Die Naarebaschi verdanken ihre Existenz zwei bekannten Namen in der Basler Fasnachtswelt: Charly Janser und Rolf Schlebach hatten 1978 die «vereinte Trommel- und Pfeiferschule» gegründet und beschlossen, für ihre (erwachsenen) Schüler eine Clique zu gründen, bei der die beiden Instruktoren auch aktiv mitmachten. Nur ein Jahr später folgte die Gründung der Jungen Naarebaschi, und 1981 kamen die Binggis hinzu.
Ein Naarebaschi der ersten Stunde ist Peter Rauscher, zehn Jahre lang Obmann der Naarebaschi und heutiges Ehrenmitglied. Rauscher erinnert sich gut an die erste Fasnacht im Jahr 1979: «Wir waren zwölf Pfeifer und drei oder vier Tambouren.» Zahlreiche ehemalige Schüler und Schülerinnen von Janser und Schlebach, die vor 24 Jahren bei den Jungen Naarebaschi mitmischten, sind heute im Stamm.
«Die Naarebaschi ist eine sehr junge Clique, die meisten sind Anfang dreissig», erklärt denn auch Edi Grass, Obmann der Naarebaschi. Die Clique war von Anfang an gemischt, und der Männer- und Frauenanteil sei heute halb-halb. Eine alte Garde ist gelegentlich im Gespräch und wird laut Grass in absehbarer Zeit sicher kommen, konkrete Pläne gibt es dafür jedoch noch nicht.
«1986 trennte sich Charly Janser nach kleineren Differenzen von der Naarebaschi», erzählt Rauscher weiter aus der Cliquengeschichte. Seither sei die vorher eher «serbelnde» Clique stetig gewachsen und umfasse heute ungefähr 110 Nasen im Stamm. Zum stattlichen Nachwuchs der Naarebaschi, die nach der Fasnacht 1992 Stammverein wurden, gehören ungefähr 50 Junge und gut 50 Binggis.
Das Cliquenlokal der Naarebaschi befindet sich in der Rebgasse, hinter der Trommelschule von Rolf Schlebach. Der Trommelinstruktor unterrichtete bis vor einem Jahr den Stamm: «Schlebach hat das Trommelniveau natürlich stark mitgeprägt», so Rauscher. Im Kleinbasel fühlen sich die Naarebaschi wohl, allerdings würden sie auch woanders hinziehen, wenn sich eine gute Gelegenheit ergäbe, sagt Obmann Grass. «Es dürfen, wenn wir zusammen üben, fast nicht alle kommen, sonst platzt das Cliquenlokal aus allen Nähten», lacht er.
Zu ihren Gründungszeiten hatten die Naarebaschi einen schlechten Ruf, erinnert sich Peter Rauscher. «Es gab böses Blut, weil andere Cliquen fanden, es werde ihnen der Nachwuchs genommen, wenn eine Trommel- und Pfeiferschule eine eigene Clique gründe.» Allerdings seien auch viele Vorurteile da gewesen, fügt Rauscher an und betont: «Heute ist die Clique klar von ihrem Ursprung getrennt.» Dennoch haben die Naarebaschi vielerorts immer noch den Ruf, (allzu) verbissene Musiker und Musikerinnen zu sein. Edi Grass kennt diese Sprüche, kümmert sich aber nicht darum: Das musikalische Niveau sei wichtig (siehe Infobox), aber: «Wir sind eine Fasnachtsclique und kein Musikverein.» Und Rauscher sagt klar: «Wer so etwas sagt, kennt uns nicht.» Er spüre allerdings wenig von solchen Vorverurteilungen, sagt Rauscher weiter, und auch Grass betont den guten Kontakt, den sie mit Obleuten von anderen Cliquen hätten.
Das 25-Jahr-Jubiläum werden die Naarebaschi mit einem Jubiläumsauftritt beim Drummeli am 28. Februar feiern. «Wir feiern unseren Naarebaschi und bringen ihm in festlicher Kleidung ein Ständchen», verrät Grass. Am 9. November wird das Jubiläum gefeiert, verbunden mit dem Herbstkonzert der Clique. Ansonsten gibt es ein paar «kleine Zeichen» wie einen Pin und ein neues Cliquen-T-Shirt. «25 Jahre sind ja noch nicht alle Welt»,
so der Obmann Edi Grass. Das Budget für die Fasnacht sei zwar etwas höher als in anderen Jahren, aber: «Jede
Fasnacht ist schön, nicht nur die fünfundzwanzigste!»
Infobox
Sommerlager und Herbstkonzert
Ein hohes musikalisches Niveau ist ein Markenzeichen der «Naarebaschi». «Wir legen Wert auf gute Instruktoren und haben einen tollen Nachwuchs, der eine richtige musikalische Ausbildung erhält», sagt Obmann Edi Grass. Im Herbst geben die «Naarebaschi» jeweils ein Konzert im Volkshaus, dabei spielt die Clique nicht nur Fasnachtsmusik, sondern auch Big-Band-Stücke, Tambourenkompositionen oder Schlagermelodien. Fast jedes Jahr führen die «Naarebaschi» im Sommer Lager durch, bei dem für das Konzert geübt wird, aber auch Wandern und Spielen nicht zu kurz kommen. Ausserdem sind die «Naarebaschi» im Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverband und nehmen regelmässig an den Festen teil. Äusserst erfolgreich ist die Clique jeweils am Offiziellen Preistrommeln und
-pfeifen. Seit Jahren steht sie an erster Stelle im Medaillenspiegel, und auch dieses Jahr stellt die Clique mit Cathrin Cattelan nicht nur die diesjährige Pfeiferkönigin, sondern hat auch bei den «Alten» alle Gruppenwettkämpfe gewonnen. (siw)



