Wer blauäugig glaubt, dass ein tolles Kostüm und leidlich gute Helgen schon für einen guten Bangg ausreichen, der hat sich in den Finger geschnitten. Dass anderseits (nicht nur) den Comité-Bängglern zu den «Sans Papiers» nur die Verbindung zum Fäkalbereich einfällt, ist eher dürftig, auch wenn das beim Publikum im Jury-Lokal auf der grossen Bühne des Theaters Basel vorwiegend Lacher ausgelöst hat.
Eröffnet haben den Bänggler-Marathon mit 24 Comité-Bängg die Penetrante, die Olympia-like im Silbermantel-Look etwa den zum Besten gaben:
Dr Käschpi Villiger isch närvlig fascht am Ändi.
Är kriegt der Ospel nid im Byyroo nid am Händy.
Erscht noo n em Grounding isch dää ufftaucht, spoot am Oobe,
är haig no mit sym Schyssdräggzyygli miesse broobe.
Stilgerecht mit (irischer) Harfen-Begleitung hat sich der Schoofsuri gekonnt eines eher abwegigen Themas angenommen:
D Beate isch gstoorbe – d Beate die läbbt,
Die isch doch ganz sicher in Himmel entschwäbbt.
Deert drifft si uff d Martha, die liebi vom Bligg,
I blang scho uffs Stäärbe – das wird denne digg!
D Kärnebigger, die erneut zu den Spitzenbänken gehören, holten sich auch mit diesem Vers tosenden Applaus:
Si dien jetz uff dr Hauptposcht kundefrindlig handle.
Die hailige Halle in e Kaffihuus verwandle.
Jetz stelle si denn gly no zäh Matratze yne,
dert kasch denn pfuuse, bis d’am Schalter darfsch erschyne.
Als Einzelmaske immer mehr ans Anggebliemli selig erinnernd, bringt der Pierrot knappe, aber prägnante Vierzeiler von dieser Qualität:
d UBS froggt: Wurd sichs loone,
e zwaite Ospel villicht z kloone?
Aber wenn si sich nid wurde verstoh,
weele vo baide miesst denn goh?D BVB-Bus und au d Drämmli,
fahre bi Tag mit Licht, drumm nämmli,
Will die wo s Saage hänn deert drinn,
nit unbedingt die hällschte sinn.
Auch d Filzluus – aufgemotzt mit Silbercape und orangem Kragen – ist in ihren Aussagen klar und witzig:
Bim FCB wird, dass es lauft,
ai Ussländer nonem andere kauft!
Näggschtens kenne si allem aa,
vom Beyeler no dä Kandinsky haa!
Der Hanslimaa hat das Showgeschäft inzwischen auch im Griff und nimmt als Dumm-Peter mit seiner Peterin Basels schönste Nationalrätin ins Visier:
D Anita Fetz macht mit iirem Schwyzergrytz-Lyybli
– uff de Möps – Regglame fir d Nazionalroots-Wyybli.
Doch au ooni Lyybli uff de Möps mit em Grytz vo dr Schwyz,
hän mir mit dääre Graaye scho lang unser Grytz!
D Setzlig, haben sich aus der verwanzten Polstergruppe aus Jang Tsemins Flugzeug ein neues Kostüm gezimmert und sind auch sonst – diesmal im nahen – Ausland fündig geworden:
Als Frau wirsch in der Politik au hitt no ungeniert
abgwählt, so wie d Schallere, und denn pulverisiert.
Wie s emool dr «Schneidere» goht, ka me numme roote,
d Frau Merkel isch jo kirzilg au an e ZerStoiber groote.
Gesanglich wie immer auf der Höhe, schleichen sich d Glugger-Segg zur Melodie «Der Hamburger Veermaster» an ihre Pointe heran:
Hesch als Bänggler dyyni Väärsli gmacht,
mit guete Pointe und digge Helge. Het s Publikum vo Häärze glacht
und applaudiert het me diir au.
Dasch jetzt verbyy, doo gryffe d Yankee yy
– nur aimool machsch e Bombeväärs
und scho locht dää Bush dii yy.
Zum «Viermaster» passend erscheint danach s Gratz-Bürschtli als Pirat und garniert seine «Schlagzeug»-Einlagen gekonnt mit Versen wie diesem:
Wenn y als mit dr Crossair gang go fliege,
mach y fir mii e Check, y due nit liege.
No froog y im Cockpit, wenn s Liecht no brennt,
isch ain derby, wo d Flugplätz kennt?
Zum echten Strassenfeger haben sich die mit ihrem Refrain zum Mitsingen animierenden Stroossewischer entwickelt, die im Kombipack aufwischen:
Es haisst, dass ai «First Lady» – s isch nit d Gigi Oeri
– jo schyynts us Züri kääm, es syygi d Vreni Spoerry.
Die winscht fir sich e Stigg und winggt scho mit em Check,
der stäärbend Schwaan us Blääch, und s Schwyzergryz am Hegg
Mit einem an Deutlichkeit zweifelsfreien politischen Vers haben d Schwoobekäfer klar Stellung bezogen:
In Hollywood im Film vom Studio Metro-Goldwyn-Mayer
sin d Saurier gschlupft us komische verstainerete Aier.
Vyl klarer, als die Härkunft, isch em Berlusconi syni:
Dä kunnt us eme fuule alte Ai vom Duce Mussolini!
Wiederum mit der ganzen Dorfmusik unterwegs dr Schuuflebuur. Scharf wie seine Hellebarde etwa dieser Vers:
Hundert Millionen plus 20 Prozänt
derzue drey Mercedes – stüürfrei in d Händ…
Sovyyl verdient hütt e Verwaltigsroot,
wenn er blybt – und dopplet so vyyl, wenn er goht!Buurereegle:
Wenn ych als haim kumm zoobe spoot
erwartet mi my Verwaltigsroot…
Zum Schreien der Auftritt der beiden Wäscherinnen vulgo Glettyse, die etwa auf diese Idee gekommen sind:
Ych sag zue däre Dame: «Schäm Di!
Sitt Stunde scho piebst bi Ihne s’Händy.
Aber nai, sait mir die alti Schwalbe,
Dasch mi Sulzer-Glängg, wo gyrt bim Tschalpe!
Super auch die jubilierende Gasladärne. Fürs erste nur eine Kostprobe:
Apropos BVB – die Sujets wo die bringe
Mir kennte glatt e ganze Bangg do drüber singe.
Mir leen das blyybe und wänns nit no schlimmer mache,
denn in der Wolfsschlucht biegt sich d Schiine scho vor lache.
Eines ebenfalls unerschöpflichen Themas hat sich unter anderem dr Fäärimaa angenommen:
Es wäär e bitzeli vyyl verlangt
nozdängge, wenn dr Ceccaroni flanggt,
mit all sym Fyyngfiehl in de Haxe,
dass im Stadion au no Gras kennt wachse.
Klar, präzise und wie immer mit der Helgen-zeigenden Vogelfängerin im Schlepptau, dr Singvogel, der aus seiner Vorliebe kein Hehl macht:
Mi dunggts halt, dass d Verona Feldbusch im Balari
öbbe glych dumm schwätzt wie unsri Zanolari.
Mir isch d Verona trozdäm lieber, Sii, das gilt:
Wenn dört der Doon abstellsch, hesch wenigschdens no s Bild.
Spitzig ist nicht nur das Kostüm der Zahnstocher, denen zu den Querelen um den Basler Schiessplatz auf Baselbieter Boden das eingefallen ist:
Löhnd doch dä Neubau für e Basler Schiessblatz blyybe:
erschtens hänn jo d Schütze sälber ihri Schyybe.
Und zwaitens findet d Schuggerey e Schiessblatz schääbig:
vyl lieber iiebe die scho hüt in dr Umgääbig!
Die mittlerweile zu Siebt auftretenden Verschiffte, haben diesmal einen veritablen Alpaufzug samt Kuh auf die Bühne gebracht. Nicht nur mit ihrer nachfolgenden, aus Platzgründen leider gekürzten Version von «Ramseiers wei go graase» haben sie der restlichen Konkurrenz die Show gestohlen.
Eusi Swissair will go fliege,
Dr Corti dä sells biiege,
Und alli selle sich Mich gee,
Wohl uff ein balsige Bärg.
Fideri-fidera-fidi-Mühle-Mühlemaa,
Fideri-fidera Fidi-tralla-Ialla-la,
Und alli selle sich Mieh gee,
Wohl uff em balsige Bärg.Dr Capitano Corti,
Leit für alli e guet Wort i,
Dr Moritz Suter mischt sich yy,
Und dr Räscht lauft hinde dry.
Fideri-fidera Fidi-Mühle-Mühlemaa,
Fideri-fidera Fidi-tralla-Ialla-la,
Dr Ospel macht e Gospel drus,
Und dr Bundesroot, dä flippt uss!Jetzt kunnt Alberto Togni
Unde saite ese gote nide oohni,
Mir bruche viil, viil Batzeli,
Y überwiisee si gli.
Dass es nach diesem Auftritt selbst der zu den sicheren Bänggen zählende Peperoni schwer hatte, versteht sich fast von selbst. Sein Kommentar zur Basler Fasnachtsplakette – und der Hinweis, dass nach dem Schlussoobe vom Samstag noch ein paar Müsterli folgen – machen den Schluss.
Wenn ych die ney Blagette gsee,
no dängg y nur: ooh jeemynee.
Wenn sone Mischt der Bach ab kunnt no kaas nur eppis sy
E scheene Gruess vom Fäärimaa: Schwarzfaarer ab in Rhy!



