Insbesondere zwei Wirte haben die Routen-Änderung am Cortège 2005 in einem Bericht von Radio Basilisk aufs Schärfste kritisiert. «Neue Cortège-Route sorgt für heisse Köpfe», titelte Basler Fasnacht Online daraufhin (zum Bericht) – und wollte natürlich das Fasnachts-Comité mit den Vorwürfen konfrontieren. Obmann Felix Rudolf von Rohr war geschäftlich «uff dr Route» und zeigt sich heute in einer Stellungnahme gegenüber BFO von der Aufregung überrascht: «Der Entscheid der Routen-Kürzung im Kleinbasel ist an den Präsidentenkonferenzen der Obleute aller Cliquen, Gruppen, Guggen, Wagen und Chaisen nicht nur auf Akzeptanz, sondern in weiten Kreisen auf Erleichterung und Begeisterung gestossen, galt doch die fragliche Strecke als Pflichtlauf durch weitgehend menschenleere Strassen.»
An der Fasnacht 2004 seien, so wiederholt Rudolf von Rohr das Prozedere, mit aufwändigen Messungen am Cortège Lücken von insgesamt bis zu zwei Stunden festgestellt worden. «Die Verkehrskommission, in welcher alle Arten von Fasnachts-Gruppierungen vertreten sind, ist sich einig, dass deshalb eine Kürzung der Cortège-Route angebracht ist», so der Comité-Obmann. Und weiter: «Wer sich den derzeitigen Cortège genau anschaut wird bald feststellen, dass die Schleife via Rheingasse, Lindenberg und Rebgasse dafür die einzig vernünftige Möglichkeit bietet.»
Die Vorwürfe der betroffenen Gastwirte, dass mit der Änderung das ganze obere Kleinbasel ausgelassen werde, kontert er wie folgt: «Abgesehen davon, dass sich der Fasnachts-Cortège in erster Linie nach den Zuschauerinnen und Zuschauern und den Aktiven orientiert, darf ich folgende ‹Entwarnung› geben: Die innere Route wird von der Messe zur Wettsteinbrücke unverändert beibehalten.» Wie schon bisher können die Cliquen also von der Riehenstrasse her kommend in die Riehentorstrasse ausfädeln – «und dies mit den Zielen wie Rebhaus, Torstübli, Riehentorhalle oder Hirscheneck auch tun», wie Rudolf von Rohr anfügt. «Der Vorteil ab 2005 ist dabei, dass sie die Riehentorstrasse bei ihren Beizen-Besuchen sogar ohne ‹Belästigung› durch den Cortège belagern können.»
Und der Comité-Obmann müsste nicht Felix Rudolf von Rohr heissen, wenn er die Bedenken von Johannes Fringeli (zum Rebhaus) und die Frage der Torstübli-Wirtin Lotty Weber, ob es dem Fasnachts-Comité «ins Hirni geschneit habe», nicht mit einem Lächeln wie folgt beantworten würde: «Ich darf Frau Weber versichern, dass unsere Hirni im Comité frostfrei sind und bleiben. Hannes Fringeli danke ich für das – wie immer mit ihm – angenehme und konstruktive Gespräch, das wir noch vor den zitierten Interviews miteinander geführt haben.»
Nun, das Thema Routen-Änderung wird wohl in Fasnachtskreisen noch viel zu diskutieren geben. Doch kann man sicher sein, dass auch diese (Mehl-)Suppe nicht so heiss gegessen wird, wie sie gekocht wurde. Zudem ist anzunehmen, dass viele Cliquen nach der Mittleren Brücke beim Café Spitz aus der neuen Route nach rechts ausscheren, um in ihren Lieblingsbeizen entlang der «ausgelassenen» Route einen zur Brust zu nehmen. Sollten sie sich dann nicht rückwärts, sondern via Rebgasse wieder in den Cortège einfädeln, so würde in der Greifengasse eine neue Lücke entstehen. Das Comité müsste sich dann für das Jahr 2006 erneut an die Quadratur des Kreises heranwagen.
Weitere Informationen:
Cortège-Verkürzung in der aktuellen BFO-Umfrage



