie immer wieder Befürchtungen
laut würden.
Hochstehend seien selbstverständlich die musikalischen Beiträge, fuhr
Förnbacher fort. Einmal mehr unterstrichen haben wollte er in diesem
Zusammenhang, dass «die Töne körperlich zu spüren sind». «Und wir auf der
Bühne spüren das Publikum», warf hier Jürg Jösslin, Autor, Mitakteur und
Mitglied des Bangg «d Gluggersegg» ein. Familiär und heimelig sei die
Atmosphäre im Theater im Badischen Bahnhof, lobte er.
Diese Intimität des Raums erlaube es eben, die poetischen Texte, für die das
Ridicule bekannt ist, «fein rüberzubringen», meinte Förnbacher. Ein Bangg
wie «s Gratzbürschtli» beispielsweise habe nur so eine Chance rüberzukommen.
Gleiches gilt wohl für die Sujet-Liste von Carl Miville, die einfach
dazugehört. «Wir lieben sie, und Miville liebt es, sie zu machen»,
kommentierte Förnbacher.
Doch auch mit Neuheiten kann das Ridicule 2006 aufwarten. Erst- und einmalig
dürfte der gemeinsame Auftritt einer Gugge und eines Bangg sein: «d
Haanedropfer» spannen dabei mit den «Gluggersegg» zusammen. «Davon träume ich schon lange», lächelte Jürg Jösslin.
Thomas Meyer, der die musikalische Leitung der Tambouren inne hat, versprach
einen hörenswerten Auftritt von Trommeln und Pauke. Es werde zudem gezeigt,
deutete er an, dass auf der Basler Trommel auch ganz andere Sachen möglich
seien… Das Publikum darf also gespannt sein auf «s Bâsilicum». Genauso wie auf die
Pfeiferinnen und Pfeifer der «Union folklorique Suisse», unter denen sich
einige Könige und Königinnen befinden. Und die «Swingvögel» sind allemal für
eine musikalische Überraschung gut.
Unter den Autoren findet sich wie in der letzten Ausgabe Johann Peter Hebel.
Noch hallen in uns seine todernsten Worte vom Januar 2005 nach. Doch 2006
soll es fröhlicher werden, wie Förnbacher erklärte.



