Schlag vier Uhr früh hat gestern unter sternenklarem Himmel die Fasnacht in der Basler Innenstadt begonnen. Die nur von Ladärne beleuchteten Strassen wurden von Abertausenden von Aktiven und Schaulustigen bevölkert. Der Steinenberg war schwarz von Menschen, am Spalenberg hatte man sich Nase an Nase aneinander vorbeizudrücken: Die sichere Wetterlage lockte besonders viel Besuch an den Beginn dieser drey Dääg im Schuss.
Die Temperaturen blieben bis zum frühen Morgen knapp über dem Gefrierpunkt, als die Fasnacht 1996 auch akustisch begann. Von der sogenannten Einzelmaske bis zur über hundertköpfigen Stammclique trommelten und pfiffen alle wie jedes Jahr die gleiche uralte Melodie, bevor sich die Vielfalt der unzähligen verschiedenen Märsche auszubreiten begann.
Eindrücklich immer wieder d Ladärne. Bis zu vier Meter hohe Leinwand-Meisterwerke wurden an den Zuschauern vorbeigeschoben oder -getragen, neugierig streckten sich die Hälse nach den gepinselten Värsli. Neben der Kulturstadt Basel ist Bischof Vogel und seine Vaterschaft ein Hauptsujet.
Viele Beizen hatten durchgehend geöffnet, einige ganz Begeisterte zechten durch und waren um vier Uhr bereits blau. Sonst aber ging es gemütlich zu in den Restaurants, wohin sich im Morgengrauen die meisten Aktiven und auch die Besucher zurückzogen. Ausgenommen die poetisch Angehauchten, die sich auf der Pfalz einen romantischen Sonnenaufgang zu Gemüte führten.



