Mörgelistraich und Buurezmorge am «Ufftaggt’08»

10. Februar 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Wege aufzeigen, wie sich die Fasnacht in Zukunft entwickeln könnte», diese Aufgabe stellt sich der «Ufftaggt» jedes Jahr. Bleibt zu hoffen, dass dieser neue Weg nicht derart penetrant an die Limmat führt wie in der diesjährigen Ausgabe der «ultimativ letzten» Vorfasnachtsveranstaltung aufgezeigt.

Da sich nämlich kein lokaler Grosssponsor gefunden hatte, wurde die ganze Veranstaltung an das (zum Glück fiktive) Lokalradio «Züri Oberland» verkauft. Um die Livesendung nicht zu stören, wurde das Publikum aufgefordert, nicht zu laut zu lachen und auf Applaus möglichst zu verzichten.

Mit Recht dachte dieses nicht daran, der Aufforderung nachzukommen, denn zu viel Zürcherisch-Witziges wurde geboten. Da forderte ein Zürcher Professor und Nationalrat ultimativ, der Morgen- sei in Zukunft Mörgelistraich zu nennen, und ein abgewählter Bundesrat wollte statt Määlsubbe und Ziibelewaihe ein Buurezmorge. Ein ebenso glänzend parodierter Moritz Leuenberger schliesslich brillierte mit Schnitzelbroten – pardon -bänggen – zur «Schorsch»-Melodie.

Bei all diesem köstlichen Humor (Drummeli-Texter: Pflichtbesuch!) lag der Akzent natürlich auch in diesem Jahr auf der fasnächtlichen Musik. Und da wurde wieder munter und mit grosser Brillianz experimentiert. Ob der neu arrangierte Arabi, die Retraite à discretion (oder die Umsetzung der SVP-Totalopposition) oder die Trommel-Duell-Komposition Picco-Bello, die Pfeifer-Primadonnen um Xenia Fünfschilling und die Tambouren um «Chriesibueb» Iwan Kym bewegten sich auf einem Niveau, für welches sogar die Dackdecke des Theaters eigentlich zu tief war.

Auch an Stilrichtungen wurde so ziemlich alles geboten. Variationen des «Schacher Seppli» wechselten mit Blues-Nummern und Rap-ähnlichen Passagen, auf eher romantische Teile folgte ein Trommel-«Inferno» oder eine (für den älteren Teil des Publikums wohl gewöhnungsbedürftige) Hardrock-Piccolo-Kombination unter dem treffenden Titel «Out of Control».

Alles in allem eine sensationelle Produktion, bei der man nur hoffen kann, dass die finanzielle Lage auch im 2009 eine Aufführung erlaubt. Als die anderthalb Stunden mit dem «Sächsilütemarsch» (sic!) ihr Ende fanden, hoffte man ausserdem nur eins: Nach diesen «Ufftaggt» möglichst schnell an die richtige Fasnacht zu dürfen.