Pfyfferli 08: Vom Yglemmte zum Entrecote

5. Januar 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Von der Rütliwiese zum Spalenberg» titelten wir die Vorschau auf das Pfyfferli 08 – vielleicht wäre «Vom Yglemmte zum Entrecote» die bessere Variante gewesen. Der erste Teil präsentierte sich nämlich wie das berühmte Sandwich. Der Prolog als eher trockenes, die Schlussnummer vor der Pause sogar als hartes Brot, dazwischen aber waren viel Butter und noch mehr saftiger Schinken.

Und, um beim Bild zu bleiben, das feine Gürkchen in diesem Sandwich war die Duo-Nummer von Colette Greder und Peter Richner, in der einer vom Basler «Daig» vom «Hyyniger Briggli» springen will (weil er zu geizig für Dignitas sei), von einer Elsässerin aber überredet wird, doch lieber eine Brücke zu sprengen. Diese Idee wird dann zu Georg Kreislers unvergleichlichem «Everblack» vom Taubenvergiften hervorragend umgesetzt (Text Michael Theurillat).

Ebenfalls zu den Höhepunkten des ersten Teils gehörte der Schnitzelbangg «Doggter FMH», der mit seiner Show (ahh jä!) zu Recht stürmischen Beifall einheimsen konnte. Dazu gab es auch noch was fürs Herz, als Colette Greder eine von Max Afflerbach hervorragend adaptierte Basler Version von Armstrongs «What a wonderful World» in den Fauteuil-Keller hauchte.

Und dann der zweite Teil – eben das Entrecote: Eine runde, saftige Sache mit viel Fleisch und kaum Fett. Das Ensemble wurde in seinen Nummern viel politischer, bissiger – und dadurch klar besser. Sensationell die Nummer «Frauen-Power» der vier Damen Buess, Greder, Rasser und Studer, bissig die «Analyyse» des gesamten Ensembles und beklemmend surreal (oder doch bald real?) «spital.ch», kreiert von Charles Lewinsky. Dazu brillierte ein «Peperoni» in absoluter Frühform mit seinen lakonischen Versen und der Erklärung, warum ein Zunft-Kassier zu Recht «Seggelmaischter» heisst.

Auch wenn beim Pfyfferli traditionell das Wort im Vordergrund steht, hat die musikalische Komponente eine hohe Daseinsberechtigung. Höhepunkt hier bildete die «Pfyfferli-Serenade», komponiert von Arth Paul und an der Premiere gewohnt brilliant vorgetragen von Xenia Fünfschilling. Nicht minder gut die Einlagen der «Barfiessler», vor allem bei der äusserst anspruchsvollen Nummer «s Drachenäscht», und der Trommelgruppe «PiSDiG».

Das Fazit: Ein Pfyfferli, dass vielleicht nicht ganz die Messlatte der Vorjahre erreicht. Dies zu kritisieren bedeutet aber jammern auf äusserst hohem Niveau. Das Publikum weiss es zu schätzen: Die Plätze im «Fauteuil» waren schon vor der Premiere restlos ausverkauft – und womit? Mit Recht!

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