Das Läggerli geht in die fünfte Runde. Und zum zweiten Mal geht es mit dem Duo Almi und Boss als Nummernrevue über die (Dreh)Bühne. Bei diesem bunten Abend nehmen die beiden so einiges aufs Korn – seien es nun Medien, Gross-und-Kleinbasel-Rivalität oder das Musical-Theater. Zudem bekommt HD-Soldat Läppli einen eigenen Marsch.
Zwei Trommelschlegel unterhalten sich über die Strapazen, die sie in den Händen ihrer nicht mehr ganz nüchternen Besitzer durchmachen müssen. Eine Wagenclique stellt als Traktorfahrer einen älteren Bauer ein, der noch nie an der Fasnacht war. Und das Phantom der Oper steht nicht mehr auf der Bühne, sondern als Bademeister am Beckenrand.
All diese Szenen gehören sicherlich zu den Highlights am diesjährigen Läggerli. «S lauft rund» heisst das Motto seiner fünften Ausgabe. Dies trifft besonders auf den zweiten Teil der Vorstellung zu, wo die Stiggli stärker werden. Wie eben bei den «Leiden des Schlegels», wenn Duo Patrick Almi Allmandinger und Rolf Boss in Kostüme mit einem turmhohen Aufbau schlüpfen. Als Trommelschlegel können sie sich auch einen Seitenhieb gegen das Piccolo nicht verkneifen – was prompt Rufe von Pfyfferinnen und Pfyffern aus dem Publikum erntet.
Für viele Lacher die beiden auch als tattergreisige Guggenmusiker der «Prostata-Schränzer». In einem anderen Rahmenstück kommt es frei nach Hazy Osterwald zu einem «Kriminal-Tango uff Basels Strosse». Und für seine Solo-Nummer muss sich Almi nicht weit von seinem anderen Job entfernen: Als quirliger Coiffeur namens Gilles bezieht er gleich das Publikum mit ein ins Rahmenstück.
Ein anderes Mal kommt er als Glaibasler Original, die Noch-Torstübli-Wirtin Lotti, zum Käppelijoch. Dort liefert er sich mit einem «Gellertianer» einen Wettstreit darüber, ob nun das Gross- oder Kleinbasel mehr zu bieten hat. «Mir hän dr alti Schluuch», heisst es etwa, während sich der Grossbasler über eine «tanzende ADHS-Wappentier-Veranstaltung» mokiert. Nebst einigen originellen Momenten gibt es ein paar weniger starke – so sind etwa manche Klimakleber-Witze mittlerweile doch etwas ausgelutscht. Einen lustigen Abschluss bildet hingegen das letzte Stiggli über die letzten beiden Journalisten der BaZ («Basel aus Zürich»). Dabei erfahren wir auch, wie das alljährliche Vorfasnachtsveranstaltungen-Ranking in der Redaktionsstube zustande kommt…
Erstmals führt Lothar Hohmann Regie beim Läggerli. Getextet werden die Stücke erneut von Renato Salvi, Aernschd Born, Markus Back und vom Värslibrinzler. Nebst den Stiggli führen die Läggerli-Pfyffer durch den Abend. Mirjam Buchwalder, Stefanie Herzog, Claudia Suter und Martin Wirz geben unter anderem ein Medley mit Beatles und Queen zum Besten. Zudem kommt das Publikum in den Genuss einer Uraufführung. Der fröhliche Marsch «Theophil» aus der Feder von Gérald Prétôt ist eine Hommage an Basels bekanntesten Soldaten Läppli, der auch eine von Almis Lieblingsrollen ist.
Apropos Musik: Für stimmungsvolle Übergänge sorgt Wolfgang von Dechend am Klavier. Er hat zu jedem Stiggli eine passende Melodie parat. Der Bangg Elfi-Glöggli besingt so manches aus der Sicht zweier Schulmädchen. Am besten ist wohl ihr Vers über das Margarethenbrücken-Desaster. Zu guter Letzt: Das Morgestraich-Lied aus dem ersten Läggerli darf auch dieses Jahr nicht fehlen. Mittlerweile ist es so etwas wie ein kleiner Gassenhauer zur grossen Vorfreude auf die Fasnacht geworden.
Mitwirkende:
Darsteller und Produktion: Patrick Almi Allmandinger und Rolf Boss
Musik/Pianist: Wolfgang von Dechend
Läggerli-Pfyffer-Ensemble: Mirjam Buchwalder, Stefanie Herzog, Claudia Suter, Martin Wirz
Komponist: Gérald Prétôt
Regie: Lothar Hohmann
Schnitzelbangg: Elfi-Glöggli
Läggerli: 11. Januar bis 3. Februar 2024, jeweils von Donnerstag bis Samstag um 20 Uhr und am Sonntag 14. und 21. Januar um 16 Uhr im Theater Scala, Freie Strasse.
Tickets: Normal: 60.-, Schüler/Studenten: 50.-, Gruppen ab 10 Personen: 50.-, Familienticket (2 Erwachsene/2 Kinder): 150.- (zusätzliche Kinder 35.-), Läggerli Gourmet mit Essen: 95.-.



