Liebe und Eifersucht im Larvenatelier

12. Januar 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Nach einem Krimi mit Mord im Cliquenkeller und der Odyssee durchs Kleinbasel bringt das «Charivari, s Muusigtheater vo dr Fasnacht» auch dieses Jahr wieder eine ganze Geschichte auf die Bühne des Volkshauses. Bereits der Untertitel «e Gschicht über Liebi, Laid und Larve» vom neuen Stück «dr Larvemacher» lässt ahnen, um was es da geht. In einem Werkstatt-Besuch wurde für die Medien heute der Vorhang ein ganz klein wenig gelüftet.

«Die Geschichte spielt in einem Larvenatelier vor 20 Jahren und heute», erklärte Vize-Obmann und Programmchef Daniel Thiriet. Es sei ein sehr fasnächtliches Programm, das aber auch einige experimentelle Nummern beinhalte. Dies sei auch dem neuen Regisseur Stefan Huber zu verdanken. Der in Zürich geborene und seit 1995 in Berlin lebende Huber sieht die Fasnacht mit den Augen eines Regisseurs, der von aussen kommt. Und natürlich hat auch das Charivari seinen Stargast: Es ist der türkische Perkussionist Burhan Öçal. Er soll zusammen mit Edith Habraken auftreten. Der vielbeschäftigte Künstler kam am Freitag erstmals nach Basel. «Die erste Probe klappte überhaupt nicht, so dass wir befürchteten, wir müssten die Nummer absagen», verriet Thiriet. Doch am Sonntag habe es dann doch noch geklappt. Öçal kommt allerdings erst am 30. Januar wieder hierher – zwei Tage später ist dann bereits Première.

Eine weitere Episode gab Thiriet über den Bangg «Schörloggs» zum Besten. Voller Freude, am Charivari auftreten zu dürfen, liessen sie sich neue Kostüme schneidern und tolle Larven kaschieren. Nun treten sie aber erst im zweiten Teil auf, welcher in einem Atelier spielt, wo Kunststofflarven hergestellt werden. Also mussten nach ihren Originalen Kunststofflarven hergestellt werden. (Wem der Name Schörloggs nichts sagt, früher waren sie als «Stinkmorchle» bekannt.)

Das Ensemble besteht aus Daniel Buser, Pascale-Viviane Flückiger, Roland Herrmann, Yangzom Brauen, Felix Banholzer, Kurt Walter, Roger Zehringer, Samuel Pivot, Marcel Mundschin und John Löpfe. Den Tanzpart bestreiten Ursula Ledergerber und Tom Baert. Die Musik machen Thomas Lumholz (Akkordeon), Burhan Öçal (Perkussion), Edith Habraken (Trommel), die Clique «Sans Gêne», die Pfeifergruppe «Jetz Paggis», der Bangg «Schörloggs», die Gugge «Fassadeschränzer» und die Tambourengruppe «Chriesibuebe».

«Wir legen sehr viel Wert auf Qualität, bei den Schauspielern, der Musik und der Ausstattung», betonte Thiriet abschliessend. Daher werde seit dem 1. Dezember an der Clarastrasse täglich von 10 bis 23 Uhr geprobt. In eineinhalb Wochen geht es dann ins Volkshaus auf die richtige Bühne. Abschliessend wurden auf der Probebühne vom Ensemble noch drei kurze Szenen gespielt.

Für das Charivari-Urgestein Armin Faes ist es die letzte Spielzeit als Obmann. Er konnte befriedigt feststellen, dass für das Charivari 2004 nur noch wenige Tickets zu haben sind. Die beste Chance haben Raschentschlossene, wenn sie die ersten drei Vorstellungen besuchen wollen.