Museumskonzärtli 2013 – Basler Filmmusikfestival

9. Februar 2013 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Mit dem Motto „piccolos and drums go hollywood“ nehmen die Protagonisten den Zuschauer mit auf eine Reise nach Hollywood. Auf sehr hohem Niveau werden neue und alte Kompositionen vorgetragen und zeigen, dass ein Stück Hollywood auch in Basel möglich ist.

Eröffnet wird das Konzärtli mit dem ersten Teil der Basler Festspiel Märsche, welche in drei Teilen vorgetragen werden. Hier zeigen die Tambouren und Pfeifer bereits, dass auch klassische Märsche schön gespielt ein Ohrenschmaus sein können. Ein weiterer Marsch, welcher seine Herausforderungen in der Dynamik hat, zeigt das Pfeifer- und Tambourenensemble mit dem Pinocchio. Auch hier sind die beiden Instrumentengruppen hervorragend aufeinander abgestimmt.

Etwas weiter westlich und auch etwas wilder wird es mit dem Western Medley. Klassische Filmmusiken wie „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Winnetou“ oder „Bonanza“ werden schön miteinander verwoben. Hier wird nicht der Colt, sondern nur das Piccolo gezogen. Dafür können danach die beiden Tambouren zeigen, was mit Les Trois Bs in ihnen steckt. Ein rhythmisch anspruchsvolles Stück, welches sehr schön vorgetragen wurde. Der Düsefäger ist zwar auf Basels Strassen öfters während der Fasnacht zu hören, in dieser Präzision jedoch tendenziell weniger.

Mit Those Magnificent Men wird ein weiteres unterhaltsames und hochstehendes Stück vorgetragen, bevor das erste Mal die Sängerin Martina Brunner die Bühne betritt. Mit dem Stück There you will be aus dem Film „Pearl Habour“ stellt sie das erste Mal ihre kräftig schöne und ausdrucksstarke Stimme unter Beweis. Im zweiten Teil trägt sie noch Holding out for a hero aus „Footloose“ ebenso stimmgewaltig und faszinierend vor.

Die Pfeifer lassen dann mit dem schön arrangierten Stück The Bare Necessities den Zuschauer in den Dschungel, genauer gesagt, ins Dschungelbuch eintauchen. Nicht nur dieses, auch die anderen drei von Dorothée Anderegg arrangierten Stücke sind wunderbar gelungen.

Walter F. Studer führt mit viel Witz und Charm durch das Konzärtli und zeigt auf, dass der Erlös des Museumskonzärtlis an die Gemeinschaft der Waurá-Indianer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso geht. Ein Projekt, welches vom Museum der Kulturen unterstützt wird.

Mit dem Festival und Papillon werden wieder Märsche gespielt, welche auch an der Fasnacht zu hören sind. Wobei es hier auf der Bühne mit allen Feinheiten sicherlich genüsslicher sein wird.

Gregor Meier bringt schottische Pipeklänge mit Lord Alexander Kennedy in die ehrwürdige Aula. Was sehr gut und unterhaltsam begann steigerte sich während seines Auftritts in Sensationelles. Er macht noch die Überleitung zum Action Medley, welches zusammen mit den Pfeifern und Tambouren gespielt wird. Indiana Jones hätte seine Freude daran.

Ein Marsch wie der Colonel Bogey March ist unterhaltsam und lüpfig, wie das Pfeifer- und Trommelensemble zeigt, leider aber in der Basler Fasnachtswelt noch nicht oft gespielt.

Ein weiterer Höhepunkt folgt gegen Ende mit dem Krimipfyff. Mit dem James Bond-Theme, Pink Panther und dem Kriminal Tango ein Potpourri aus der Krimimusikszene. Nur das hier kein Krimi stattfand, sondern die Pfeiferinnen und Pfeifer eine mehrstimmige Piccolohommage zelebrierten.

Kurz zusammengefasst ein unterhaltsames und kurzweiliges Programm auf sehr hohem Niveau. Eine Symphonie ohne Theater, jedoch mit vollen Rängen. Schade ist nur, dass das Museumskonzärtli nur alle zwei Jahre durchgeführt wird. Das Publikum veranlasste die Protagonisten zu zwei Zugaben. Wenn der Applaus der Lohn der Künstler ist, so können sich die Waurá-Indianer über viel Unterstützung freuen.

Mitwirkende
Piccolo: Dorothée Anderegg, Cathrin Balmelli-Cattelan, Beat Baltis, Raphael Battegay, Daniela Cattelan, Nina Kipfer, Nicole Meyer, Eveline Schönau, Colette Studer, Niggi Zittel
Drums: Sascha Herzog, Lukas Minder
Sängerin: Martina Brunner, Piper: Gregor Meier, Speaker: Walter F. Studer, Actors: Martina Brunner, Fabio Costacurta, Backstage:  Marc Hermann, Rahel Linder, Roland Stocker, Esther Studer.

Vorstellungen am 09., 11. und 13. Februar 2013 um 20.00 Uhr. Die Plätze in der Museumsaula sind beschränkt und kosten 30 Franken. Die Plätze sind nicht nummeriert. Einzelne Tickets sind noch erhältlich.