Es dürfte der Gesprächsstoff Nummer eins bis zur am 1. März beginnenden Basler Fasnacht 2004 werden: Ein Teil der «Band of the Sultanate Royal Army of Oman» hat sich für den Cortège angesagt! Das kommt beim genauen Hinsehen nicht von ungefähr: Die 80 bis 90 Mann starke Gruppierung von der arabischen Halbinsel weilte im vergangenen August gemeinsam mit dem Top Secret Drum Corps (TSDC) in Edinburgh am Military Tattoo – und dort haben ihnen die Basler Trommelvirtuosen von den «drey scheenschte Dääg» vorgeschwärmt.
Von den Plänen zeigen sich aber nicht alle begeistert: «Die Teilnahme am Cortège kann ihnen niemand verbieten», stellt Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr gegenüber Basler Fasnacht Online indes klar – «wir sind keine Polizei». Vielmehr will er auf Dialog setzen und den Omanern die Basler Fasnacht eingehend erklären. «Dann würden sie wohl selbst draufkommen, dass sie fehl am Platz sind.» Die musikalische Klasse der 1982 gegründeten Band stellt der Comité-Obmann keineswegs in Abrede – in Edinburgh hatte sich Rudolf von Rohr vor Ort selbst davon überzeugen können. Insider vermuten, dass das oberste Fasnachts-Gremium deshalb nicht härter durchgreifen wolle, weil es insgeheim mit einer Gegeneinladung rechne.
«Für uns liegt die Basler Fasnacht terminlich ideal», liess Squadron Leader Nassir bin Saif Al Sharji über TSDC-Leader Erik Julliard ausrichten – die Band aus dem Sultanat (nicht zu verwechseln mit den fast gleichnamigen Dörrfrüchten) tritt kurz zuvor im italienischen Modena auf, danach geht die Reise weiter ans International Euro Taptoe in Rotterdam. Wie zu erfahren war, wird sich während des Basler Aufenthalts auch eine Equipe des Schweizer Fernsehens DRS an die Fersen der «Wüstensöhne» heften. Logistisch seien sämtliche Probleme aus dem Weg geräumt: «Dank eines privaten Sponsors konnten wir für alle Teilnehmer ein Hotelquartier finden», so Julliard.
Noch ist unklar, ob es zur Cortège-Teilnahme kommt. «Wir wollen eine Konfrontation mit dem Comité natürlich vermeiden», erklärt Julliard weiter. Natürlich sei das Paradieren einer Militärband, zudem ohne Larven, an der Fasnacht gewöhnungsbedürftig – «aber sicher auch bereichernd», wie er anfügt. Eines ist jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt klar: «Am Fasnachts-Dienstag werden unsere Freunde aus Oman ganz sicher musizierend in den Gassen anzutreffen sein», so der Basler Spitzen-Tambour.
Weitere Informationen:
Umfrage zur Teilnahme der Omaner an der Basler Fasnacht



