Mer fände s nättair, wär s bessair Wättair

20. Februar 2002 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wie schon am Montag fliegen auch heute viele Wagen über die Piste in Form von phantasievoll gestalteten Swissair-Flugzeugen – obwohl das Wetter mit stürmischen Winden und Regen zeitweise so miserabel ist, dass die offizielle Flugkontrolle wohl keine Starterlaubnis geben würde.

Dem Sujet der Swissair-Pleite und damit auch dem Zürcher Filz haben sich bestimmt ein Fünftel aller 119 Wagen-Cliquen angenommen, so dass wir uns auf ein paar wenige gute Beispiele beschränken müssen. Bei den Gwürztraminer-Waggis, die als erste im Anflug sind, fällt positiv auf, dass sie wie immer ihr Zugfahrzeug mit einer riesigen Bebbi-Larve mit Hut verkleidet haben. Die Chropf-Clique Rieche hat die Nase ihres Flug(zeug-)Wagens als Pleitegeier gestaltet, die Piloten stellen ebenfalls Geier dar. Offenbar lieben es auch die 14 Alti Basler Dante, Passagiere in einem schwarzen Pleitegeier zu sein. Die Güete Bonjour-Clique setzt das Thema mit «Der Unique Waggis-Hub» gekonnt um, auf dem selbstverständlich die «Wagges-Air» verkehrt. Auf dem Wagen gibts Verse wie «Mir Basler hänn e spendabli Oeri, d Zürcher halt nur e verfilzti Spoerry». Originell schliesslich auch die Staine-Gwäggi, auf deren Wagen Oschperli ihr Unwesen treiben.

Fliegen wir nun vom Sujet-Spitzenreiter weg zur jubilierenden Sumpfdotter-Clique, die stolze 50 Jahre auf dem Buckel hat und deshalb auf dem zweiten Wagen auch schon das Sumpfdotter-Asyl im Schlepptau führt. Auf der Gegenseite, den Steinenberg hinauf, geht es auf dem Wagen der Warteck-Rueche hoch zu und her. Sie betrachten die neue Fähre aus Glas als Sai . . . und kämpfen intrigiergewaltig «um unser alt Museumsstigg».

13.50 Uhr: Nichts von Stau dieses Mal, dafür in beiden Routenrichtungen gähnende Leere. Wahrscheinlich hat das triste Wetter manche «Einheiten» (selbstverständlich auch Cliquen und Gruppen) dazu bewogen, auf den Cortège zu verzichten und damit sogar einen Abzug der Subvention in Kauf zu nehmen. Nicht gerade eine fasnächtliche Gesinnung und ein Affront gegenüber den wetterfesten Kiebitzen am Strassenrand…

Lange müssen sie zum Glück nicht warten, bis sie den Vorbeimarsch der von einem Doppeldecker (Guggenmajor) angeführten und «vereinten» LäGGerli-HaGGer und Bebbi Stompers geniessen dürfen. Ihr Sujet heisst «Mir starte duure – Swissport, Cargo, Gourmet nai si, lieber alles zämme mache und elai syy». Die Schränzer erscheinen als Piloten aus der guten alten Zeit, während der Vortrab von den Pfützeschlugger gestellt wird. Die Schotte werden wie schon am Montag im Kontermarsch von einer anderen Renommier-Gugge gekreuzt. Diesmal ist es aber die Negro Rhygass, deren Major ein Pfarrer ist, im Spiel sind alles Freunde, und ausgespielt wird «Ai Grawall, s isch Schwuchtle Ball». Über das Sujet Homo-Ehe kann man sicher diskutieren, indiskutabel hingegen ist der Auftritt der so schön neudeutsch heissenden No Limit-Waggis. Sie spielen «www.Wo-de-luegsch.limits» und überschreiten die Limite mit seichten und geschmacklosen Sprüchen wie «www.so-ne-sai.ch» oder auch «www.bischspitz.ch». Nach den diversen Swissair-Sujet-Höhenflügen wohl doch eher eine Bruchlandung…

Nach einer kurzen Pause, während der wir die klammen Finger im vom Comité zur Verfügung gestellten alten Drämmli (bravo und merci vylmool!) aufgetaut haben, wecken auch die gemeinsam musizierenden Guggemysli (mit herrlicher Blaggedde-Larve) und Krachschnygge (weisse «Gaischter Basileae») unsere Lebensgeister.

Die Gugge Ventilatore, hat das Sujet «500 Joor-Fyyr und 1 Kanton Basel» ganz hervorragend umgesetzt. Im Spiel – in wunderschönen rot-weissen Kostümen – musizieren «verainti Basler am Feschtumzug». Ein Abschluss des zweiten Cortège-Nachmittags, der uns trotz des Hudelwetters für die restlichen Stunden versöhnlich stimmt.