Als den Aktiven 2007 das Projekt vorgestellt wurde, entfuhr einem der Anwesenden entgeistert: «Dasch jo kai Käller, daas isch e ganzi Stadt». Und damit war der Name geboren: Im 2. Untergeschoss am Claraplatz 1 enstand die «Rätz-Stadt». Diese trägt den Namen zu Recht; bei insgesamt 15 Räumen für Übungszwecke, Fasnachtsateiliers, Lager und nicht zuletzt Anlässe verliert man schnell einmal den Überblick und braucht tatsächlich einen Stadtplan (der übrigens auch abgegeben wird).
Bei den Räumlichkeiten handelt es sich um eine ehemalige Sanitätshilfsstelle des Basler Ziuvilschutzes, die aber nicht mehr benötigt wurde. In rund 10’000 Arbeitsstunden wurden die Keller umgebaut, wobei Mauern abgerissen und die gesamte Haustechnik neu eingebaut werden mussten. Die Baulietung übernahm der Architekt, der eigentlich für den Bau des neuen Stadt-Casinos zuständig gewesen wäre; das Volks-Nein zum Hadid-Bunker entpuppte sich also für die Rätz als Glücksfall.
Laut Cliquen-Obfrau Yvonne Hagen ist «Rätz-Stadt» in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Zum einen durch die Grösse, die es erlaubt, dass Junge und Alte Garde wie Stamm gleichzeitig dort üben respektive am Fasnachtsdienstag dort essen. Zum anderen dadurch, dass die Räumlichkeiten mit Ausnahme einer «Raucher-Heeli» rauchfrei sind, was einem Wunsch einer überwältigenden Mehrheit der Aktiven entsprochen habe. Und im weiteren durch die Organisationsform; das «Stadt»-Motto wurde nämlich durchgezogen. Es gibt für die Aktiven den «Burgerbrief», die Entscheidungen fällt der «Burgerroot», welche vom «Stadtroot» auszuführen sind. Und in einem sind die Rätz Basel-Stadt voraus: Der «Stadtpreesi» ist weiblich, nämlich ex officio Yvonne Hagen.
Noch etwas gewöhnungsbedürftig ist der Zugang zur «Rätz-Stadt», muss man doch direkt an der berühmt-berüchtigten «Schyssi» am Claraplatz vorbei. Laut Projektleiter Stefan Ospel ist dies aber nur vorübergehend, wird dieser Schandfleck doch noch in diesem Jahr durch ein moderes, oberirdisches Kabäuschen abgelöst.
Dies dürfte auch die Suche nach Untermietern erleichtern, obwohl laut Kellerwirt Franz Haerri bereits einige Anfragen vorliegen. Man sucht zwecks Mitfinanzierung langfristige Dauermieter, aber auch Interessenten für kurzfristige Einmietungen. Und nicht zuletzt kann man Teile der Räumlichkeiten auch für Anlässe privater oder kommerzieller Natur mieten, dies zu moderaten CHF 300 für Firmen und CHF 150 für Private. Besichtigen kann man die «Rätz-Stadt» das erste Mal am Vogel Gryff: Der Baizenbetrieb startet bereits um 10 Uhr.



