Monster-mässiges Tambourmajor-Mähli

30. Oktober 2016 | Von | Bilder: Thomas P. Weber | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Zu „50 Jahre Tambourmajor-Mähli“ gönnte das OK um Mathias Brenneis sich und den Jubilierenden Monster-mässiges: Einen Riesenzug durch die Innenstadt mit einem regelrechten „Stangenwald“ und einem kaum mehr zu überblickenden Heer von Pfeifern und Tambouren aus allen Stammcliquen und Alten Garden. Der anschliessende Manöver-Rapport – pardon: das eigentliche Mähli fand dann im „Schlüssel“ statt.

50 Joohr lang dien mir warte
um ändligg alli zämme derfe z starte
mir winsche Eych e Haidespass
Tambourmajoore: Allez hopp uf d Gass

Mit diesem Vers schickte OK-Chef Mathias Brenneis im Breo-Keller an der Bäumleingasse die versammelten Tambourmajore der Stammcliquen und Alten Garden auf die Route. Um 18.15 Uhr sei Besammlung und um 18.30 Abmarsch, verkündete er weiter, bevor er zum Leidwesen einiger Anwesender ein „absolutes Wurfverbot“ befahl. Das Grüssen mit dem Stock verbot er nicht; „man kann ihnen doch nicht alles nehmen“, meinte er zum Berichterstatter schelmisch.

Und es klappte tatsächlich – sogar besser, als vom OK gedacht. Punkt Viertel nach sechs standen 88 (!) Tambourmajore in der Bäumleingasse bereit, um einen nicht minder eindrucksvollen Harst von gegen 400 Pfeifer und Tambouren (Pfeiferinnen und Trommlerinnen sind mitgemeint) auf die Route zu führen.

Das Repertoire war – der Masse geschuldet – eher bescheiden. Brenneis sagte zu Beginn „die Alte“ an, gefolgt von Rossignol und „Feschtspiil“. Das spielte aber keine Rolle, der Eindruck dieses Monsterumzugs war schlicht gewaltig. „S isch fascht wie Morgstraich, wenn no s Liecht abgieng“, meinte einer der vielen Zuschauenden und er hatte zweifach recht: Da in vielen Schaufenstern Licht brannte, war es tatsächlich „fascht wie Morgestraich“.

Die Route verlief von der Bäumleingasse via Freie Strasse und Schifflände in die Schneidergasse und dann zum Endhalt und verdienten Schluck vor dem Hotel Basel. Dort wurde geschwärmt: Davon, wie es auch ohne Übung doch gut geklappt habe, dass das Meer von geschwungenen Stöcken doch genauso „hammermässig“ gewesen sei wie der Riesenharst von Cliquenstandarten im Vortrab und überhaupt müsse man das – auch wenn es viele der Anwesenden nicht mehr miterleben würden – doch zum 100. nochmal so machen.

Nach angemessener Getränkeaufnahme dislozierten die Obmänner ins Zunfthaus zum Schlüssel, wo das eigentliche Mahl begann. Dort überbrachte Alexander Sarasin erstens Schokolade von der Basler Firma Rehmann und zweitens die Grüsse des Fasnachts-Comité:

Ihr dien hitte jubiliere.
S Comité darf gratuliere.
Uf d Majoore sinn mr stolz,
denn si sinn us bsundrem Holz.
Ihr sinn hitte und au morn luut.
An de Finger hänn er Hornhuut.
Und bim Arm wird s au nit milder.
Dä glycht amne Bodybuilder.
Numme soo wirds eich denn glinge,
drei Daag go dr Stägge z schwinge.
Jedes Mool, wenn ich das gsee ha,
dängg i, jetz bruuchsch drei Daag Reha.

Einige der fasnächtlichen Musikanten sollen den frisch angebrochenen Abend übrigens noch zu einem „wilde Gässle“ genutzt haben. Von Lärmreklamationen, Polizeieinsätzen oder beschlagnahmten Instrumenten ist bis dato noch nichts bekannt geworden…