Machtwechsel am Königshof

13. Februar 2006 | Von | Kategorie: Nachrichten

Die «Pfyffer- und Drummler-Olympiade» wurde in Versform von einem Griechen und Aphrodite eröffnet. Obwohl der Wettstreit dann eine halbe Stunde länger dauerte als geplant, fand die Siegerehrung vom 128. «Offizielle Brysdrummle und –pfyffe» doch vor Mitternacht statt. Und die Überraschung war gross, denn mit Romana Cahenzli (Naarebaschi) bei den Pfeifern und Patrick Hersberger (Basler Rolli) bei den Tambouren stand ein neues Königspaar zuoberst auf dem «Stockerl». Ein Entscheid, welche die Königin zu Freudentränen rührte. Zweiter Primeur ist, dass beide mit einem neu ins Repertoire aufgenommenen Marsch siegten. Cahenzli mit «Syncopia», Hersberger mit «Basel Nord». Den zweiten Rang bei den Pfeifern errang Walter Zandona (Seibi) mit dem «Nunnefirzli», vor Claudia Suter (Giftschnaigge) mit dem «Ryslaifer». Bei den Tambouren belegten ex-König Alain Martin (Plauschbrieder) mit den «Mätzli» und Sämi Meyer (Naarebaschi) mit dem «Drummler» die Ehrenplätze. Alle wurden mit einem goldenen Lorbeerkranz geehrt.

Auch wenn die Einzelkonkurrenz die Königsdisziplin ist, freut man sich doch auf die Gruppenvorträge. Hier kommt die Schönheit der Märsche so richtig zur Geltung. Bei den Pfeifergruppen siegten die Naarebaschi vor den Seibi Mysli (beide mit dem «Ohremiggeli») und den Basler Bebby mit dem «Festival». Bei den Tambourengruppen schwang die Seibi mit den «Celanesen» obenaus, vor der Ruessegruppe Wild mit dem «Windschdi» und den Basler Rolli mit den «Celanesen». Bei den Gemischten Gruppen siegten die Naarebaschi mit dem «Hofnaar» vor den Basler Rolli mit dem «10. Värs» und Wild mit «z’ Basel an mym Rhy».

Da die Könige der Jungen am Abend wieder starten durften waren die Teilnehmer hochmotiviert. Bei den Pfeifern siegte Jessica Sarti (Spale) mit dem «Arabi». (Am Abend gelang ihr derselbe Marsch weniger gut, sie landete auf Platz 17.) Zweite wurde Giulia Ammann (Naarebaschi) mit dem «Läggerli», dritte Franca Aeby (Muggedätscher) mit dem «Naarebaschi». Trommelkönig wurde Dario Ammann (VKB) mit dem «Walliser». (Mit dem «Ueli» landete auch er am Abend auf dem letzten Platz.) Dahinter folgten Moreno Abert (Antygge) mit dem «Pumperniggel» und Jonas Balsiger (Seibi) mit den «Celanesen». Bei den Pfeifergruppen siegten die Spale (mit dem «Arabi») vor den Naarebaschi («Route-Symfonie») und der JBC Santihans («Läggerli»), bei den Tambourengruppen die VKB («Celanesen») vor den Naarebaschi («Walliser») und der Seibi («Celanesen»). Seibi («Ryslaifer»), Naarebaschi («Läggerli») und VKB («Glopfgaischt»), so die Reihenfolge bei den Gemischten Gruppen.

Lob: Das Niveau vom «Offizielle 06» war erfreulich hoch. Grosse Sieger waren einmal mehr die Naarebaschi (3xGold, 4xSilber, 1xBronze) vor der Seibi (2xGold, 2xSilber, 2xBronze). Stefanie Marti und Tobias Seger waren bei den Jungen perfekte Präsentatoren, die Ränge verkündeten Cathrin und Stefanie Knauer. Am Abend brillierten dann Silvia Adler und Peter Marrer. Letzmals in der Jury sassen René Petit (Basler Bebbi), Silvia Fuchs (Gundeli), René Gugelmann (Basler Bebbi) und Nicole Wick (Seibi-Mysli). Für eine heitere Note sorgte Kurt Stalder (1884 FG). Begleitet von Niggi-Näggi und Schmutzli pfiff er hinter einem Weihnachtsbaum ein wunderschönes «Syydelärvli». Die Jungen starteten noch vor ziemlich leeren Rängen. Am Abend war der Besuch zwar etwas besser als letztes Jahr, aber es gab immer noch viele leerPlätze. Trotzdem zeigten sich die Organisatoren Rätz, Sans Gêne, CCB und Deecht zufrieden.

Kritik: Schlecht ist die Reihenfolge 1., 2., 3. bei der Rangverkündung der Spitzenplätze. Dadurch geht die Spannung verloren. Besser wäre erst Platz drei, dann eins und zwei. Für «Laien» unverständlich ist es, wenn die Jury einen Marsch «abhupt», auch wenn ein Vers erst zur Hälfte gespielt ist. Einige Konkurrenten kümmerten sich aber nicht darum und spielten einfach weiter. «Geiz ist geil», so lautet ein moderner Slogan. Und so sparte man auch beim Offiziellen, wenn auch nur an einem Buchstaben. Auf den Einheitsbechern, welchen jeder Teilnehmer erhielt, wurde ein «l» gestrichen. So wurde aus dem «Offiziell» ein «Offiziel». Ein Fauxpas, welcher vor zwei Jahre schon einmal passierte. (Hat die Herstellerfirma immer noch denselben Korrektor?) Was (wenn Basler Fasnacht Online Recht hat) beim Drummeli möglich ist, gilt (noch?) nicht für das Offizielle. So kosteten an der Bar 3 Deziliter Bier (offen) 4 Franken, 3 Deziliter Mineral 80 Rappen mehr! Hier sollte, zumindest am Nachmittag bei den Jungen Abhilfe geschafft werden.

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Foto-Impressionen vom Finaltag