Ogi, Vrone, BSE – nur dr Kohl isch niene mee

5. März 2001 | Von | Kategorie: Nachrichten

Löcher in allen Formen fehlen in diesem Jahr fast bei keinem Bangg. Angefangen bei den zu reglementierenden im Käse bis hin zu jenen in Florida – Sie wissen schon welche. Wenn nicht, dann hilft Ihnen der Schuuflebuur auf die Sprünge:

S hänn bi de Wahle z USA

die Löcher-Zeller «tröbels» gha.

Der Unterschiid vom Busch zem Gore

isch doch ganz aifach: one Loch more!

Buurereegle:

Z USA muess es allem aa

no mee so Löcher umme haa.

Zum gleichen Thema meinen d Fätzerysser und d Gluggersegg:

Unsre Emmetalerkääs,

dä hett fir d Yankee s falsche Määs.

Mir kenne daas nit nochvollzieh, wieso die uns wänn schelle,

die grosse Löcher wääre doch vyyl aifacher zum zelle

My Bonnie wählt over the ocean,

si wählt allwääg Bush oder Gore.

My Bonnie maint over the ocean:

E Loch isch e Loch and no more!

Was für Folgen das hierzulande haben kann, dazu die Kuh Elsa, besser bekannt als Peperoni:

Bim wääle han ych’s uusbrobiert

und derby mi Waalzeedel manipuliert.

Y ha so Lecher gstanzt wie z Florida, zem luege eb das goot

und jetzt hoggt das duuregstanzte Loch bi uns im Grosse Root!

Womit wir in den «Niederungen» der baselstädtischen Politik angelangt wären, zu der d Schoofsuri den Übergang zum negativen «Megastar» andeuten:

D Zeba het Lämpe und d Gwärggschaft liggt dry,

Me kämpft do wie allewyl geg’ d Bourgeoisie.

S wird gschtraiggt – s gitt e Sit-in – es isch e Event,

Jä wenn’d SP d Problem alli so leese kennt!

Sie haben es erraten: Die Rede ist jetzt von der Abwahl von Veronica Schaller, die fast bei keinem der 27 Comité-Bänggler fehlen darf:

D’ Schaller Vrone sait zem Tschudi: «Ych kaa daas nit verstoo.

Vo Dir do heert me vier Joor nyt Und Yych, Ych muess jetz goo.»

D’Abwaal hett d’Veronica No zimmlig logger gnoo,

Si hett drum jetz mee Zyt fir d’ Wesch und in’s Museum z’goo.

…heisst es bei den Syydiaane und die Penetrante wissen auch, warum die SP-Frau nicht mehr gewählt worden ist:

D Basler hänn ai Frau fimf Schnäuz und «Eymaa» gwäält.

Es het dr Schallere dr Schnauz zer Wahl halt gfäält.

Wenn die mee glache hätt, so dass Alli iine seen,

so hätt me gsee, die drait halt d Schnauzhoor uff de Zeen.

Ins gleiche Horn stösst auch der Singvogel, der eindeutig zweideutig meint:

Der Ralphli isch e braave, und der Stöffeli e smarte,

der Hansmartin e liebe, und der Carlo isch e zarte.

Der Jörgli isch e glatte und der Ueli isch e fyne.

Jä, in das Muschtergrübbli basst die Vroone doch nit yyne.

Gepasst hat die Alt-Regierungsrätin jedoch ins Damen-Trio, das erstmals die altehrwürdige Kleinbasler Männer-Bastion verunsichert hat:

Am Gryffemähfi haige d Vrone, s Babs und s Beethli

zämme d Lampe gfüllt scho vor de Kalbsbasteetli,

und denn am Ehredisch voll Gnuss erläbe kenne,

worum dr Eymaa sich darf Gryffe-Maischter nenne.

… reimen d Zahnstocher, und der Filzluus ist zu einem anderen Damen-Trio das eingefallen:

In unserem Fasnachtscomité

hoggt jetz d Frau Pfaarer Develey.

Ych hoff nit, Si gäb dr Sääge

fir wytteri 50 Waggiswääge!

Auch das bevorstehende Jubiläum zum Beitritt Basels in den Bund ist selbstverständlich ein Thema. Den Grund, warum wir dieses Ereignis überhaupt feiern können, nennt s Passe-Vite:

Dangg Schwoobegrieg hänn d Basler bschlosse:

Mir öffnen is für d Aidgenosse.

Die hätte sunscht e schwääre Stand

mit Ziri – als Entwiggligsland.

Eine ganz neue Perspektive zu diesem Thema eröffnet der Schuuflebuur:

Wo der Bydrittsbrief vo Basel an Bund

noo 500 Joor «ungöffnet» retour kunnt,

isch e Stämpfel druff

«Von den Aidgenossen –

tut uns laid Genossen –

Post geschlossen!»

Buurereegle:

Wie kunnt e Brief uff Läufelfinge?

Margge druff und sälber bringe!

A propos Post und Baselbiet: Da gibt es noch ein paar Überlegungen mehr, wie der Singvogel weiss:

Für all die lääre Boschtbüro vo Aesch bis Käänerkinde

will der Kanton Baselland jetz neyi Mieter finde.

Es miess in jedem Dorf, soll s mit em Uffschwung wytergoo,

zmindescht e Hamflaade und e Schuggerboschde stoo.

Die jubilierenden Setzlig liefern den Übergang vom Baselbiet zur Hochburg helvetischer Politik:

In Fränkedorf hänn si Problem syt neijem mit em Fuchs,

Im Wallis hänn si’s lenger scho mit em Wolf und Luchs.

kasch bald die halbi Dierwält uff die roti Lischte schrybe,

jetz wänn sy au no z Bärn der Bär vom Briefbabyr vertrybe.

Es war zu erwarten, dass auch der Rücktritt von Dölf Ogi den Bängglern mindestens einen Vers wert ist. Der Banggomaat lässt den Kandersteger gleich selbst zu Wort kommen:

lg bi für d’Schwiiz, das dörf ig säge,

gäng i d’Läder-Riemli gläge!

Ha mänggem s’Danneböömli greckt,

u ds’Fäähnli gäng i d’Hööchi gschtreckt!

Am meeschte frööht’s my, wenn ig dee

dä cheibe Couchpäng nümm muess gseeh!

Nicht alle finden jedoch gute Worte für den Neo-UNO-Sport-Botschafter. S Glettyse etwa giftelt auf Kosten eines Alt-Nationalrates:

Was dr Hubacher grausam bloogi,

Sig das Buech iber unsre Adolf Ogi.

Denn d’Laischtig vo däre Kanderstäger Anggeschnitte,

fillt allefalls e halbi Schribbmaschine-Sytte!

Bundesbern liefert aber noch andere Sujets. So etwa dem Hanslimaa, der zum Bundespräsidenten mit Basler Vergangenheit böse reimt:

Wenn dr Leuebums d Fuuscht in Himmel schwingt,

und wien e Griegsguurgle d Internationale singt

und en speeter wien e Lämmli am Fäärnsee kasch gsee,

denn gits nur ai Diagnoose – BSE!

Zu diesem eher ernsten Thema sind vielen Bängglern (zu) böse Verse eingefallen. Von der eher aufklärerischen Sorte ist jener der Fläädermyys:

Bivoor dr Fritz zum Znacht e fetti Wurscht duet mampfe.

liest är genauschtens nooch was d Metzg duet yyne stampfe.

Wäg sällem BSE (sunscht foots im Kopf aa spinne):

Härz, Lunge, Maage, Därm – zem Gligg: s het gar kai Rindflaisch dinne!

Ein weiterer medizinisch-wissenschaftlicher Bereich stellt die Verbindung zum «grossen Kanton» im Norden her, wo die Herren Daum und Becker die Rolle des dicken Herrn Kohl übernommen haben. Die am häufigsten verwendete Kombination zweier Sujets führt auch gerade zum FCB. Dazu stellvertretend d Fätzerysser: Danach der Pierrot, der mit seinem Bobbele-Vers die positive Seite sieht:

Der Christian Gross vom FCB

hänn mir no nie bim Kiffe gseh

und wenn au, denn wäär daas

fir ihn iberhaupt kai Gfoor,

me kennt em nämmlig nyt bewyyse,

är het jo kaini Hoor.

Dr Bruef vom Begger, s isch e gruus,

stirbt langsam aber sicher uus,

drum hilft dr Boris krefftig mit,

ass es wiider Nochwuggs git.

Nachwuchs könnte wohl auch das Theater Basel brauchen. Warum, erklären d Setzlig, und die Blauäugige setzen noch einen drauf. Mehr Details und auch Kritisches über den Auftritt der Bänggler im Schnitzelbangg-Jurylokal Theater lesen Sie morgen in dieser Zeitung.

Im erschten Aggt in Unterwesch, im zwaite fudiblutt,

im dritte stäche sy sich ab und schiesse sich kaputt.

Em Publikum isch das egal, mir mache jedi Wett,

das isch grad noh der erschte Pause haim ins warme Bett.

Bim «Son et lumière» am scheene Minschterfescht

verschreggt die Dootefratze dausigi vo Gescht.

«Dasch nit dr Anti-Chrischt», ghörsch plötzlig aine johle,

«das isch e Stasi-Gspängscht wo wott dr Schindhelm hole.»