1978 gegründet, wurden die Naarebaschi bereits 1992 vom Comité als Stammverein anerkannt. Etwa alle zwei Jahre geben sie ein Konzärtli. Gestern Abend war es wieder so weit. Im Grossen Saal des Volkshaus zeigten Binggis, Junge Garde und Stamm ihr grosses Können. «Nach vielen Basler Höhepunkten wie Fasnacht, Roger Federer und Top Secret – Das Buch folgt nun noch Naarebaschi – Das Konzärtli», erklärte einleitend Rolf Meyer, der durch das Programm führte.
Pfeifer und Tambouren von Binggis, Junge Garde und Stamm eröffnen in herrlichem Charivari gemeinsam den Abend. Die grosse Bühne ist fast zu klein um alle 180 Teilnehmer aufzunehmen. Mit einem rassig vorgetragenen «10. Värs» bringen sie die Besucher gleich in fasnächtliche Stimmung.
Die Naarebaschi sind bekannt für ihre gute Jugendarbeit. Daher ist es auch eine Freude, ihnen bei ihren Auftritten zuzuhören und zuzusehen. So etwa beim Pfeifermarsch «Quodlibet», bei welchem Anfänger und Binggis (8 bis 13 Jahre) gemeinsam auf der grossen Bühne stehen. Doch die Tambouren standen ihnen in Nichts nach: Für ihr mit «brennenden» Schlegeln (die Flammen sind aufgeklebte rote und gelbe Stoffstreifen) auf Böggli getrommeltes «Klötzli» erhalten sie immer wieder spontanen Beifall. Ihr Jonglieren mit den Schlegeln (Arrangement Rolf Schlebach) erinnert zu Recht an grosse Basler Vorbilder. Erst nach einer stürmisch geforderten Zugabe dürfen sie die Bühne wieder verlassen. Beide Vorträge waren ganz tolle Leistungen, besonders wenn man bedenkt, dass die Anfänger erst seit April die Übungsstunden besuchen und jetzt schon auf der grossen Bühne stehen.
Bei den Binggis tragen fünf Tambouren und ein Bass Drummer ganz in Weiss den «Snowdrummer» vor. Ihr Instruktor Philipp Meyer komponierte ihn, als eine Marschübung wegen Schnee abgesagt werden musste. Weihnachtliche Stimmung zaubern die zehn ganz in schwarz gekleideten Pfeiferinnen mit einem wunderschönen «Fugeli» in den Saal. In wunderschönem Charivari vereinigen sich dann Pfeifer und Tambouren der Binggis zum «z’Basel an mym Rhy».
Ein beachtliches Niveau haben die Mitglieder der Jungen Garde (13 bis 20 Jahre). Daher sind ihre Teilnehmer immer in den vorderen Rängen anzutreffen, sei es am Basler «Offiziellen», wo sie im Medaillenspiegel auf Platz eins liegen, oder an grösseren Jungtambouren- und Jungpfeifer-Festen. «Einfach Zurücklehnen und geniessen», empfiehlt Meyer vor dem «Ständeli» der Pfeifergruppe – und so war es auch. Ein wunderschöner Vortrag. Wie in der Walpurgisnacht treten sie dann als Hexen auf. Auch dieser schwierige Marsch wird sauber vorgetragen. Im Marsch «21th Century» zeigen die Tambouren, dass auch sie die neuen Showelemente perfekt beherrschen. Als Piraten gekleidet tragen sie später den Marsch «Dr Pirat» vor. Unter dem Motto «Yes, We Can» vereinigt sich das Spiel zum viele amerikanischen Melodien enthaltenden «Unggle Sam».
Ein kleines Erdbeben löst die «Neue Basler Tagwacht» der als weiss-graue Ueli auftretende Stamm-Tambouren aus. Mit diesem Marsch nehmen sie im Juni am 25. Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest in Interlaken teil. Gewöhnungsbedürftig der von den als bunte Vögel auftretenden Pfeifer intonierte «Fyyrvogel». Dieser wurde am Drummeli 2008 von der Olympia uraufgeführt. Besser gefällt der von Pfeifern und Tambouren gespielte «Fritzli». Wunderschön «Dr Zigüner», welcher von vier Piccolos, einem Basspiccolo und zwei Tambouren vorgetragen wird. Noch in bester Erinnerung ist der Auftritt der Clique als NaarABBAschi am Drummeli 2008 mit dem ABBA-Medley. Erneut lassen einen die wunderschönen Ohrwürmer in Erinnerung schwelgen.
Im eher «familiären» Teil zeigen Teilnehmende aus dem alle zwei Jahre stattfinden Lager in Engelberg wie lustig es dort zugeht. Und den Siegern am «Intärne Bryysdrummle und –pfyffe», das am Morgen stattgefunden hatte ,werden Medaillen und Urkunden überreicht.
Gespannt ist man auf den «streng geheim gehaltenen Gaschdufftritt». Unter grossem Beifall stürmen dann sechs Snare Drummer und ein Bass Drummer in schwarzer Uniform und weisser Feder am Hut auf die Bühne: die Top Secrets. Für ihren tollen Auftritt inklusive dem obligaten Schlegelfechten bekommen sie immer wieder spontanen Beifall.
Wie zu Beginn beenden Pfeifer und Tambouren von Binggis, Junge Garde und Stamm im Charivari, diesmal mit Kopfladärnli mit dem «Wettsteinmarsch» gemeinsam den musikalischen Teil. Nach dem Dank an Eltern und Grosseltern dafür, dass sie darauf achten, dass die Kinder – fast täglich – üben, fordert Obmann Thomas Meyer das Publikum auf: «Traget s Fasnachtsfieber über die Feiertage hinaus bis in den Januar, wenn die Vorfasnachts-Veranstaltungen beginnen.»



