Mit dem Engagement von Elvis-Imitator Matt Lewis, war eigentlich schon im Vorfeld zu erahnen, in welche Richtung Häbse H.J. Hersberger das diesjährige Mimösli lenken will. So überrascht es auch nicht, dass die Besucher musikalisch aber auch in Text, nach Las Vegas geführt werden. Das Mimösli 2015 ist jedoch nicht nur für Elvis-Fans sehenswert, es warten wie immer verschiedene „Läckerli“ auf die Gäste und auch die Freunde der traditionellen Fasnachtsmusik kommen nicht zu kurz.
Himmlisch gestaltet sich der Prolog. Als „Ängeli“ oder noch besser „Bängeli“ wobei sich auch noch eine „Conchita mit Wurst“ eingeschlichen hat, eröffnet das Ensemble (Häbse H.J. Hersberger, Hedy Kaufmann, Nicole Loretan, Carlos Amstutz, Michael Eckerle und Maik von Epple) den Abend und zieht zuerst mal so richtig über die Basler Stadtverantwortlichen her. Unter dem Motto: „wär s glaubt, wird seelig“ werden einige kräftige Seitenhiebe und Hallelujas in die Reihen gehustet.
Alsdann fängt die eigentliche Mimösligeschichte 2015 an. Mit der Kandidatur der Basler Fasnacht als UNESCO-Weltkulturerbe, steht unsere Stadt in Konkurrenz mit anderen Regionen aus der Schweiz und muss sich bei der Bundesrätlichen Delegation zuerst Qualifizieren. Danach geht es um die Vermarktung unseres höchsten Kulturgutes. Hierfür treffen sich diverse Fasnachtsgurus auf der „Fähri“ und fassen schliesslich den Entschluss die Basler Fasnacht in Las Vegas zu präsentieren. Ausgerüstet mit allerlei Fasnachtsutensilien reist die Delegation nach Nevada und muss sich am Zoll zuerst einmal Einlass verschaffen, was ein nicht ganz einfaches Unterfangen darstellt, da der Zöllner (Dani von Wattenwyl) seine Arbeit sehr ernst nimmt und schon mal seine Waffe zückt.
Endlich auf amerikanischem Boden, werden die Details für eine grosse Basler Fasnachtsshow besprochen und die Örtlichkeit für einen Morgestraich auf dem „Strip“ definiert. Sogar für absolute Dunkelheit wird garantiert, einzig für eine Autofreie Stadt haben sie dort keinen Spezialisten. Nun sind alle Details geklärt und der eigentliche ShowAct kann beginnen.
„D Hofnaare + sickStoff“ präsentieren den „Sousa“. Als Major ein „Elvis“ und dieser winkt den Marsch nicht etwa ab sondern entledigt sich seiner Larve und darunter befindet sich Matt Lewis, der sogleich ans Mikrophon schreitet und die Schlussnummer einsingt. Von „In the Ghetto“ über „Jailhouse Rock“, von „muss i denn zum Städtele hinaus“ bis „Viva Las Vegas“ zieht er das Publikum sofort in seinen Bann und auch den „Nicht-Elvis-Fans“ zaubert er mit seinen rhythmischen Hüftbewegungen, seiner Mimik und der tollen Stimme, ein Lächeln ins Gesicht.
Viel Spass haben offenkundig auch die Musiker. Vorab Thomas Heid, welcher sich nebst seiner Virtuosität an Saxophon und Piccolo auch für das Arrangement der Schlussnummer verantwortlich zeigt. Er hat es wiederum verstanden Evergreens mit fasnachtlichen Klängen zu kombinieren. Er wird von Giselle Janser, Sabrina Biondi und Giulia Napoli an den Piccolos unterstützt. Zudem wirken Stephan Felber (Drums), Heinz Wirz (Piano), André Gärtner (Bass) und Andreas Messmer (Guitar) mit und sorgen für ausgelassene Stimmung im Häbse-Theater.
Ein grandioser Höhepunkt eines guten Mimösli 2015. Die einzelnen Minischwänke, vom bestens aufgelegten Ensemble, werden mit fasnachtsmusikalischen Leckerbissen ergänzt. Für die Piccolotöne stehen erneut „d Hofnaare“ auf der Bühne und glänzen im Tütü mit dem „Nutcracker“ und im prächtigen Rokoko mit der „Fledermaus“. Heinz Wirz am Piano sorgt für den swingigen Background oder untermalt mit fetzigem Boogie Woogie. Ein Gedicht für Auge und Ohren.
Die Trommelvirtuosen der Formation „stiggStoff“ warten wiederum mit einer futuristisch wirkenden Schlag/Lichtkomposition auf. Mit viel Kreativität, Einfallsreichtum und Tempo sorgen sie mit dem „AMP“ für einen weiteren Höhepunkt am diesjährigen Mimösli. Im ersten Programmteil überzeugen sie zudem mit einem präzise vorgetragenen „Thunder & Lightning“.
Das in der Schweiz wohl letzte Bankgeheimnis „s Bangg-Ghaimnis“ (Comité 1914) erfreut wiederum in harmonischem Mehrklang und überzeugt im ersten Programmteil mit feinen Pointen. Nach der Pause zieht auch „s spitzig Ryssblei“ (Bängg fir Basel) mit seinem Hundeli im Glaibasel seine Rundeli“ und findet schliesslich auf die Häbse-Bühne. Frech, gut gespitzt und aktuell, weiss er auch in diesem Jahr das Publikum zu begeistern.
In ihrem Stammkostüm „fägen“ die „Guggemusig Chaote Basel“ (FG), das wohldosierte „Cosi Piccola“ und das powergeladene „Castel“ in den Theatersaal und runden so die fasnachtlichen Klänge ab.
Etwas Wehmut kommt auf, wenn das Ensemble zusammen mit Stargast Matt Lewis zum „Mimöslilied“ anstimmt. Nun heisst es schon wieder „mr fraye yss uff s näggscht Mimösli“. Das Diesjährige indes wird den Besuchern bestimmt in guter Erinnerung bleiben, haben die Protagonisten doch für einen kurzweiligen Abend gesorgt und „der King“ ist lebendiger den je!
Der Vorverkauf läuft seit Ende Oktober. 94 Prozent der Tickets sind bereits verkauft. Die restlichen Tickets (s het so lang s het) erhält man während 24 Stunde unter www.haebse-theater.ch / www.ticketportal.com oder via Kasse: +41.61 691 44 46 (Montag und Mittwoch 15.00 bis 18.00 Uhr, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag 15.00 bis 19.45 Uhr, Sonntag 15.00 bis 16.45 Uhr).
Hospitality-Tickets: Neben den herkömmlichen Tickets stehen auch in diesem Jahr für alle Abendvorstellungen zusätzlich noch Hospitality-Plätze (Comfort-Bestuhlung und All-Inclusive) zur Verfügung. Tickets sind noch erhältlich unter: hospitality@haebse-theater.ch.
MIMÖSLI 2015. Häbse-Theater, Klingentalstrasse 79. Vom 15. Januar bis 17. Februar 2015. Vorstellungen: Mo – Sa: 19.30 Uhr, So: 18.30 Uhr. Nachmittagsvorstellungen: Sa 14.30 Uhr, So 14.00 Uhr.



