Unter dem Motto „e (heerligi!) Naase voll Fasnacht“ startet das Förnbacher Theater im Januar mit der 17. Ausgabe des Ridicule. Die Vorfasnachtsveranstaltung der intimeren Art lebt auch im kommenden Jahr von hoher Pfeifer- und Trommelkunst sowie von leisen Tönen im Wortbereich und Klamauk vom „Balkon“. Hausherr Helmut Förnbacher (1. v. l.) inszeniert seine „Herzensangelegenheit“ im Badischen Bahnhof zusammen mit seiner Tochter Sandra, auf der Bühne macht Kristina Nel (2. v. l.) die Familie komplett.
Es dürfte eines der längsten Provisorien sein in der Schweiz, das Förnbacher Theater im Badischen Bahnhof. Wobei… was heisst da „Schweiz“? Bühne und Zuschauerraum liegen auf deutschem Gebiet, der Besuch entpuppt sich also als laufende Grenzübertretung im wörtlichen Sinn. Was es für den Hausherrn mit sich bringt, gleichzeitig die schweizerischen und deutschen Vorschriften erfüllen zu müssen, was vor allem im Sicherheitsbereich einige Herausforderungen mit sich bringt – und einige seltsame Behördenkommentare: „Der oberste Sicherheitschef der Deutschen Bahn erzählt jedes Mal dasselbe. Dies sei kein Theater, sondern eine Brandlast“, so Förnbacher. Zumindest bis 2017 ist die Zukunft aber gesichert, da die deutsche Seite kein Geld für eine umfassende Neukonzeption des Badischen Bahnhofs hat.
Das Ridicule 2016 ist wie immer – und damit doch anders als andere Veranstaltungen in der langen Reihe der Vorfasnacht. In einem haben die anderen zwar nachgezogen: Praktisch alle arbeiten nun vornehmlich mit Profi-Schauspielern, was das Ridicule seit Anbeginn tat. 2016 sind dies neben dem Hausherrn und seiner tochter (die gemeinsam auch Regie führen) Markus Heiniger, Kristina Nel, Gisèle Rastberger, Hanspeter Stoll und Eugen Urfer.
Im musikalischen Bereich darf man sich auf das gewohnt hohe Niveau freuen. Unter Leitung von Fabienne Stocker brilliert eine Gruppe von „Pfyfferkeeniginne“ – die Männer wurden laut Förnbacher verjagt – und im Trommelbereich werden die aktuellen Schweizermeister von „pianoforte“ unter Leitung von Nicola Dreier agieren.
Bleiben noch die Schnitzelbängge. Der „Fäärimaa“ (Foto rechts) ist letztes Jahr spontan eingesprungen, im 2016 ist er Programm gleich wie der Stammgast „Glettyse“ (2. v. r.). Damit – so Förnbacher – ist ein schöner Gegensatz zwischen dem fast schon schüchternen Fäärimaa und dem alles andere als schüchternen Glettyse möglich.
Förnbacher sieht sein Theater und damit auch das Ridicule als „Herzensangelegenheit“, die er mit diversen Filmprojekten querfinanziert. Und er hat sich regelrecht eine Aufgabe gegeben: Wieder mehr junge Zuschauer auf die Theaterstühle (die übrigens mal in der altehrwürdigen „Komödie“ standen) zu bringen. In diesem Sinn kann man sich seinem Aufruf nur anschliessen: Tablets und Spielkonsolen ausschalten und ab ins Ridicule – solange es das Providurium nioch gibt!
Ridicule 2016: Badischer Bahnhof Basel. Vorstellungen 6., 8., 10., 16., 17., 222., 23., 29., 30. Und 31. Januar sowie 4., 6. Und 7. Februar. Wochentags 20.00 Uhr, sonntags um 18.00 Uhr. Vorverkauf an den üblichen Stellen oder direkt an der Abendkasse. Weitere Informationen unter www.foernbacher.ch.



