Bekanntlich sind die Bummelsonntage lieb gewordene Gelegenheit für die Aktiven, sich von der Basler Fasnacht zu verabschieden, nochmals gemütlich zusammen zu sitzen, sich in der Freien Strasse Freunden, Verwandten und Bekannten zu präsentieren und zum Schluss noch etwas zu «gässlen». Kommenden Sonntag droht nun neben eher durchzogenen Wettervorhersagen weiteres Ungemach.
Angesagt ist eine Demonstration «gegen die Polizeigewalt». Diese steht im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vom vergangenen Samstag, als es im Gefolge von Demonstrationen gegen den Irakkrieg in der Basler Innerstadt und am Centralbahnplatz zu grösseren Sachbeschädigungen, Brandanschlägen und Rangeleien kam. Die Polizei, die von den Chaoten mit Steinen und Flaschen eingedeckt wurde, sah sich gezwungen, zu härteren Mitteln wie Gummischrot und Reizgas zu greifen; eine Reihe von Personen wurde festgenommen.
Sympathisanten rufen nun zu einer Demo am dritten Bummelsonntag auf, die nichts Gutes erhoffen lässt. Bereits am vergangenen Sonntag griffen rund 15 «Friedensbewegte» eine am Barfüsserplatz rastende Fasnachtsclique an. Dabei wurden drei Fasnächtler verletzt, einer musste ärztliche Pflege in Anspruch nehmen. Der Polizei gelang es, zwei der Angreifer dingfest zu machen; einer davon büsste seine Tat an Ort und Stelle schon schmerzhaft, da er von einem Polizeihund gebissen wurde. Den restlichen Übeltätern gelang es, unerkannt in der Menge zu verschwinden.
Die Polizei schliesst nicht aus, dass es auch an diesem Sonntag zu Provokationen und Übergriffen kommen könnte. Roberto Zalunardo, Kommandant der Kantonspolizei Basel-Stadt, warnte anlässlich der gestrigen Medienorientierung zu den jüngsten Demonstrationen, dass einzelne Gruppen von Demonstranten den Bummelsonntag als Bühne für Konfrontationen benutzen könnten.
Den Aktiven und dem Publikum am Strassenrand empfiehlt die Polizei, sich bei Provokationen zurückzuhalten und gelassen zu bleiben. Bei Problemen sollte unverzüglich die überall präsente Polizei beigezogen werden, denn – so Zalunardo – «wir sind vorbereitet!»



