Mimösli 2016: Ein wirklich gelungener Geburtstag

7. Januar 2016 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Unter dem doppelten Motto „Geburtstag“ steht das Mimösli: 25. Ausgabe im 725 Jahr der Eidgenossenschaft – und man kann nach der Premiere attestieren: Es ist ein gelungenes Geburtstagsfest. Musikalisch wie immer von guter Qualität und dazu spritzige Wortbeiträge mit einigen richtigen Krachern und eine Schlussnummer, die alles bietet, was ein folkloristisches Herz verlangt.

Fangen wir einmal hinten an – mit dem „Mimösli-Stadl“, der die 2016-Ausgabe abschliesst. Eine grandiose Kombination aus Veralberung der „volksdümmligen“ Sendung mit einer umwerfend komischen Silbereisen-Parodie, aber auch ein musikalisch extrem hochstehender Potpurri der Schweizer Volksmusik, unterstützt von Piccolos. Musterbeispiel ist eine Kombination aus Polo Hofers „Alpenrose“ und dem Wettsteinmarsch. Und den Hausherrn Häbse hört man sogar jodeln…

In dieser Schlussnummer,arrangiert von Heinz Wirz, kommen die Gaststars Johannes Fuchs am Hackbrett und Vassily Dück am Akkordeon und Schwyzerörgeli zur grossen Geltung. Sie präsentieren eine musikalische Schweizerreise durch alle Landesteile, immer wunderschön eingebettet in die Basler Fasnachtsmusik. Neben Wirz am Piano glänzen Stefan Felber (Schlagzeug), André Gärtner (Bass), Andreas Messmer (Gitarre und Mandoline) sowie ein Trio der Hofnaare Clique.

Die Hofnaare brillierten schon im ersten Teil mit der „Steiner Chilbi“ von Jost Ribary. Ihnen in nichts nach standen die Tambouren von stickStoff, vor allem im zweiten Teil mit der Eigenkreation „Filunza“ (Rumantsch für: Spinne). Fluoreszierende Schlegel hat man ja diverse Male schon gesehen; im Verbund mit Lichterketten am Oberkörper, die in wechselnden Farben leuchteten, ergibt sich aber ein ganz neues Feuerwerk.

Bei den „Guggen“ spielen bis zum 23. Januar die „Rätschbeeri“, danach die „Ventilatoore“ auf.

Damit zum gesprochenen Teil – auch hier eines Jubiläums mehr als würdig. Die Pointendichte des Prologs setzt eine hohe Latte, die auch in den folgenden Rahmenstücken nicht unterboten wird. Unfallfrei geht die „Bärgwanderig“ mitten durchs Publikum vonstatten, was den Vorteil hat, dass selbiges auf hautnahe Tuchfühlung mit dem Ensemble gehen kann.

Und als es mit den Tellfestspielen urschweizerisch wird, läuft das Ensemble zu Hochform auf, egal ob der kroatische Hutwächter Carlos Amstutz, der indische Walterli – natürlich Dani von Wattenwil – der elsässische Gessler (Michael Eckerle), die überdrehten Nicole Loretan als Basler Kulturtante und Maik van Epple als Regisseur oder Hedy Kaufmann als empörte Baslerin. Nicht zu vergessen Häbse himself – natürlich als Tell.

Auch in diesem Jahr vertraut das Mimösli auf die beiden „Stamm“-Schnitzelbänke. „s’Bangg-Ghaimnis“ ist – an der Premiere verständlich – noch nicht hundertprozentig textsicher, brilliert aber mit tollen Versen über eine neue Basler Nationalrätin, die sich nicht als Schweizerin fühlt, und mit einem über Martullo-Blocher, bei dem schon der „Helge“ preiswürdig ist. Dazu ist uns jetzt klar, warum ein Bundesrat aus dem Dreierticket gewählt wurde: Ein Sprengkandidat passt nun wirklich nicht in die aktuelle Zeit. Ebenfalls bereits in Frühform ist „s’spitzig Ryssblei“, unter anderem mit dem traditionellen Vers von der Dame aus dem Gundeli, die mit ihrem Hundeli die Rundeli zieht – dieses Mal im Stücki-Center als einsames Kundeli.

Alles in allem ein hervorragendes Jubiläum, dass trotz beachtlicher Länge lediglich die Lachmuskeln strapaziert – dies aber in unerhört kräftigem Masse!

Mehr Bilder von der Premiere gibt es in der Mimösli 2016 Galerie.

Mimösli 2016. 7. Januar bis 6. Februar 2016 im Häbse-Theater. Mo – Sa: 19.30, So: 18.30, Nachmittagsvorstellungen: Sa 14.30, So 14.00. Der Vorverkauf läuft seit Ende Oktober – 95 % der Tickets sind bereits verkauft. Tickets unter www.haebse-theater.ch / www.starticket.ch. oder via Kasse: +41.61 691 44 46. Neben den herkömmlichen Tickets stehen auch in diesem Jahr für alle Abendvorstellungen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind noch erhältlich unter: hospitality@haebse-theater.ch