Das deutsche Sprichwort «Reim dich, oder ich fress dich!» gilt auch für Schnitzelbänggler und Zeedeldichter, welche ihre Reime in mehr oder weniger gutem Baseldytsch zu Papier bringen. Zwar leisten dabei das «Basel-Deutsch-Wörter-Buch» von Rudolf Suter oder das Wörterbuch «Baaseldytsch-Deutsch» von Ernst Meister gute Dienste, doch ein Reimwort darin zu finden, entpuppt sich als mühsam. Und so ist die Gefahr gross, dass man erfreut ist, ein richtiges Wort gefunden zu haben, ohne zu merken, dass es sich dabei um kein baseldeutsches Wort handelt. Das passiert nicht nur Anfängern. Vor Jahren trug die legendäre «Standpauke» folgenden Vers vor:
Won ich das Jesuskääferli bschau,
do sait my Frau uffs mool: «Gseschs au?,
ass die kainy Pinggt am Ranze hän!»
Jetzt wisse mer, ass mer Wanze hän.
Vom Reim «Ranze hän» und «Wanze hän» war er anscheinend so fasziniert, dass er erst nach der Fasnacht merkte, dass es auf Baseldeutsch statt Wanze eben Wäntele hätte heissen müssen und er sich hinterher furchtbar über den Fauxpas ärgerte.
Dieses Problem hat auch Rodrigo Haefeli erkannt. In jahrzehntlanger Arbeit hat er Zeedel und Bängg studiert und deren Reime katalogisiert. So entstand (im Eigenverlag) ein 124 Seiten umfassendes Werk, das sowohl sutterisch, wie auch phonetisch die Literaten-Werke alphabetisch geordnet nach Reimen auflistet. Im Vorwort heisst es: «Das vorliegende Reim-Wörterbuch enthält zirka 30’000 Stichwörter. Der Wortschatz wurde der aktuellen Umgangssprache entnommen.» Letztere Aussage bezieht sich dabei aufs Jahr 2009, wie der Autor unterstreicht. Und Haefeli weiter: «Altbaslerische Ausdrücke, die kaum oder nicht mehr gebräuchlich sind, wurden nicht berücksichtigt. Begriffe aus Fauna und Flora, schweizerischer Militär-Folklore, Religion, Gastronomie, Landwirtschaft und so weiter sind nur minimal vertreten. Auf Wörter wie Handy, Herussforderig, tschüss, Tschingg, Schwoob und einige andere wurde verzichtet – verständlicherweise».
Sucht also jemand einen Reim auf «Bekenner», so findet er Begriffe wie
Duur-Brenner
5-Denner
Wyy-Kenner
Alles-Kenner
Gmainsaame Nenner
Penner
Renner
Scanner
wenn’r
Der wilde, freie Bangg «Die Antiquierte» feierte letztes Jahr sein 25-Jahr-Jubiläum mit dem Angebot eines «Basldytsch-Schryb-Kurs». In diesem Zusammenhang lernte der Texter den Autor kennen. «Ich durfte mir das Ergebnis anschauen und muss als langjähriger Bänggler und Zeedeldichter neidlos zugestehen: E Bombe!», erklärt er gegenüber Basler Fasnacht Online. Dank dieses Werks könne er jederzeit Hilfestellungen erhalten oder sich aber, in die Lektüre vertieft, auf unkomplizierte Art und Weise auf seine dichterische Arbeit vorbereiten. «Wir haben nun beschlossen, dieses Fremdwerk jahrelanger Sammelei, ohne Eigennutz zu vertreiben beziehungsweise für die Qualität des Buches einzustehen», so die Antiquierten. Bei ihnen kann man das «Baseldytsch-Reim-Wörterbuch» von Rodrigo Haefeli im Internet auf der Site «Dr Bänggler» zum bescheidenen Preis von 30 Franken bestellen.
ACHTUNG! Der Verfasser des Reim-Buches hat sich aus der Zusammenarbeit mit den Antiquierten zurückgezogen. Bestellen muss man es jetzt direkt bei Rolf Frech, Lothringerstrasse 36, 4056 Basel.



