Es ist bereits Tradition, dass das Fasnachts-Comité zwischen Weihnachten und Neujahr die neue Blaggedde vorstellt. Auch dieses Jahr waren es wieder überraschend viele Obleute, welche sich am 28. Dezember im Zunftsaal der Safranzunft zur Plaketten-Vernissage einfanden – was Comité-Obmann Alex Fischer zur Aussage verleitete: «Die Obleute scheinen sich von Jahr zu Jahr zu vermehren.»
Fischer wies darauf hin, dass der Plaketten-Verkauf nach wie vor die wichtigste Einnahmequelle für die Fasnacht sei. Früher sei es Ehrensache gewesen, am Cortège eine Plakette zu tragen, heutzutage leider nicht mehr. Darum gelte der Spruch «Me drait e Blaggedde» mehr denn je.
Dann wollte der Plaketten-Verantwortliche Felix Rudolf von Rohr die neue Plakette vorstellen, doch durch lautes Sirenengeheule wurde er daran gehindert. Die Demonstrationsgruppe «Räppli-Peace», mit gelben Bauhelmen, weissen Überkleidern und «vermummt» mit Halblarven, skandierte: «Mir fordere vom Comité: Vo jetzt aa kai Blaggedde meh! E suuberi Fasnacht wänn mir gseh!» Dazu verteilten sie Zeedel mit ihrer Begründung. Ein Akt, der nicht bei allen Anklang fand. Doch Alex Fischer «verdankte» das Votum, worauf Felix Rudolf von Rohr endlich die Katze, respektive die Plakette 2001 aus dem Sack lassen konnte.
Aus 73 Entwürfen (es beteiligten sich sechs Damen und 43 Herren) ging Magnus Roth mit dem Sujet «Dr Schuss isch duss!» als Sieger hervor. Wie letztes Jahr handelt es sich um einen grösstenteils unbekannten und jungen Künstler (Jahrgang 1966). Als «aktiver Passiv-Fasnächtler», wie sich Roth (Trommelschüler bei den AGB-Setzlig, Tambour bei der Spinner-Clique und heute Laternenmaler der Opti-Mischte) selber einstuft, wollte er mit seinem Entwurf «vorwärts in d Zuekumft luege». «Fir mi wäär die ainzigi Alternatyve gsii, 500 Joor in d Vergangehait z gnaisse – und daas het my z lang dunggt», so Roth zur Entstehung der Plakette.
Genauer gesagt, und auch das ist ein Novum, sind es drei Plaketten, mit dem neuen St. Jakob-Stadion, pardon, St. Jakob-Park als Grundmotiv. Bei der Kupfernen ist es eine Alte Tante mit Mimosenstrauss und Rose, in der Silber-Variante ein Harlekin mit Tambourmajorstock – und bei der Goldenen ein Waggis mit Trommel. «Y due my jetzt scho bi de Sammler entschuldige, dass es bi dr Uswaal und mit em Uffraaie kennti Problem gää», meinte Roth. Doch, so Felix Rudolf von Rohr in seiner Laudatio, man könne als Zeichen der Vorfreude ja auch alle drei Varianten am Kragen tragen.
Alle drei Versionen kommen ab dem 6. Januar 2001 in den Verkauf, die Preise sind unverändert: Gold 40 Franken, Silber 12 Franken, Kupfer 6 Franken.



